»Flowerpower« erreicht den Kahlgrund

Main-Echo-Serie, Teil 26: KVG-Bus fährt Reklame für die Gartenschaustadt Alzenau - Programm für Energiepark

Aschaffenburg
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Mehr zum Thema: Bayerische Gartenschau in Alzenau
Stimmen das Programm für den Energiepark ab (v.l.): Michael Neumann, Peter Fischer, Severin Simon, Dagmar Förster, Christine Bender und Klaus Bernhart.
Foto: Michael M
Von Gelnhausen bis Aschaffenburg im Einsatz: Der Gartenschaubus der KVG, der dann vom 22. Mai bis zum 16. August in Alzenau als Shuttlebus zwischen dem Großparkplatz im Industriegebiet Nord und dem Haupteingang am Entengassensteg dienen wird.
Foto: Natur in Alzenau GmbH
Drei Mo­na­te vor Be­ginn der Gar­ten­schau »Na­tur in Al­zenau 2015« setzt die Kahl­grund-Ver­kehrs-Ge­sell­schaft (KVG) in Sc­höllkrip­pen ei­nen Bus mit wahr­haft »re­vo­lu­tio­nä­rem« An­trieb auf ih­rem Li­ni­en­netz ein. Der Se­t­ra mit dem amt­li­chen Kenn­zei­chen AB-KV 1230 ver­rät an sei­nem Heck: »Die­ser Bus fährt mit Flo­wer­po­wer«. Ge­wiss ein be­mer­kens­wer­ter Treib­stoff, der sei­nes­g­lei­chen sucht.

Auch optisch fällt das Gefährt, das auf KVG-Strecken zwischen Gelnhausen und Aschaffenburg unterwegs sein wird, aus dem Rahmen. Herrlich bunt kommt der Bus daher und ist fortan einer der auffälligsten Werbebotschafter für die Gartenschau.
Das Interesse und die Nachfrage nach Eintrittskarten sind derweil ungebrochen. Aktuell wurde beim Dauerkartenverkauf die 2000er-Marke überschritten, berichtet Michael Neumann, Geschäftsführer der Natur in Alzenau GmbH.
Lehr- und abwechslungsreich
Während auf dem Gelände die winterliche Ruhe bald beendet sein dürfte, wird im Gartenschaubüro am Veranstaltungsprogramm gefeilt. In dieser Woche stimmten sich die Akteure ab, die im Energiepark (am westlichen Stadtrand) die Akzente setzen werden. Lehr- und abwechslungsreich wird das Angebot im Energiepark, das zum Teil schon im Detail ausgearbeitet ist.
• Die Bayerische Forstverwaltung rückt den Spessart als Erholungs- und Wirtschaftsraum in den Fokus. Klaus Bernhart: »Unser Titel heißt Spessart - das grüne Meer in unserer Region.« Der Spessart wird im Kleinen als Diorama nachgebildet.
Es zeigt auf, welche Baumarten mit welchen Anteilen vertreten sind. Die Eiche gelte vielen als der »Baum des Spessarts«, tatsächlich aber dominiere die Buche die Waldlandschaft. Ziel sei es, aufzuzeigen, welche landschaftlichen, kulturellen und naturkundlichen Besonderheiten mit dem Spessart verbunden sind. Gezeigt wird auch, welche Rolle der Wald im Zeichen des Klimawandels spielt. Die Themenschwerpunkte wechseln zu jedem Wochenende, informiert wird etwa über den Werdegang vom Nadelholz- zum Laubwald oder über den Beruf des Forstwirtes.
Beworben und ausgestellt wird zudem die »Radwanderhütte« - ein kompaktes Teil mit vier Schlafplätzen, das in den kommenden Jahren Verbreitung finden soll.
• Das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten konzentriert sich im Bereich seiner Ausstellungsfläche auf den Garten als Spender von Lebensenergie.
Blumen, Gemüse sowie Beerenobst bringen »Power für Geist und Körper«, verspricht Christine Bender ein »Gartenerlebnis« der inspirierenden Art. Vorgestellt werden die wenig bekannten Mai- und Apfelbeeren und Sorten, mit denen sich eine Erdbeersaison verlängern lässt. Es zeige sich, dass es selbst im kleinsten Garten Platz für Johannis- oder Stachelbeeren gibt, heißt es in der Ankündigung aus dem Landwirtschaftsministerium, das ebenfalls wöchentlich die Schwerpunkte wechseln und unter anderem den Spargel, die Rosen und (im August) die Zwetschgen als »das blaue Wunder der Mainschleife« aufs Schild hebt. Weiterer Höhepunkt: Ab Ende Juli werden sich sieben Sieger-Gemeinden des Wettbewerbs »Unser Dorf hat Zukunft« in Alzenau vorstellen.
• Der Bund Naturschutz (BN) nimmt sich eines Gesellen an, der in jüngerer Vergangenheit in Alzenau für Schlagzeilen sorgte. »Biber - die guten Geister des Wassers« heißt der Beitrag. Man wolle falsche Darstellungen widerlegen und anschaulich auf den Nutzen des Tieres eingehen.
»Ohne erhobenen Zeigefinger«, wie Dagmar Förster verspricht. Der BN ist an den Schulklassenprogrammen beteiligt (wir berichteten) und wird als weiteren Höhepunkt ein »Umwelttheater« auf die Bühne bringen.
• Mit einem Energieparcours wird die Edith-Stein-Schule auf sich aufmerksam machen. Blickfang wird das Windrad sein, das zusammen mit einem Sonnenkollektor die Energie liefert, um eine Wasserfontäne über zehn Meter hoch schießen zu lassen.
Physiklehrer Peter Fischer bereitet den Parcours, der fünf Stationen beinhalten wird, mit zehn Schülern vor. Die Energiewende ist das große Thema der Schüler - und das wird nicht in grauer Theorie und schon gar nicht staubtrocken vermittelt.
• Staubtrocken wird es auch in der Nachbarschaft nicht zugehen. Michelbachs Winter und Brenner Severin Simon vermittelt unter dem Slogan »Mehr Heimat geht nicht« die »Destillierkunst aus dem Spessart«.
Auf dem kreativ gestalteten Gelände wird unter anderem zu sehen sein, wie aus »hochwertigen Ausgangsprodukten aus dem Kahlgrund« letztlich »tolle Ergebnisse« erzielt werden. Severin Simon wird in der Gartenschauzeit mehrere unterschiedliche Vorträge halten.
• Nicht zuletzt findet sich der Landkreis Aschaffenburg im Energiepark - er bietet den Kommunen des Landkreises eine Plattform.
Die Dauerkarte lohnt
Michael Neumann freut sich über das Engagement: »Dank der wechselnden Angebote wird es selbst für die Dauerkartenbesitzer nie langweilig.« Es lohne sich mit Sicherheit, die Gartenschau mehrfach zu besuchen.
Michael Müller

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