Goldbacher Waldschwimmbad bleibt 2019 zu

Gemeinderat: Goldbach-Verrohrung und Kanal müssen verlegt werden - Geschätzte Kosten etwa 1,3 Millionen Euro

Goldbach
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Derzeit wird das Goldbacher Waldschwimmbad für die Saison 2018 auf Vordermann gebracht. 2019 wird das Bad geschlossen bleiben. Grund sind notwendige Sanierungsarbeiten an der Goldbach-Verrohrung und Kanälen unterhalb des Geländes. Fotos: Friedrich
Foto: Friedrich
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Oberhalb des Bads fließt der Goldbach noch offen.
Foto: Björn Friedrich
Al­le Fans des Gold­ba­cher Wald­schwimm­bads soll­ten die kom­men­de Frei­bad-Sai­son 2018 in vol­len Zü­gen ge­nie­ßen. Denn 2019 bleibt das Bad ge­sch­los­sen - »für min­des­tens ei­ne Sai­son«, wie die Ge­mein­de­rä­te auf ih­rer Sit­zung am Frei­ta­g­a­bend er­fuh­ren.

Bis Freitag hatte man in dem Gremium noch die Hoffnung gehabt, trotz anstehender Sanierung wenigstens eingeschränkt oder verkürzt öffnen zu können. Doch diese Hoffnungen machten die Fachleute des Ingenieurbüros Jung zunichte.
Dass das Freibad dringend saniert werden muss, steht seit langem fest. Doch erst die Zusage über eine Förderung des Bundes in Höhe von zwei Millionen Euro vor knapp einem Jahr schuf die finanziellen Voraussetzungen. Seitdem laufen die Planungen für die Sanierung auf Hochtouren.
Längs- und Querrisse
Dabei ist der Grund für die nun notwendige Schließung gar nicht in erster Linie die Sanierung des Freibads. Das Problem liegt im Untergrund. Mehrere Verrohrungen - unter anderem die des Goldbachs - und Mischwasserkanäle verlaufen unterhalb des Freibad-Geländes und sind größtenteils so schadhaft, dass sie dringend saniert werden müssen.
Von Längs- und Querrissen, Verformungen, undichten Muffen, Wurzeleinwuchs und schadhaften Schächten sprach Francesco Cappello vom Kleinostheimer Ingenieurbüro Jung auf der Sitzung und belegte das mit Bildern, die bei zwei TV-Befahrungen 2015 und 2017 von den insgesamt 550 Meter langen Verrohrungen und Kanälen gemacht worden waren. Etwa 300 Meter könnten per Inliner-Verfahren (siehe Hintergrund) saniert werden, so Cappello, was etwa 245 000 Euro kosten werde.
Anders stellt sich die Situation bei der Goldbach-Verrohrung dar, die vom Wald kommend zwischen Schwimmerbecken und Technikgebäude entlangführt. Etwa in der Mitte der Strecke wechselt das Kreisprofil in ein Rechteckprofil, so dass hier nicht per Schlauchliner saniert werden kann, erklärte Bürgermeister Thomas Krimm (FWG).
Harald Klein, ebenfalls vom Ingenieurbüro Jung, erläuterte dem Gremium das Sanierungsvorgehen, zu dem die Verlegung eines Schmutzwasserkanals und der Goldbach-Verrohrung gehört. Beide sollen künftig außerhalb des Freibad-Geländes verlaufen. So soll der Goldbach unter der Hauptstraße hindurch und dann dort weiter geführt werden. Der Mischwasserkanal, der derzeit neben dem Babybecken im Erdreich verläuft, soll unter die Straße verlegt werden, erläuterte Klein.
Fels im Untergrund
Vor die Einlaufstellen, die alle im Wald liegen und mit Laub, Stöcken, Ästen und ähnlichem teilweise verstopft sind, sollen so genannte räumliche Rechen montiert werden, deren senkrecht stehende Verstrebungen das Zusetzen künftig verhindern sollen. Außerdem sollen davorstehende Betonpallisaden im Waldboden als Grobrechen fungieren und größere Äste und Stämme aufhalten. Zudem müssten noch Strom- und Telefonleitungen ihren Platz wechseln und verlegt werden, sagte Klein, der als Gesamtkosten für Sanierung und Verlegung etwa 1,3 Millionen Euro angab. Wobei er betonte, dass es sich nur um eine Schätzung handele. Ein Problem stelle beispielsweise der Fels im Untergrund dar, der die Bauarbeiten erschweren könne.
Ob eine offene Verlegung des Goldbachs möglich sei, wollte Heinrich Schwind (Grüne) wissen. Der Bach müsse in drei Metern Tiefe unter der Straße durchgeführt werden und käme folglich auch so auf der anderen Seite wieder an die Oberfläche. Bei dieser Tiefe müsse man die Seiten mit Stützwänden sichern, antwortete Klein. »Das wäre kein Bach mehr, sondern ein Kanal; das macht keinen Sinn.«
Der Marktgemeinderat billigte einstimmig die vorgestellte Planung zur Verlegung und Sanierung der Goldbach-Verrohrung und der Mischwasserkanäle im Bereich des Waldschwimmbads und beschloss, dass die Leistungen im Bau- und Umweltausschuss vergeben werden sollen.
Baubeginn im Frühjahr
Baubeginn soll im Frühjahr 2019 sein, sagte Krimm. Deswegen müsse das Schwimmbad für mindestens eine Saison geschlossen bleiben, fügte Klein hinzu. »2019 sind hier Bauarbeiten«. Wann mit der eigentlichen Sanierung des Bads begonnen werden soll, wurde nicht thematisiert.
Nina Beckmann-Höhenberger

 
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