Europäische Werte in Laufach erwandern

Bildung: Europa-Werte-Wanderweg mit acht Infotafeln seit Samstag an einziger Station in Unterfranken

Laufach
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Valentin Weber, stellvertretender Vorsitzender des Europa-Union-Kreisverbandes Aschaffenburg, erklärt die Tafel "Demokratie" auf dem Laufacher "Werte-Wanderweg" der Europa-Union.
Foto: Ernst Bäppler
Wer rund um Lau­fach wan­dert, tut nicht nur sei­nem Kör­per et­was Gu­tes, son­dern auch sei­nem Geist. Da­für sor­gen die bei­den Kul­tur­we­ge. Jetzt kann sich der geis­ti­ge Ho­ri­zont der Wan­dern­den im Rah­men des Lau­fa­cher Kul­tur­herbs­tes noch bis zum 6. Ok­tober auch in Rich­tung Eu­ro­pa öff­nen: Der von der Eu­ro­pa-Uni­on Bay­ern kon­zi­pier­te "Eu­ro­pa-Wer­te-Wan­der­weg" macht es mög­lich.

Er ist eine Wanderausstellung im doppelten Sinn: Acht Informationstafeln mit Inhalten zu den Werten der Europäischen Union begleiten ihn als eine Art "Freiluftausstellung". Sie verbleibt jeweils etwa vier Wochen in einer bayerischen Gemeinde, bevor sie an einen neuen Ort "weiterwandert".

Bei der Eröffnung am Samstag hat Laufachs Bürgermeister Friedrich Fleckenstein (parteilos) an den 20. Jahrestag der Anschläge des 11. September erinnert. Das Laufen über die von ihm als "Friedensweg" genannte Wanderstrecke könne verdeutlichen, wozu die Missachtung aller humanen Werte führe.

50 marschbereite Gäste

Der aus Augsburg angereiste bayerische Europa-Union-Landesvorsitzende Thorsten Frank freute sich über mehr als 50 marschbereite Gäste, darunter eine starke Abordnung der Nachwuchsorganisation Junge Europäische Föderalisten (JEF) sowie in überparteilichem Einvernehmen der FDP-Bundestagsabgeordnete Karsten Klein, die SPD-Landtagsabgeordnete Martina Fehlner sowie der Grünen-Bundestagskandidat Niklas Wagener.

Dass die Ausstellung nach Laufach als einzigem Ort in Unterfranken "gewandert" ist, ist das Verdienst von Laufachs Altbürgermeister Valentin Weber (FW). Als stellvertretender Europa-Union-Kreisvorsitzender hat er den Wanderweg ausgestaltet. Niemand als er war daher besser zur anschließenden Führung über den etwa fünf Kilometer langen Wanderweg berufen.

Er beginnt am Parkplatz an der Ecke Sachsenhäuser Straße / Hüttengasse, führt unter der aus mächtigen Sandsteinblöcken vor 170 Jahren erbauten Bahnbrücke hindurch. Danach vereinigt er sich mit dem den Kulturweg Laufach II "Spessartrampe" bis zur historischen Eisenbahnbrücke im Hainer Seebachtal. Durch die Hainer Ortsstraße "Alter Weg" und das Gewerbegebiet geht es über die Eichgartenstraße und die Grünanlage bis zum Endpunkt am Sainte-Eulalie-Platz vor dem Laufacher Rathaus.

Acht Tafeln

Die acht Tafeln behandeln neben einer allgemeinen Einführung die Aspekte "Gemeinsame Wertvorstellungen", "Charta der europäischen Grundrechte", "Demokratie", "Rechtsstaatlichkeit", "Europas Werte weltweit schützen", "Werte im europäischen Alltag" und "was geht mich das alles an." Sie alle sind mit QR-Codes versehen, die zu weiterführenden Informationen leiten.

Anschaulich ging Valentin Weber auf die europäischen Werte mit Beispielen ein, so auf die seit 47 Jahren bestehende Partnerschaft Laufachs mit dem französischen Sainte Eulalie. Auch die Bedeutung des parallel zum Wanderweg verlaufenden Schienenstrangs für ein Zusammenwachsen Europas hob er hervor. Die über ihn rollenden Güterzüge dienten dem freien Warenaustausch. Ländergrenzen könnten ohne Passkontrollen überschritten werden: "Als ich vor meiner Bürgermeisterzeit noch in der Bekleidungsindustrie tätig war, musste ich für den Export unzählige Formulare ausfüllen. Nicht zuletzt auch dank der fruchtbaren Arbeit der Europa-Union gehört dieses Kapitel der Vergangenheit an."

Beim Gang durch den Ortsteil Hain erinnerte Weber an Hubert Klebing, den letzten Bürgermeister vor der Eingemeindung am 1. Mai 1978. Die Europa-Union habe ihm viel zu verdanken: "Denn anschließend engagierte er sich bis 2002 als unser Kreisvorsitzender und stellvertretender bayerischer Landesvorsitzender."

Für den Werte-Wanderweg sollte man zwei Stunden einplanen. Wer ihn nicht alleine laufen will, hat die Möglichkeit, an einer Führung teilzunehmen, die am Freitag, 17. September,  um 15 Uhr und am Donnerstag, 30. September, um 17 Uhr stattfinden. Treffpunkt ist immer der Parkplatz an der Sachsenhäuser Straße. Für Schulklassen sind gesonderte Führungen möglich. Um die notwendigen Kontakte kümmert sich der Schulbeauftragte Georg Fath. Wegen eines Termins können sich Schulen auch direkt an das Laufacher Rathaus wenden.

Hintergrund: Europa-Union

Die Europa-Union Deutschland (EUD) versteht sich als größte bundesdeutsche Bürgerinitiative, die sich für die europäische Idee einsetzt. Sie klärt auf über Kultur, Politik und Gesellschaft der Völker Europas und setzt sich für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Grundrechte ein. Sie ist überparteilich und überkonfessionell, hat rund 18.000 Mitglieder und gliedert sich in 16 Landesverbände und rund 350 Orts- und Kreisverbände.

Die EUD kann inzwischen auf eine 75-jährige Geschichte zurückblicken. Die Gründungsversammlung fand im Dezember 1946 in Mönchengladbach statt. Erster Präsident war der Publizist Eugen Kogon. Derzeit steht der Vizepräsident des Europaparlaments Rainer Wieland (CDU) an der Spitze.

Als einer der ältesten Kreisverbände wurde jener für Stadt und Kreis Aschaffenburg 1948 gegründet. Vorsitzender ist Dieter Schornick (Sommerkahl). Im Vorstand vertreten sind als Beisitzer auch die Landtagsabgeordnete Martina Fehlner (SPD) und Alzenaus Bürgermeister Stephan Noll (CSU).

Weitere Infos: www.eu-aschaffenburg.de

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