Eine Alternative zu geschlossenen Kitas

Kinderbetreuung: "Flexi 24" soll berufstätige Eltern entlasten - Start im nächsten Jahr geplant - Jugendamt sucht Betreuer

Aschaffenburg
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Mit dem in Würz­burg er­prob­ten Mo­dell "Fle­xi 24" will auch die Stadt Aschaf­fen­burg El­tern mehr Be­t­reu­ungs­mög­lich­kei­ten für Kin­der bie­ten.

Das Problem ist altbekannt: Wer früh zur Arbeit muss oder spät zurückkommt, wer Schicht arbeitet oder auch am Wochenende gefordert ist, kann für seinen Nachwuchs nicht auf Kindertagesstätten zurückgreifen. "Wir möchten diesen Müttern und Vätern ein flexibles Betreuungsangebot unterbreiten", erklärte Bürgermeisterin Jessica Euler (CSU), die zuständige Sozialreferentin, im Jugendhilfeausschuss des Stadtrates. Die Betreuung soll für die Kinder in der elterlichen Wohnung stattfinden. "Wir wollen keine Betreuungsstätten vor sechs Uhr öffnen. Für Kinder ist es auch wichtig, dass sie dabei in ihrer gewohnten Umgebung bleiben können." Zudem soll das Angebot ergänzend neben den "klassischen Einrichtungen" stehen, nicht als Konkurrenz.

Familien oder Alleinerziehende müssen, wenn das Programm einmal läuft, gegenüber der Stadt ihren Bedarf nachweisen, beispielsweise durch Dienstpläne oder Bestätigungen des Arbeitgebers. Die Kommune vermittelt dann eine entsprechende Betreuung. Dabei handelt es sich nicht unbedingt um ausgebildete Erzieher oder Erzieherinnen. Euler: "Es ist nicht wichtig, immer hundertprozentige Vollzeitpädagogen zur Verfügung zu haben."

Beispiel Würzburg: Dort seien es viele Studenten, die sich für die Tätigkeit gemeldet hätten. Für die Aufgabe wird die Stadt daher um (volljährige) Personen werben, die "Kinder verstehen, Freude und Erfahrung im Umgang mit ihnen haben, Zeit für eine regelmäßige und kontinuierliche Betreuung haben und zu außergewöhnlichen Zeiten zur Verfügung stehen." Das Jugendamt wird alle Interessenten prüfen und schulen.

Wie sieht es mit den Kosten aus? An der Gebührenordnung arbeitet das Rathaus noch. Grundlage soll das Bruttoeinkommen des vorigen Jahres sein. Würzburg hat sich für ein gestaffeltes Modell entschieden. Bis zu einem Jahreseinkommen von 35.000 Euro müssen Mütter und Väter nichts bezahlen, dann steigt der Beitrag stufenweise bis zu zehn Euro für eine Stunde bei einem Verdienst von über 80.000 Euro. An ein ähnliches Konzept ist auch in Aschaffenburg gedacht. Die Betreuer bekommen in der Domstadt je Stunde zehn Euro ausbezahlt, im Herbst soll der Betrag auf zwölf Euro steigen. Mit der Abrechnung haben die Eltern nichts zu tun. Die Betreuer werden per Honorarvertrag bei der Stadt angestellt und bekommen von dort ihr Geld. Für Aschaffenburg könnten nach einer ersten Berechnung Kosten in Höhe von 60.000 Euro anfallen.

Im Laufe des kommenden Jahres, so hofft Euler, kann das Programm starten. Allerdings möchte die Bürgermeisterin die Unternehmen weiterhin in die Pflicht nehmen. Deren Aufgabe sei es, für familienfreundliche Arbeitszeiten zu sorgen, um Beruf und Familien besser vereinbaren zu können - unabhängig von "Flexi 24", das in Aschaffenburg möglicherweise nicht so heißen soll. "Wir überlegen uns einen anderen Namen."

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