Dorfladen Gailbach endgültig gestorben

Raiffeisenbank:Automaten-Aus in Rottenberg, neue Geräte in Bahnhof und Strietwald - »Weitere Maßnahmen«

Aschaffenburg
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Die bereits geschlossene Raiffeisenbank-Filiale in Gailbach wird verkauft, der Automat ebenfalls aufgegeben - weil das Projekt Dorfladen gestorben ist. Foto: Gregor
Foto: Stefan Gregor
Die Raif­fei­sen­bank Aschaf­fen­burg will ih­re Fi­lia­le im Stadt­teil Gail­bach ver­kau­fen, den Au­to­ma­ten sch­ließt sie be­reits zum 1. Ok­tober. Da­mit ist das Pro­jekt Dor­f­la­den end­gül­tig ge­schei­tert:

Eine örtliche Initiative hatte bis zum Sommer versucht, einen genossenschaftlich geführten Nahversorger in der bereits vor gut einem Jahr geschlossenen Raiba-Geschäftsstelle einzurichten - vergeblich.

»An der Raiffeisenbank lag es wirklich nicht«, betont einer der Dorfladen-Initiatoren, der Gailbacher Vereinsringvorsitzende und CSU-Stadtrat Gerald Otter: Das Gebäude wäre ideal für einen Dorfladen Mieter gewesen, und die Bank wäre dem Projekt »finanziell enorm« entgegengekommen. Doch die Idee eines Dorfladens sei schlicht »an den Gailbachern selbst« gescheitert.

Nur 52 Anteilseigner

Zwar hätten viele der 1700 Einwohner im Stadtteil einen Dorfladen »gut« gefunden. Aber für eine Umsetzung hätten wenigstens rund 200 von ihnen einen genossenschaftlichen Anteil in Höhe von jeweils 250 Euro zeichnen müssen - nur 52 taten dies laut Otter. Im Sommer habe sich das Scheitern des Projekts abgezeichnet.

Insofern ist es wenig überraschend, dass die Raiffeisenbank, die vor einer Fusion mit der Volksbank steht, im Zuge einer schon seit geraumer Zeit laufenden marktbedingten Flurbereinigung des Filial- und Automatennetzes künftig in Gailbach nicht mehr sichtbar vertreten sein wird: Nachdem sie ihre Filiale in der Dörrmorsbacher Straße Ende Juli vergangenen Jahres schloss und die Mitarbeiter samt Kunden nach Schweinheim gelotst hatte, wird sie nun auch den Geldausgabeautomaten und Kontoauszugsdrucker aufgeben - der in einem Dorfladen wohl eine Art Bestandsgarantie gehabt hätte. In einer am Donnerstag verbreiteten Erklärung des Geldinstituts heißt es, da man keinen Mietinteressenten gefunden habe, stehe das Haus nun zum Verkauf.

Am 5. November Schluss

Wie aus der Mitteilung der Bank weiter hervorgeht, wird auch die SB-Geschäftsstelle in Hösbach-Rottenberg geschlossen: zum 5. November. Die klassische, mit Mitarbeitern besetzte Filiale dort war erst zum 1. Juni 2017 in einen Automatenstandort umgewandelt worden. Nun laufe der Mietvertrag aus. Mit diesem und weiteren Schritten passe man das Angebot »weiter an die Bedürfnisse der Kunden« an.

Die Bank, die sich vergangenes Jahr angesichts einer Reihe von Filialschließungen und -umwandlungen in SB-Geschäftsstellen Kritik ausgesetzt sah, kündigt »weitere Maßnahmen« an: Derzeit liefen Gespräche zwischen Vertretern, Geschäftsleitung und Aufsichtsräten. Vertreter könnten bis Ende September Vorschläge einreichen. Es gilt angesichts der Marktlage als sicher, dass weitere Filialen schließen und dafür das digitale Angebot ausgebaut wird.

In Hösbach-Bahnhof (Geschäftsstelle verkauft im Dezember 2017) und Aschaffenburg-Strietwald (Filiale seit Sommer 17 zu, Immobilie steht zum Verkauf) entstehen allerdings neue Geldautomaten: Bis Ende des Jahres, so die Raiffeisenbank, werde ein SB-Gerät »in unmittelbarer Nähe« des Hösbacher Bahnhofs installiert - und ein weiterer auf einem Parkplatz an der Ecke Daimlerstraße/Maybachstraße im Strietwälder Gewerbegebiet.

JhR
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