15.000 Besucher beim "Tag der Franken" in Aschaffenburg

Dialekt, Volksmusik und viel Sonne

Aschaffenburg
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Auch die Jüngsten machten mit beim Tag der Franken in Aschaffenburg: Beim Festzug durch die Innenstadt waren alle Altersgruppen dabei. Foto: Björn Friedrich
Foto: Björn Friedrich
Die hoch­som­mer­li­chen Tem­pe­ra­tu­ren beim Tag der Fran­ken ha­ben die bei­den jun­gen Mäd­chen in Trach­ten­k­lei­dern nicht wei­ter be­küm­mert.

Ausgelassen tanzten sie um die Mittagszeit im Schatten der Bäume der Aschaffenburger Lindenallee mit fliegenden Zöpfen Ringelreihen, während sich um sie herum der Festzug für den Tag der Franken formierte. Ein Bild wie aus einer anderen Zeit.

Wenige Schritte weiter telefonierte ein Herr mit fränkischem Dreispitz mit dem Smartphone. Es waren diese Kontraste von Tradition und Gegenwart, die einen Reiz des Festtags ausmachte, der am Sonntag laut Schätzungen von Kulturamtsleiter Jörg Fabig 15.000 Besucher nach Aschaffenburg lockte.

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Tag der Franken - Trachtenumzug
Foto: Björn Friedrich |  44 Bilder
Eintrag ins Goldene Buch

Am Vormittag hatte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) den Frankentag nach einem ökumenischen Gottesdienst im Aschaffenburger Schlosshof eröffnet. Auch ins Goldene Buch der Stadt trug er sich ein. »Bodenständigkeit, Heimattreue und Gelassenheit«, benannte Söder im Gespräch mit der Redaktion typisch fränkische Eigenschaften. »Die Unterfranken, insbesondere im Raum Aschaffenburg, sind die fröhlichsten Franken«, so Söder weiter. Und: »Franken ist eine der schönsten Regionen der Welt.«

Interview mit Markus Söder beim Tag der Franken in Aschaffenburg
Quelle: Moni Münch

Zu sehen gab es viel beim Festzug und später auf den Bühnen im Schöntal und auf dem Karlsplatz. Eine Gruppe aus Glasofen (Kreis Main-Spessart) etwa stellte einen historischen Hochzeitszug nach. Angeführt vom reich geschmückten »Brautpaar«.

Trachten, Tanz und Temperaturen: So war der Tag der Franken
Quelle: Moni Münch

Auch die Mitglieder des Spessartbunds beteiligten sich am Zug durch die Innenstadt. Später feierten sie im gut besuchten Schönborner Hof das Spessartbund-Fest. Dieses war von einem abwechslungsreichen Bühnenprogramm begleitet.

Foto: Björn Friedrich

Für Farbe sorgten beim Festzug durch die Innenstadt nicht nur die Trachtenvereine, sondern auch die Abteilungen örtlicher Karnevalsclubs.

Selbst das Aschaffenburger Maskottchen, der Maulaff, marschierte mit. Eine Herausforderung stellten nicht nur für den in einen grünen Filzmantel gehüllten Maulaff die Temperaturen nahe der 30-Grad-Marke dar. Um das Bühnengeschehen der Mundart-Stücke auf dem Karlsplatz zu verfolgen, rückten die Zuschauer ihre Stühle in den Schatten des Bachsaal-Gebäudes und unter die Bäume.

Die Sitzreihen in der Sonne blieben leer. Auch die Liegestühle vor der Schöntal-Bühne wurden von den Besuchern in den Schatten der Parkbäume verlegt: Instrumentenkoffer der Musikvereine türmten sich neben den erschöpften Musikanten. Wer einen Auftritt hatte, gab sein Bestes: Volkstanzgruppen führten auf der schattigen Minibühne vor der City-Galerie ihre einstudierten Tänze auf.

Menschen in farbenfrohen Trachten bevölkerten die gesamte Innenstadt. Im Roßmarkt, in der Herstallstraße leuchteten die Farben Rot, Blau und Grün, die sich von den strahlendweißen Blusen abhoben. Blechinstrumente blink-ten in der Sonne.

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Tag der Franken in Aschaffenburg
Foto: Björn Friedrich |  64 Bilder
Erfrischung am Stiftsbrunnen

Erfrischung gab es nicht nur an den Getränkeständen. Auch der Stiftsbrunnen diente den Mitgliedern eines Trachtenvereins der Erquickung. Ein kühler Kopf war am Stand des Unterfränkischen Dialektinstituts gefragt,wo ein Dialekt-Quiz wartete: Dialekt sei ein Stück Heimat, die man nicht verleugnen sollte, betonte dort der gebürtige Nürnberger Oskar Dietrich, ein stolzer Franke. Dass das Sprechen von Dialekt beim Erlernen von Fremdsprachen helfe, sagte auch Monika Fritz-Scheup-lein vom Unterfränkischen Dialektinstitut und verwies auf entsprechende Studien.

Bilder, Blog, Videos unter https://www.main-echo.de/tagderfranken

Tag der Franken: Die Bilanz der Polizei

Aus Sicht der Polizei verlief der Tag der Franken bis zum Nachmittag »ohne relevante Störungen«.

Nach Angaben von Pressesprecher Michael Zimmer seien beim Festakt und Festzug rund 1600 Gäste gewesen. Gegen eine Person werde ermittelt wegen des Verdachts der Beleidigung. Sieben Autos mussten abgeschleppt werden, weil sie im Bereich des Zugweges trotz Verbotes geparkt hatten. (rbb)

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