Die Sanierungspläne abgespeckt

Kirche: Die evangelische Gemeinde Alzenau ist mit dem Bauprojekt Dietrich-Bonhoeffer-Haus fast am Ziel

Alzenau
2 Min.

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Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Peter und Paul Alzenau hat im Jahr 2017 ihr 100-jähriges Bestehen gefeiert. Es sollte das Jahr einer grundlegenden Sanierung werden: Man hatte vor, das Dietrich-Bonhoeffer-Haus zu renovieren und behindertengerecht umzugestalten. Diese Pläne wurden vor vier Jahren von Pfarrer Johannes Oeters im Gespräch mit unserer Redaktion genannt. Das Bonhoeffer-Haus spielt im gemeindlichen Leben eine zentrale Rolle, zahlreiche Gruppen nutzen die Räume für ihre Treffen.

Barrierefreiheit war kein Thema

Beim Bau in den 70er-Jahren war das Thema Barrierefreiheit offenbar untergeordnet: Es fehlt eine Behindertentoilette und ein Aufzug, damit auch die Räume im unteren Geschoss von Gehbehinderten genutzt werden können.

2017 tat sich am Gebäude nichts. Auch nicht in den beiden Folgejahren. Pfarrer Oeters berichtete zwischenzeitlich von dem schwierigen kircheninternen Genehmigungsverfahren. Seine Hoffnung, man könnte im Sommer 2019 ein renoviertes Bonhoeffer-Haus beziehen, zerschlug sich in der Folgezeit.

Nun aber scheint die endgültige Weichenstellung gelungen. Unter dem Titel »Die Würfel sind gefallen« berichtet Johann Kugler aus dem Kirchenvorstand in der jüngsten Ausgabe des »Kirchenboten« vom Stand der Dinge. Die zentrale Botschaft ist: Die Umbau- und Renovierungspläne wurden deutlich abgespeckt, »nachdem Ende November 2019 seitens der Landeskirche klare Rahmenbedingungen für das Kostenvolumen und die Darlehensaufnahme genannt worden sind«, wie Kugler sagt. So sei der gewünschte Aufzug den wirtschaftlichen Zwängen »geopfert« worden. Realisiert werde hingegen folgendes Programm: Neue Toiletten und eine neue Küche, neue Fenster und eine neue Dachdämmung.

Abriss verhindert

In »sehr konstruktiver Zusammenarbeit« mit der Architektin werden des Weiteren eine schalldichtere Faltwand zwischen den Sälen, eine Aufhellung der Decken und der Umbau des Kaminzimmers in einen Multifunktionsraum eingeplant, listet Johann Kugler in seinem Beitrag auf. Erfreulich sei, dass der Abriss des alten Jugendheims verhindert werde. Die Landeskirche hatte einst den Abriss gefordert, weil es auf Dauer zu teuer sei, alle ihre Gebäude in Alzenau zu unterhalten.

Kosten: fast 450 000 Euro

Die aktuelle Finanzplanung beinhaltet Kosten von knapp 450 000 Euro, die seien durch Rücklagen, ein Darlehen und Zuschüsse gedeckt, eine Lücke von noch 8000 Euro will man mit Spenden in der Gemeinde aufbringen. Zudem sind Freiwillige aufgefordert, bei bestimmten Arbeiten (wie dem Entfernen alter Fliesen) mit anzupacken. Johann Kugler gibt sich mit dem Kirchenvorstand »recht zuversichtlich«, dass die Landeskirche dem Bauprogramm zustimmt, »da die vorgegebenen Eckpunkte eingehalten wurden und die zuständigen Stellen der Landeskirche vorab informiert waren«. Die Genehmigung käme zu einem »kleinen« Jubiläum: Am 8. November (Tag der Eröffnung) ist das Bonhoeffer-Haus 45 Jahre alt.

Hintergrund: Namensgeber wurde vor 75 Jahren hingerichtet

Dietrich Bonhoeffer wurde 1906 in Breslau geboren. Vor 75 Jahren, am 9. April 1945 (nur einen Monat vor Kriegsende), wurde er auf Befehl Adolf Hitlers als einer der letzten NS-Gegner, die mit dem Attentat vom 20. Juli 1944 in Verbindung gebracht wurden, im Konzentrationslager Flossenbürg hingerichtet. Bonhoeffer zählte zu den großen lutherischen Theologen des 20. Jahrhunderts . »Er war ein profilierter Vertreter der Bekennenden Kirche und als solcher am Widerstand gegen den Nationalsozialismus beteiligt«, heißt es anlässlich des 75. Todestages im Alzenauer evangelischen »Kirchenboten«. Bonhoeffers Briefe aus seiner gut einjährigen Haftzeit »gehen in die Geistesgeschichte des 20. Jahrhunderts ein«. ()

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