Farbige Böden und ein Tonnengewölbe: Vorentwurf für neue Johannesberger Mehrzweckhalle vorgestellt

Gemeinderat: Bürgerversammlung Anfang 2022 geplant

Johannesberg
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Foto: Carmen Mölter
Ei­nen ers­ten kon­k­re­ten Ein­druck, wie die ge­plan­te neue Mehr­zweck­hal­le aus­se­hen könn­te, hat der Ge­mein­de­rat am Di­ens­ta­g­a­bend be­kom­men. Das Gre­mi­um tag­te - wie meis­tens seit Be­ginn der Pan­de­mie - in der Schul­turn­hal­le. Die­se soll ab­ge­ris­sen wer­den, wenn al­les klappt und die neue Hal­le auf dem jet­zi­gen Schuls­port­platz En­de 2024 fer­tig ist.

Planer Tobias Back von Haßfurter Ingenieurbüro Baurconsult zeigte neben Grundrissen und 3-D-Ansichten auch eine Computeranimation. Diese simuliert einen Rundgang von der Mühlberg-Grundschule aus über das Außensportgelände zur neuen Halle und stellt dann das Gebäudeinnere von Raum zu Raum vor. Die Räte waren beeindruckt. Alexander Hirte (Bündnis 90/Die Grünen) fragte, ob das Video auf die Homepage der Gemeinde Johannesberg gestellt werde.

Auch wenn alles schon wie aus einem Guss wirkte bei der Präsentation: Es handelt sich um einen Vorentwurf für die im Oktober vom Gemeinderat beschlossene abgespeckte Variante ohne Zuschauertribüne. Anfang nächsten Jahres werde die Gemeinde den bis Ende Dezember überarbeiteten Entwurf in einer Bürgerversammlung vorstellen, versprach Bürgermeister Peter Zenglein (CSU).

Besprechungszimmer zu klein

Der Gemeinderat hatte viele Fragen, Anregungen und auch Kritik. Ein nur 18 Quadratmeter großes Besprechungszimmer für maximal zwölf Personen fanden einige Ratsmitglieder zu klein, unter anderem Adolf Kampfmann, der auch Vorsitzender des Johannesberger Tischtennisclubs ist. Matthias Thoma (ÖDP) schlug vor, die geplante Innentreppe zur Haustechnik im Obergeschoss nach draußen zu verlagern, um mehr Platz für den Besprechungsraum zu schaffen.

Der Planer meinte, eine Außentreppe sei grundsätzlich möglich, aber problematisch. Sie würde schätzungsweise 15.000 Euro mehr kosten und die im Bebauungsplan festgelegten Baugrenzen überschreiten. Außerdem müsse eine Absturzsicherung her und eine Vorkehrung gegen Vandalismus auf dem Dach - was laut Bürgermeister Zenglein auf der jetzigen Halle schon vorgekommen ist.

Noch kein "finales Baukonzept"

Gegen schieferfarbene Bodenfliesen im Foyer sprach sich David Hock (CSU) aus, der das Konzept ansonsten "total Klasse" fand. Vor allem bei Matschwetter im Winter, so Hock, sehe man auf dunklen Fliesen "jeden Dreck". Back antwortete, es gebe nur ein "sehr reduziertes" Farbspektrum beim Feinsteinzeug, das man wegen seiner Robustheit und wegen des günstigen Preises bevorzuge. Hock sagte, er werde bei der nächsten Beratung ein geeignetes Beispiel mitbringen.

Fee Berthold-Geis (Bündnis 90/Die Grünen) fand die durchgängig schwarzen Tür- und Fensterrahmen nicht gelungen für eine Halle, die auch von Kindern genutzt werde. Bei seinem Entwurf handele es sich nicht um ein "finales Baukonzept", antwortete Back. Er habe aber bewusst farbige Böden "statt beigen Sumpf" für die Sportbereiche ausgesucht. Vor allem für Kleinkinder- und Seniorensport sei es wichtig, "dass das Auge was zum Fassen hat".

Der Bürgermeister meinte, das Farbkonzept der Grundschule solle sich in der Halle wiederfinden. Dass dort künstlerische Akzente gesetzt würden, zähle zu den Förderkriterien. Man denke über ein buntes Mosaik im Eingangsbereich nach, sagte Zenglein.

Verschiedene Dachformen

Mathias Koenen (Bündnis 90/Die Grünen) fragte, ob neben der geplanten Photovoltaik auch Sonnenkollektoren für Warmwasser auf dem Dach geplant seien. Back verneinte. Die vorhandene Hackschnitzelheizung für Schule, Hort und Krippe reiche auch für den Neubau. "Läuft die Heizung auch im Sommer?", wollte Koenen wissen. Hirte regte an, die Sonnenkollektoren-Frage zu prüfen. Hirte schlug auch vor, das gesamte Dachwasser zu sammeln und Zisternen einzuplanen. Mit deren Wasser könnten die Außenanlagen in heißen trockenen Sommern versorgt werden.

Die Halle bekommt verschiedene Dächer. Das Flachdach über dem Sanitär- und Küchenbereich wird begrünt. Das Dach über dem 18 mal 36 Meter großem Spielfeld ist als leichtes Tonnengewölbe geplant. Es werde, so der Planer, nicht höher aufragen als die jetzige Schulturnhalle. Denn die sieben Meter hohe neue Halle werde in einer Geländemulde errichtet. Als Baumaterialien nannte Back (verputztes) Ziegelmauerwerk, eine Stahlkonstruktion und Holzbinder.

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