Große Freude: Tanzen geht wieder!

Nach monatelanger Zwangspause darf wieder vor Ort getanzt werden – Wenn auch nur in Parzellen

STADT UND KREIS ASCHAFFENBURG
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OLYMPUS DIGITAL CAMERADie Latin-Ladys von Berk Bozaci hatten ihren Kurs im Oktober gestartet und mussten dann den Präsenzunterricht für sieben Monate unterbrechen. Jetzt dürfen sie wieder auf die Fläche.
Foto: Isabel Hahn
Die Freu­de bei al­len Be­tei­lig­ten ist groß: End­lich darf in den Tanz­schu­len in Stadt und Kreis Aschaf­fen­burg wie­der un­ter­rich­tet wer­den. Seit Sams­tag so­gar übe­rall oh­ne ne­ga­ti­ven Test. Da wer­den ei­ne Mas­kenpf­licht auf We­gen und vor­ge­ge­be­ne Tanz-Par­zel­len ger­ne in Kauf ge­nom­men, wie Tanz­leh­rer aus der Re­gi­on be­rich­ten.

Wie überall geben auch im Tanzbereich die Inzidenzzahlen die Regeln vor: Nachdem die 7-Tage-Inzidenz in Bayern eine Woche lang unter 100 lag, durften die Schulen nach monatelanger Zwangspause in der vergangenen Woche endlich wieder öffnen.

Negativ-Test war in der Stadt nötig

Getanzt werden darf nun wieder mit Partner vor Ort in der Tanzschule statt daheim bei Online-Kursen, wie sie viele Schulen anboten. Von Montag bis Freitag war in der Stadt Aschaffenburg noch ein negativer Test Voraussetzung, ab Samstag fiel dieses Prozedere dank einer fünf Tage dauernden Inzidenz von unter 50 auch hier weg, sagt Tanzlehrer Berk Bozaci.

Der jahrelange Turniertänzer hat im Oktober die frühere Tanzschule Staab in Aschaffenburg übernommen. Das Augenmerk seines Dance Studios liegt besonders auf Hochzeits-Choreografien.

Im Unterricht dürfen derzeit zehn Paare über den zur Abstandswahrung markierten Boden tanzen. Michael Walter von der gleichnamigen Tanzschule in Aschaffenburg empfängt ebenfalls zehn Paare auf seiner 160 Quadratmeter großen Fläche. Nach jeder Unterrichtseinheit wird stoßgelüftet, trotz Abstand und Klimaanlage mit Frischluftzufuhr und neu eingebautem HEPA-Filter auf Silberionen-Basis. Vergangenen Montag hat er sogar Tests für seine Tänzer organisiert.

Die erste Woche mit Testpflicht verlief bei den Erwachsenen sehr verhalten, meint Tobias Turhan, der mit Yvonne Alisch die Tanzschule Alisch in Aschaffenburg leitet. Viele warteten, bis es ohne losging. »Aber die Kinder unter 6, die keinen Test brauchten, waren alle da.«

Die Teilnehmer jedes Kurses werden bei Alisch an einem separaten Eingang abgeholt und - nur für den Weg maskiert - zum Saal gebracht. Dort hat ein Paar dann eine Fläche von etwa zehn Quadratmetern für sich - samt Stühlen für die Pause. Am Montag beginnt der Betrieb mit Jugendlichen. »Sie müssen sich im Vorfeld zu Tanzpaaren zusammenschließen«, sagt er. »Gemischt wird auf der Fläche nicht mehr.« Bis dahin war das Tanzen für Paare aus zwei Haushalten noch verboten.

Peter van Ettinger ist mit seinem Tanzstudio erst am Sonntag gestartet. Auch bei ihm gibt es eingeteilte Parzellen mit Stühlen für seine erwachsenen Tanzpaare. »Man kann dadurch halt weniger raumgreifend tanzen«, findet er.

Kollegin Christina Stieber mit ihrer Tanzschule Alzenau by Chrissy hat sich vergangene Woche erstmal auf Einzeltänze wie Modern Dance oder Hip-Hop konzentriert. Sie nutzte den zweiten Lockdown zur Renovierung und kann nun auf einen zweiten, etwa 380 Quadratmeter großen Raum zurückgreifen.

Unterricht in kleineren Einheiten

Marisa Brunner, die eine Ballettschule in Aschaffenburg und eine in Alzenau betreibt, verteilt ihre Kurse - trotz Mehraufwand - auf kleinere Einheiten. Und in der Kindertanzschule Tessa Foit-Walscheid van Dijk hat die Chefin ein Konzept entwickelt, nach dem unter Sechsjährige von ihren Eltern zu ihr nach oben per Fahrstuhl gebracht und anschließend per Treppe abgeholt werden.

Im Tanzsportverein Schwarz-Gold Aschaffenburg war sogar Anfang Mai etwas für Kinder los: An zwei Sonntagen durften sie draußen auf dem Parkplatz tanzen, berichtet Präsident Thomas Fischer. Seit vergangenem Montag ist in den Räumen Betrieb. Das ist bei der Tap Dance Factory, in der Stepptanz gelehrt wird, anders. »Wir können nicht lüften«, verrät Inhaber Rainer Brehm bedauernd den Grund.

Hintergrund: Chronologie Tanzunterricht

Die dreizehnte Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung vom 5. Juni gibt folgende Richtlinie für den Tanzunterricht vor: In Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer 7-Tage-Inzidenz zwischen 50 und 100 darf mit negativem Test ohne Personenbegrenzung getanzt werden. Bei Inzidenzen unter 50 fällt die Testpflicht weg.

Auf allen Wegen in den Gebäuden, auf denen kein Sport ausgeübt wird, gilt Maskenpflicht. Zwischen dem 16. März und dem 7. Juni 2020 sowie vom 1. November bis vergangenen Montag gab es keinen Tanzbetrieb in den Tanzschulen und -vereinen. Nur Online-Unterricht war erlaubt. Die einen stellten ihren Schülern Videos zur Verfügung, die anderen nutzten Live-Streams für einen Unterricht aus der Distanz, bei dem auch Fragen beantwortet werden konnten. In der Zeit dazwischen durfte Tanzen unter ähnlichen Hygienekonzepten wie heute gelehrt werden.

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