Festlich-prickelnde »Petersbonner Schlittenfahrt«

Silvesterkonzert: Alzenauer Stadtpfarrkirche St. Justinus voll besetzt - Hommage an Beethoven - Elfjährige Charlotte Stegmann überzeugt

Alzenau
1 Min.

Kommentieren

Sie müssen sich anmelden um diese Funktionalität nutzen zu können.

Das Lob des Lehrmeisters Christoph Kruyer bestätigt es: Die elfjährige Charlotte Stegmann (beide Bildmitte) setzte den Höhepunkt des Silvesterkonzerts. Foto: Stahl
Foto: Marion Stahl
Mit der mu­si­ka­lisch fu­rio­sen und fest­lich pri­ckeln­den »Pe­ters­bon­ner Sch­lit­ten­fahrt« rausch­ten die Be­su­cher des Sil­ves­ter­kon­zerts am Di­ens­tag in der voll be­setz­ten Al­ze­nau­er Stadtp­farr­kir­che St. Jus­ti­nus ins neue Jahr­zehnt.

Garniert wurde der letzte Abend im alten Jahr mit einer weiteren musikalischen Perle: Beethovens »Ode an die Freude«, gespielt von der elfjährigen Charlotte Stegmann aus Schimborn.

Ein Schmunzeln

Beim Blick ins Programmheft schmunzelte sicher so mancher über den vermeintlichen Druckfehler bei der »Petersbonner Schlittenfahrt«. Weit gefehlt, denn Kantor Christoph Kruyer hat damit wieder einmal sein Können bewiesen. Er hat die Noten der »Petersburger Schlittenfahrt« sozusagen passend gemacht für die Instrumente der Musikerinnen und Musiker der Staatstheater Darmstadt und Wiesbaden. Was übrigens auch mit allen weiteren elf Stücken geschehen ist.

Zur »Petersbonner Schlittenfahrt« wurde das flotte und fröhliche Stück durch einen besonderen Kniff: Kruyer ließ als Schlusspunkt die »Ode an die Freude« erklingen - als Hommage an Ludwig van Beethoven, von dem bekannt ist, dass er am 17. Dezember 1770, also heuer vor 250 Jahren, in Bonn getauft wurde.

Sehr treffsicher

An dieser Stelle bediente Charlotte Stegmann die beiden Bretter, die durchs Zusammenschlagen die Peitschen symbolisieren sollten. Bei der »richtigen« Version der »Ode an die Freude«, die als »Europa-Hymne« bekannt ist, glänzte die Elfjährige, die seit ihrem dritten Lebensjahr in Kruyers Musizierschule Klangspiel in Krombach unterrichtet wird, jedoch mit einem Solospiel am Flügel.

Das absolvierte sie inmitten der Profis so treffsicher, dass sie nicht nur ihren Lehrmeister zum Strahlen brachte.

Die von Johannes Klais erbaute Orgel spielte Kruyer an diesem Silvesterabend nur einmal bei »Fiat Lux« (»Es werde Licht«) von Theodore Dubois. Alle anderen Stücke wurden in wechselnder Instrumentenbesetzung im Altarraum dargeboten.

Die Musikerinnen und Musiker spannten dabei einen großen musikalischen Bogen von »Panis Angelicus« (Cesar Franck), Händels Largo aus der Oper Xerxes, den schwungvollen Walzern »An der schönen blauen Donau« von Johann Strauß und Nr. 2 aus der Suite Nr. 2 für Variete-Orchester von Dimitri Schostakowitsch sowie dem Radetzky-Marsch(Zugabe) bis zu »Ladies in Lavender« aus dem Film »Der Duft von Lavendel«.

Rezitator Rudolf Guggelsberger (Stuttgart) rundete den Abend mit seinem einfach wunderbaren Können ab, Geschichten beim Vorlesen durch Gestik und Mimik zum Leben zu erwecken.

So lachte das Publikum sogar Tränen bei der Geschichte, in der das am Weihnachtsbaum fehlende Lametta durch glitzerndes Sauerkraut ersetzt wird. Die stehenden Ovationen verstehen sich also von selbst.

Kommentare

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie angemeldet und Ihre E-Mail Adresse bestätigt sein!


Benutzername
Passwort
Anmeldung über Cookie merken
laden

Artikel einbinden
Sie möchten diesen Artikel in Ihre eigene Webseite integrieren?
Mit diesem Modul haben Sie die Möglichkeit dazu – ganz einfach und kostenlos!