Drei Quadratmeter für die Kunst

Kultur: Die kleinste Galerie Aschaffenburgs ist eine Aufzug-Kabine im Brentano-Viertel

Aschaffenburg
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Künstlerin Brigitte Heitmann-Jüls hat im Aufzug ihres Hauses die kleinste Galerie Aschaffenburgs gegründet. Foto: Björn Friedrich
Foto: Björn Friedrich
Künstlerin Brigitte Heitmann-Jüls hat im Aufzug ihres Hauses die kleinste Galerie Aschaffenburgs gegründet. Foto: Björn Friedrich
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Künstlerin Brigitte Heitmann-Jüls hat im Aufzug ihres Hauses die kleinste Galerie Aschaffenburgs gegründet. Foto: Björn Friedrich
Foto: Björn Friedrich
Die­se Kunst ist im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes »er­he­bend«. Mit et­wa drei Quad­r­at­me­tern Aus­stel­lungs­fläche dürf­te der Per­so­nen­auf­zug im Aschaf­fen­bur­ger Bren­ta­no­vier­tel die »Kleins­te Ga­le­rie Aschaf­fen­burgs« sein. So be­zeich­net die Künst­le­rin Bri­git­te Heit­mann-Jüls den Auf­zug ih­res Hau­ses, der ihr seit drei Jah­ren als Aus­stel­lungs­raum di­ent.

Viel Platz ist hier nicht. Jeweils nur ein Motiv ist in der Metallkabine des Neubaus zu sehen, in dem neun Parteien wohnen. Begleitet ist der Ausstellungsbesuch von Vogelgezwitscher, das über den Bewegungsmelder einer »Zwitscherbox« ausgelöst wird.

Sie habe nach einer Möglichkeit gesucht, ihre Bilder zu präsentieren, erzählt die 69-jährige Malerin. Vor ihrem Ruhestand war die Aschaffenburgerin 42 Jahre lang Förderschullehrerin an der Comenius-Schule. Auch dort habe Kreativität eine große Rolle gespielt. Unter anderem habe sie Kunst-Gruppen mit geistig behinderten Kindern geleitet, was sie immer als »sehr inspirierend« empfunden habe. Heute suche sie Anregungen vor allem bei Ausstellungsbesuchen und im Kontakt mit befreundeten Künstlern. Beides sei schwierig in Corona-Zeiten.

Als Brigitte Heitmann-Jüls vor etwa drei Jahren erstmals eines Ihrer Bilder mit Doppelklebeband in der kleinen Aufzugkabine befestigte, sei dies auf große Resonanz in der Hausgemeinschaft gestoßen, erzählt sie. Auch Hausbesucher und der Postbote zeigten sich begeistert. Die Eröffnung habe sie damals mit ihrem Mann gefeiert. »Wir sind mit einer Proseccoflasche rauf und runter gefahren. Es war ein Mordsspaß.«

Die positiven Rückmeldungen seien motivierend und ermutigten sie weiterzumachen. Sogar der Verkauf eines Bildes habe sich schon ergeben. Etwa einmal im Monat gebe es einen Ausstellungswechsel. Stilistisch sind ihre Acrylarbeiten auf Leinwand zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion angesiedelt. Ihr Oeuvre umfasst Landschaftsmotive, Blumenbilder und abstrakte Werke, aber sie verarbeite in ihrer Kunst auch komplexe Themen wie die gespaltene Gesellschaft oder die Flüchtlingssituation. Die aktuelle Arbeit ist eine Collage, die an das Beethoven-Jubiläumsjahr 2020 erinnert. Außerdem sind ihre Bilder derzeit in einem Geschenkladen in Johannesberg zu sehen, der wegen des Lockdowns allerdings lange geschlossen war.

Wer sich für die laufende Ausstellung interessiert, könne gerne einen Blick auf die laufende Asstellung werfen und unter brigittejuels@t-online.de einen Besuchstermin vereinbaren.

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