Gegen Mobilfunkmast in Häusernähe

Gemeinderat: Blankenbacher lehnen Betreibervorschlag an der Eichenberger Straße ab - Zwei Alternativstandorte

Blankenbach
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Mobilfunkmast Blankenbach
Die Telekom Technik GmbH will auf der freien Fläche zwischen dem Ende der Wohnbebauung in der Eichenberger Straße (rechts) und dem Weg zum Waldfriedhof (am Waldrand links oben entlang weiter nach rechts) in Blankenbach einen Mobilfunkmast errichten.
Foto: Marion Stahl
Das The­ma Mo­bil­funk­mast scheint sich in Blan­ken­bach zu ei­ner End­los-Ge­schich­te zu ent­wi­ckeln: Nach zwei, vom da­ma­li­gen Un­ter­neh­men T-Mo­bi­le zu ver­ant­wor­ten­den, ge­schei­ter­ten An­läu­fen in den Jah­ren 2010 und 2013 hat nun die Fir­ma Te­le­kom Tech­nik GmbH die Ge­mein­de we­gen ei­nes Stand­orts für ei­nen Mo­bil­funk­sen­der an­ge­schrie­ben.
Weil die Gemeinden im Rahmen des Mobilfunkpakts II (siehe Hintergrund) in die Standortsuche einbezogen werden müssen, lag dem Gemeinderat diese Anfrage am Montagabend vor.
Auf Privatgrundstück
Mit dem vom Unternehmen vorgeschlagenen Standort auf einem privaten Grundstück am Ende der Wohnbebauung in der Eichenberger Straße nahe beim Waldfriedhof war das Gremium jedoch wegen der Nähe zu den Wohnhäusern nicht einverstanden. Einstimmig wurde daher beschlossen, zwei andere Standorte auf gemeindlichem Grund vorzuschlagen: entweder auf dem Dach des neuen Bauhofs oder vor dem Parkplatz am Waldfriedhof.
»Unsere beiden Vorschläge werden nun vom Unternehmen auf technische Machbarkeit geprüft. Dann wird man sich sicher bei uns melden«, erklärte der zweite Bürgermeister Martin Schäfer (FW), der in Vertretung für den Rathauschef Matthias Müller (CSU) die Sitzung leitete.
Er erklärte, dass die Gemeinde für diese beiden Standorte nicht nur deshalb votiere, weil sie sich auf öffentlichem Grund befinden.
Zum einen wären bei einer Anbringung auf dem Dach des Bauhofs keine Erdgrabungen notwendig. Selbst der für den Mobilfunkmast notwendige Strom wäre vorhanden. Der Parkplatzbereich wäre laut Schäfer geeignet, weil die im darunter liegenden Gewerbegebiet »Au« vorhandene Stromleitung leicht verlängert werden könnte.
Außerdem sei bei diesen beiden Standorten die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die bislang schlechte Versorgung im Wingertsweg und im Ortsteil Erlenbach verbessert werden könnte. Achim Schuhmacher (SPD) stellte zudem fest, dass bei einem Standort beim Parkplatz auch der Friedhof mit Strom versorgt werden könnte.
In der ausführlichen Diskussion rätselte das Gremium über die Vorgehensweise, denn offenkundig handelte es sich bislang immer um das vom Grund her gleiche Unternehmen. Demnach hat die Gemeinde im Jahr 2013 sogar schon dem Bauantrag zugestimmt, als das Mobilfunkunternehmen einen Rückzieher machte. Damals ging es um einen etwa 37 Meter hohen Mast beim Millenniumkreuz, der Sommerkahl hätten mitversorgen sollen.
Geplante Höhe nicht bekannt
Wie hoch der Mast dieses Mal sein soll, wurde laut Schäfer nicht mitgeteilt. Peter Sauer (CSU) regte daraufhin an, das Mobilfunkunternehmen noch einmal wegen des Standortes beim Millenniumkreuz zu befragen. Nach Angaben seines Parteikollegen Udo Neumeier plant das Unternehmen für Sommerkahl jedoch einen eigenen Mast.
Basierend auf den Informationen der Verwaltung erinnerte Schäfer noch daran, dass bis zu zehn Meter hohe Mobilfunkanlangen genehmigungsfrei auf oder an einer bestehenden baulichen Anlage errichtet werden können. Somit könnte ein Mobilfunkbetreiber jederzeit mit Privatbürgern eine entsprechende Vereinbarung, auch im bebauten Innerortsbereich, schließen.
Mobilfunkmasten im Außenbereich gelten als privilegierte Maßnahmen. Somit werde die Gemeinde zwar planungsrechtlich am Genehmigungsverfahren beteiligt. Eine Ablehnung sei von ihr laut Verwaltung jedoch in den »seltensten Fällen zu rechtfertigen«. Aus diesem Grund sei letztendlich der Mobilfunkpakt II ins Leben gerufen worden. Marion Stahl
Marion Stahl
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