Energiepreise geben in Goldbach Anlass zur Sorge

Gemeinderat: Kämmerer zeichnet düsteres Szenario

Goldbach
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Mit Blick auf das ers­te Halb­jahr 2022 konn­te Hei­ko Wach­ter erst ein­mal durch­at­men. Der Käm­me­rer des Mark­tes Gold­bach zog am Frei­tag im Ge­mein­de­rat al­lem be­g­lei­ten­den über­re­gio­na­len Un­bill zum Trotz ein zu­frie­den­s­tel­len­des Fa­zit des Etats und sprach da­von, dass »ei­gent­lich al­les plan­mä­ß­ig ver­läuft«. Das jüngst auf ein Re­kord­vo­lu­men von 48,6 Mil­lio­nen Eu­ro an­ge­wach­se­ne Haus­halts­vo­lu­men stell­te er in Aus­zü­gen vor.

Als »sehr erfreulich« bezeichnet er vor allem die Gewerbesteuereinnahmen, die mit bislang 4,7 Millionen Euro den höchsten Wert seit 2007 erreicht hätten. »Trotz der wirtschaftlichen Lage läuft es super«, sagte Wachter über den Zuwachs von 1,2 Millionen Euro auf 3,9 Millionen Euro. Gleichwohl räumte er ein, dass Goldbach hier grundsätzlich vergleichsweise schwach sei.

Ohne Sorgen allerdings war der Herr der Zahlen in Goldbach nicht. Vor allem zwei Aspekte bereiteten ihm Kopfzerbrechen. Zunächst zu nennen sind die Kosten für Strom und Gas. Noch vor Beginn des Herbsts sind 95,5 Prozent des dafür eingeplanten Geldes bereits ausgegeben. Momentan spielt dabei noch nicht einmal die aktuelle Preissteigerung durch den Ukraine-Konflikt, sondern der coronabedingte Mehrverbrauch die ausschlaggebende Rolle.

Ein düsteres Szenario zeichnete Wachter für die Entwicklung der Stromkosten: Bislang habe die Gemeinde sechs Cent pro Kilowattstunde bezahlt, nun belaufe sich ein Angebot des E-Werks für den künftigen Vertrag auf 42 Cent pro Kilowattstunde. Das sei eine Steigerung um 700 Prozent, stellte der Kämmerer fest und hoffte auf deutlichen Nachlass. Mit einer Verdreifachung werde in jedem Fall gerechnet. Schon deswegen sollen in der Sitzung im September Sparmaßnahmen ausgelotet werden. Beleuchtungen auszuschalten oder die Wassertemperatur im Schwimmbad zu senken sind hierbei im Fokus.

Außerdem fürchtete Wachter, dass die Außenstände steigen werden. »Die Kurve der Finanzkraft geht in einer breiten Schicht nach unten«, hat er beobachtet. Nach oben gehen hingegen die Kosten für Kredite. »Die Belastung wird durch steigende Zinsen zunehmen, auch das ist ein Problem«, konstatierte der Kämmerer. Im Moment allerdings sei ein Nachtragshaushalt nicht nötig.

Gemeinderat in Kürze

GOLDBACH. Die folgenden Themen haben den Goldbacher Gemeinderat am Freitagabend ebenfalls beschäftigt:

Budget-Halbjahresberichte: Bürgermeisterin Sandra Rußmann (FWG) zeigte sich recht zufrieden. »Große Ausreißer gibt es bei keinem Budget«, sagte sie. Auch in diesem Jahr haben die kommunalen Betriebe Goldbachs wieder ein Budget, mit dem sie haushalten können und sollen, wobei sich Feuerwehr, Schule, Kindergarten, Forstwirtschaft, Bauhof und Bäderbetriebe alles in allem auf Kurs befinden. Schwierigkeiten sah Kämmerer Heiko Wachter allenfalls bei der Bewirtschaftung von Gebäuden aufgrund der in schwindelerregende Höhen steigenden Gaspreise. Außerdem stellte er beim Schwimmbad einige Abweichungen fest, da hier noch die Erfahrungen mit der sanierten Einrichtung fehlen. Als sehr positiv benannte Rußmann in diesem Zusammenhang den Besucherzuspruch. So habe man, berichtet sie, weitaus mehr Dauerkarten verkauft als ursprünglich angenommen. Bereits zu Beginn des Augusts überstiegen die bisher erzielten Einnahmen die eingeplanten Zahlen für das komplette Jahr.

Rauchfreies Schwimmbad: An den beiden Eingängen des Waldschwimmbads werden zeitnah Schilder angebracht, die auf ein grundsätzliches Rauchverbot hinweisen. Zur Zigarette darf dann nur noch in drei Bereichen, nämlich auf dem Kiosk-Areal, im Südosten und Südwesten der Liegewiese gegriffen werden. Hier sollen ebenfalls Hinweistafeln die Bereiche begrenzen. Dem zugrunde liegt ein Antrag der Frauen-Union. CSU-Gemeinderätin Maria Maidhof sagte dazu: »Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden.«

Gebührenordnung: Als komplett neu und alle gleich behandelnd beschrieb Bürgermeisterin Rußmann die überarbeitete Gebührenordnung für die Nutzung von öffentlichen Flächen durch Dritte. Hierunter sei etwa das Aufstellen eines Marktstandes oder eine Außengastronomie auf öffentlichem Grund zu verstehen. Im Gremium entwickelte sich eine muntere Diskussion, die vor allem die Fragen aufwarf, wie unterschiedliche Nutzungen zu bezahlen seien und ob eine Gebühr auch lockenden Charakter haben solle. am

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