Ein »großartiges Gemeinschaftswerk«

Einzelhandel: Wiesener Dorfladen offiziell eröffnet - Arbeitskreise beweisen Engagement - In zwei Monaten umgestaltet

Wiesen
3 Min.

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Bevor Pfarrer Pavel Anishchyk (rechts) die Wiesener Bürger und ihren neuen Dorfladen gestern Nachmittag mit Weihwasser segnete, war er noch schnell einkaufen. Stolz präsentierte er dann ein Fläschchen Streuobstlikör, hergestellt von einem regionalen Erzeuger. BürgermeisterGerhard Büdel (links) und die Dorfladen-Geschäftsführerin Anje Elsesser (zweite von links) freuten sich mit.
Foto: Doris Pfaff
Sehr gro­ßen Zu­spruch fin­det bis­lang der neue Wie­se­ner Dor­f­la­den, der ges­tern nach ein­wöchi­gem Pro­be­lauf of­fi­zi­ell er­öff­net wur­de. Am Nach­mit­tag ist das Er­eig­nis auf dem La­den­ge­län­de mit zahl­rei­chen Gäs­ten ge­büh­r­end ge­fei­ert wor­den. Die mu­si­ka­li­schen Zu­ta­ten lie­fer­te der Mu­sik­ve­r­ein Har­mo­nie Wie­sen.
Pfarrer Pavel Anishchyk segnete das Geschäft mit Weihwasser. Grußworte sprachen die Geschäftsführerin der Dorfladen-Unternehmensgesellschaft (UG) Anje Elsesser, und Bürgermeister Gerhard Büdel.
Räume zur Verfügung gestellt
Zum Jahresende 2012 hatte in der Spessartgemeinde an der Ecke Aschaffenburger Straße/Hauptstraße das letzte Lebensmittelgeschäft, das bis dahin von Reinhold Elsesser und seiner Frau Irene betrieben wurde, geschlossen (wir berichteten). Dass nun hier ein Dorfladen eingerichtet werden konnte, ist in erster Linie auch ihnen zu verdanken. Die Elsessers stellten die umgebauten Räume bis auf weiteres zur Verfügung.
Gleichwohl engagierten sich seit etwa zwei Jahren hauptsächlich auf Initiative des Bürgermeisters verschiedene Dorferneuerungs- und Dorfladenarbeitskreise für die neue Einrichtung. Es sei ein »großartiges Gemeinschaftswerk«, dass nun nur binnen zweier Monate das vorherige Gemischtwarengeschäft völlig umgestaltet und neu eingerichtet werden konnte, dankt Anje Elsesser allen Helfern und örtlichen Firmen, die sich durchweg ehrenamtlich und kostenlos eingebracht haben.
Name ist Programm
Als federführende Organisatoren und Koordinatoren nennt sie dabei Werner Elsesser, Gebhard Fleckenstein und Robert Amberg. Der aus zwei Begriffen zusammengesetzte Name des neuen Geschäftes » Unser Dorf, der Laden für Alle!« ist Programm, betont die Geschäftsführerin weiter. Denn diese Idee finde man nicht nur im Logo des Dorfladens, diese Idee sei auch durch die gewaltige Unterstützung der Wiesener Bewohner in den letzten Monaten gelebt worden. Der Dorfladen sei ein gelungenes Projekt, das sich bewähren werde, zeigt sich Elsesser, eine ausgebildete Hotelfachfrau, zuversichtlich. Doch dazu gelte es, in den nächster Zeit kostendeckend zu arbeiten. Die Dorfladen-UG habe derzeit 211 Anteilseigner aller Altersgruppen, berichtet die Geschäftsführerin. Das eingelegte Kapital muss zunächst ausreichen, um die Anfangskosten wie Einrichtung und Grundausstattung zu finanzieren, weiß Bürgermeister Gerhard Büdel.
Auf Mittel aus dem Dorferneuerungsprogramm kann die Gemeinde nicht zurückgreifen. 100 000 Euro für einen Dorfladen stellte das Amt für ländliche Entwicklung nämlich nur in Aussicht, wenn neu gebaut werde, teilt Büdel mit, der die jetzt geschaffene Einrichtung nur als »Zwischenlösung« bezeichnet. Im Wiesener Investitions- und Haushaltsprogramm der kommenden Jahre ist der Bau eines Bürgerzentrums inklusive Dorfladen mit Kosten von 800 000 Euro eingestellt, das auf dem bislang noch anderweitig genutzten gemeindeeigenen Gelände gegenüber dem Dorfladen entstehen könnte. Dem nun eingeweihten Laden kam es indes auch zugute, dass unlängst ein Dorfladen in Gmund am Tegernsee dicht machte. Die Wiesener konnten daraus Einrichtungsteile, darunter die Warenregale, erwerben. Wie Unternehmensberater Wolfgang Gröll, der die Übernahme vermittelte, unserer Zeitung berichtete, gehört der Gmunder Fall zu den wenigen Läden, die in den letzten Jahren schließen mussten. Ein Teil des Personals sei dort überfordert gewesen, heißt es.
Zeitschriften, Wurst und Kaffee
Das soll dem Wiesener Dorfladen nicht passieren. Vier motivierte Frauen finden darin Arbeit. Die Leiterin des Wiesener Dorfladens ist Elfi Steinle. Die 50-Jährige war zuvor 14 Jahre lang Leiterin des Schleckermarktes in Frammersbach. Wie ihre Mitarbeiterinnen Melanie Griebel, Barbara Hilscher und Monika Hölperl aus Wiesen freut sich Steinle sehr über ihr neues und abwechslungsreiches Betätigungsfeld im Dorfladen. Dort können die Kunden nun wieder »Dinge des täglichen Bedarfs«, Zeitschriften und regionale Produkte wie auch Wurst und Käse einkaufen und an der Kaffee-Ecke gar eine echte »Wiesener Dorfladenmischung« genießen. Doris Pfaff
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