Neuer Kunstverein Aschaffenburg: Neue Stuktur in der Pandemie

Die Digitalisierung des Hauses vorangebracht

Aschaffenburg
2 Min.

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Knallbunte Bilder sind in der Ausstellung Großstadtsymphonie zu sehen.
Foto: NKV
Die Vorsitzende des Neuen Kunstvereins Elisabeth Claus (links) und die geschäftsführende Leiterin Iris Solbès haben den NKV auf eine breitere Basis gestellt. Foto: Stefan Gregor
Foto: Stefan Gregor
Der Neue Kunst­ve­r­ein Aschaf­fen­burg (NKV) hat die Pan­de­mie­zeit ge­nutzt, um die Or­ga­ni­sa­ti­on des Ve­r­eins und sei­nes Aus­stel­lungs­hau­ses Kunst­lan­ding auf neue Fü­ße zu stel­len. Seit Ja­nuar steht Iris Sol­bès als ge­schäfts­füh­r­en­de Lei­te­rin dem eh­renamt­li­chen Vor­stand um Ve­r­eins­vor­sit­zen­de Eli­sa­beth Claus zur Sei­te. »Die Ve­r­eins­struk­tur bleibt die al­te, aber die Ar­beit wur­de pro­fes­sio­na­li­siert«, er­läu­tert Claus im Ge­spräch mit der Re­dak­ti­on. Da­mit fol­ge der NKV dem Mo­dell an­de­rer Or­ga­ni­sa­ti­on wie dem Frank­fur­ter Kunst­ve­r­ein.

Die Vorstandsmitglieder seien in ihrer jüngsten Sitzung zu dem Schluss gekommen, dass eine Entlastung des Vorstands durch eine geschäftsführende Leitung sinnvoll ist, so Claus weiter, die dem Verein seit der Gründung vor 30 Jahren ehrenamtlich als Vorsitzende vorsteht. »Es leitet auch einen Generationswechsel ein«, sagt die mittlerweile über 70-jährige Claus.

Für sie sei die 50-jährige Iris Solbès eine Idealbesetzung. Als langjähriges Vorstandsmitglied besitze die neue Geschäftsführerin viel Erfahrung in der Arbeit des NKV. Auch die Digitalisierung und die Online-Präsenz des NKV würden mit der in Kulturmedien versierten Solbès intensiviert. Bereits im vergangenen Jahr habe sie die Digitalisierung des Hauses vorangetrieben, nicht zuletzt dank der finanziellen Hilfe des Bundesförderprogramms Neustart Kultur. »Wir waren in Aschaffenburg die ersten, die ihr Programm digital präsentierten«, sagt Claus.

Der NKV habe alle seine Ausstellungen während des Lockdowns auch im Internet angeboten. Dazwischen habe es immer kleine Zeiträume gegeben, in denen der Besuch vor Ort möglich gewesen sei. Die Möglichkeiten, Ausstellungen wieder besuchen zu können, werde von den Besuchern begeistert aufgenommen, berichtet Solbès. »Die Leute sind ausgehungert. Ein Ausstellungsbesuch im Internet führt halt nicht unbedingt zu einem Dialog.« Die Bedingungen für die Einhaltung der Hygiene-Bestimmungen seien gut, 40 Besucher könnten sich im Kunstlanding auf den über 600 Quadratmetern Ausstellungsfläche in den hohen Räumen gut verteilen. In der Pandemie habe man die Eröffnungen als auf den ganzen Tag ausgedehnte Soft-Openings umorganisiert, so Claus.

Der NKV setze künftig auf eine Stärkung der Sozialen Medien. »Man erreicht mit Instagram und Facebook ein breiteres und auch ein neues Publikum«, hat Claus festgestellt. Aber man solle die analoge und digitale Kommunikation gleichermaßen beherrschen. »Ein Teil unseres Stammpublikums ist nicht so netzaffin«, räumt die Vereinsvorsitzende ein. Dennoch habe Corona auch der Digitalisierung im Kunstbereich »einen Riesenschub« gegeben.

Kunst geht online: Wie der Neue Kunstverein Aschaffenburg sein Programm trotz Corona schafft
Quelle: Moni Münch

Das aktuelle Jahres-Programm werde wie geplant umgesetzt. Am 24. Juli werde die Ausstellung »Großstadt Symphonie« eröffnet. Nach der Eröffnung um 18 Uhr ist das Sommerfest geplant. Vom 26.September bis 21. November ist die Schau Ready Ready Made zu sehen. Und vom 3. bis 5. Dezember ist wieder der Weihnachtskunstmarkt geplant, der 2020 nur digital stattfinden konnte. Langfristig hoffe der NKV, dass der Einbau einer Heizung auch das ganzjährige Bespielen des Hauses ermöglicht, so Claus. Noch immer mache der Kunstlanding eine Winterpause.

Aufgrund der neuen Struktur wurde bei der kürzlichen Mitgliederversammlung ein nötiger Wechsel im Vorstand bestätigt. Bis zur Neuwahl im kommenden Jahr rückt Wolfgang Mainardy kommissarisch auf Solbès Posten im Vereinsvorstand, ein weiterer Neuzugang im Vorstand ist die Architektin Martina Fiebrantz, die die auf eigenen Wunsch ausgeschiedene Kunstlehrerin Sabina Grzywacz ersetzt.

Zur Person: Iris Solbès

Die 1970 in Memmingen geborene Iris Solbès (geb. Wrede) wuchs in Johannesberg auf und besuchte das Aschaffenburger Kronberg-Gymnasium. Sie studierte Volkswirtschaftslehre und Psychologie in Frankfurt und Marburg. Parallel dazu gründete sie das Magazin Frizz in Aschaffenburg und Würzburg sowie das Kulturmagazin »Brot & Spiele« in Aschaffenburg. Ab 2008 arbeitete sie für das Medium »Kulturgut« des Würzburger Kulturamts, für dpa und baute Medienplattformen in Frankfurt auf. Solbès ist seit 2008 Vorstandsmitglied im Neuen Kunstverein Aschaffenburg (NKV), seit 2015 ist sie stellvertretende Vorsitzende. Mit dem Amtsantritt als geschäftsführende Leiterin des Kunstlanding trat sie aus dem ehrenamtlichen Vorstand aus. ab

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