Fairer Umgang mit der Landwirtschaft im Fokus

Landfrauentag: Rund 200 Besucher und viele Ehrengäste in Bessenbach - Klinikseelsorger Christoph Kreitmeir spricht über Angst und Mut

Bessenbach
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Pater Christoph Kreitmeir (rechts) sprach beim Landfrauentag in Bessenbach über Angst und Mut. Foto: Marion Stahl
Foto: Marion Stahl
Die Ar­beit der Bau­ern und die Qua­li­tät ih­rer Pro­duk­te mehr zu schät­zen - die­se For­de­rung zog sich wie ein ro­ter Fa­den durch den Land­frau­en­tag am Mon­tag in der Bes­sen­bach­hal­le.

Ebenso wie die Tipps, die der Ingolstädter Klinikseelsorger, Franziskanerpater Christoph Kreitmeir, in seinem Vortrag »Hast du Angst - sei mutig« gab.

»Wir wollen fair behandelt werden«, brachte Kreisbäuerin Wilma Jakob vor rund 200 Landfrauen und vielen Ehrengästen die aktuellen Demonstrationen, Sorgen und Nöte der Landwirte auf den Punkt. Das fange an bei der neuen Düngeverordnung und reiche bis zu billigen Lebensmitteln. Das gehe so weit, dass täglich vier Milchbetriebe in Bayern schließen müssten. Ihr zentrales Anliegen war die Bereitschaft der Verbraucher, mehr Geld für Lebensmittel auszugeben. »Es geht nicht, dass alle Fridays for Future rufen und das Billigfleisch beim Discounter kaufen«, machte die bayerische Digitalministerin Judith Gerlach (CSU) den Landwirten Mut, zu ihren Forderungen zu stehen. »Mehr Respekt für die Landwirtschaft« forderte die SPD-Landtagsabgeordnete Martina Fehlner. Das funktioniere aber nur, wenn alle an einem Strang zögen.

Dialog suchen

»Sie gestalten vor Ort unsere Region mit«, forderte Bezirksbäuerin Maria Hoßmann die Landfrauen auf, weiter den Dialog mit Verbrauchern zu suchen. Und damit laut Bernhard Schwab vom Amt für Landwirtschaft und Forsten, Karlstadt, auch Familien regionale und saisonale Produkte noch mehr bevorzugen, sollten die Besuche von Kindergarten- und Schulkindern auf Bauernhöfen ausgeweitet werden.

Passend zum Vortrag des Klinikseelsorgers entzündeten Pfarrerin Ulrike Gitter (Aschaffenburg) und Diakon Michael Völker (Aschaffenburg-Schweinheim) beim Wortgottesdienst mit einer Hoffnungskerze Teelichter auf den Tischen. Den musikalischen Rahmen gaben Natalie Himmelsbach und Gudrun Schüler.

Danach berichtete der Pater, dass er am Klinikum in Ingolstadt täglich mit der Angst konfrontiert werde; aktuell leiste dazu das Coronavirus seinen Beitrag. Der zur Angst gehörende Mut entstehe, wenn jeder seine Fähigkeiten realistisch einschätze. Mit ein wenig Gottvertrauen könne er dann genau das angehen, was ihm Angst bereite. Mut ist laut Pater Kreitmeir wie ein Muskel: »Je mehr der Mut trainiert wird, desto mehr erschlafft die Angst. Je mehr man sich seinen Ängsten stellt, desto mehr wächst das Selbstvertrauen.« Dann seien sogar unkonventionelle Entscheidungen möglich - wie bei Biobauern, die vor 20 Jahren noch belächelt worden seien.

Abgerundet wurde der Landfrauentag durch Grußworte der Ehrengäste, darunter Bürgermeister Franz Straub (CSU) und die Landratskandidaten Maili Wagner (Freie Wähler) und Özcan Pancarci (Grüne/SPD). Die Kandidaten Max Bruder (FDP) und Alexander Legler (CSU) stellten sich zudem den Fragen von Michael Roßmann, Geschäftsführer vom Bayerischen Bauernverband, Kreisverband Aschaffenburg.

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