Für den Turnverein Michelbach bis ins hohe Alter aktiv

Geburtstag: Eduard Herz wird an diesem Freitag 100

Alzenau
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100 Jahre alt: Eduard Herz.
Foto: Gr
In der Ge­bor­gen­heit des Se­nio­ren­woh­nens Geis­litz kann an die­sem Frei­tag der zu­vor im Al­ze­nau­er Stadt­teil Mi­chel­bach le­ben­de Edu­ard Herz sei­nen 100. Ge­burts­tag fei­ern.
Der Jubilar lässt es in letzter Zeit etwas ruhiger angehen und freut sich hauptsächlich auf die Gratulation seiner Familie. Dazu zählen die älteste Tochter Elfi Ritter, Inhaberin von Uhren/Schmuck Ritter in Alzenau, ihre jüngere Schwester Helga Führer mit Ehemann Ralf sowie vier Enkel und fünf Urenkel, die nicht nur am Freitag, sondern seit seinem Umzug nach Geislitz nach dem Familienoberhaupt schauen.
Der am 18. November 1916 in Buttstädt/Thüringen geborene Jubilar fand in den 1920er-Jahren mit seiner Familie den Weg in den Kahlgrund, wo er im November 1939 Hedwig Stein aus und in Kälberau heiratete. Danach wurde er in den Zweiten Weltkrieg eingezogen, überlebte den Polen- und Russland-Feldzug und kehrte erst 1949 von russischer Gefangenschaft aus Sibirien zurück.
Hobby-Tapezierer
1954 kaufte er für seine Familie ein Anwesen in Michelbach. Mit dem ihm eigenen Fleiß hielt Eduard Herz nicht nur das eigene Haus in Schuss, sondern war in seiner Freizeit als Hobby-Tapezierer weit und breit gefragt, sogar bei seinen Arbeitskollegen bei Lurgi in Frankfurt, wo er von Anfang seiner beruflichen Tätigkeit bis zur Rente mit 65 Jahren arbeitete.
Den überwiegenden Teil seiner Freizeit verbrachte der Jubilar aber beim Turnverein Michelbach (TVM), zu dessen Ehrenmitgliedern er heute zählt. Eduard Herz, in Turnerkreisen »de Herze-Ede« genannt, hatte mit zwölf Jahren mit dem Turnen begonnen. Damals beschränkte man sich nicht nur aufs Geräteturnen, sondern übte auch leichtathletische Disziplinen wie Laufen, Springen und Werfen aus.
TVM-Vorsitzender
1933 wurde er auch im Spielmannszug aktiv, 1935 begann er seine Funktionärskarriere beim TVM als Beitragskassier. Nach der Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft war er schnell wieder beim TVM aktiv, und zwar 1950 als Frauenturnwart, 1953 bis 1958 als zweiter Vorsitzender, 1958 bis 1963 als Vorsitzender.
Noch lange darüber hinaus engagierte er sich im Vorstand und prägte die Entwicklung des TVM entscheidend mit.
Seine Leidenschaft blieb bis Ende der 90er-Jahre das Turnen. Er versäumte kein Gau-, Bezirks-, Landes- oder Deutsches Turnfest und bewies noch mit 80 Jahren seine Fitness im Wettkampf der Altersklasse. Dabei schlief er - wie alle anderen Turner - im Gemeinschaftsquartier auf der Luftmatratze. 1992 bei der USA-Reise des Spielmanns- und Fanfarenzuges war Ede Herz der älteste Teilnehmer.
Seit rund zehn Jahren lebt der Jubilar im Seniorenheim in Geislitz. Es hätte ihn gefreut, wenn alte Freunde oder Tapezier-»Kunden« öfter mal zu Besuch gekommen wären. Weil dies nicht wie erhofft war, prägte er den Spruch »Wer nicht kommt, braucht nicht zu gehen«.
Das TVM-Spielleute-Orchester will dem Jubilar an diesem Nachmittag mit einem Ständchen zum 100. Geburtstag gratulieren.
Otto Grünewald
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