Dettingens heimliche Ortsdurchfahrt ist wieder frei

Verkehr: Friedensstraße nach 20-wöchiger Runderneuerung fertig - Aufwendige Kanalarbeiten - 690.000 Euro

Karlstein a. Main
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Untergrund und Oberfläche neu, breitere Gehwege und klare Grenzen: Nach der Sanierung wird der 150 Meter lange Abschnitt der Friedensstraße zwischen Franken- und Hahnenkammstraße seiner Funktion gerecht. Foto: Karin Klemt
Foto: Oliver und Karin Klemt
Rund 20 Wo­chen lang war die heim­li­che Ort­s­ein­fahrt ge­sperrt und hat so man­chen Be­woh­ner im al­ten Det­tin­gen Ner­ven ge­kos­tet. Seit Mitt­woch ist die Frie­dens­stra­ße wie­der frei und so gut wie neu.

Erleichtert zeigten sich beim formlosen Neustart um die Mittagszeit nicht nur Anlieger, sondern auch die Sanierer und Bürgermeister Peter Kreß (FDP).

Selten nämlich bekommen es seine Ingenieure nach Worten von Planer Harald Klug bei Straßen- und Kanalsanierungen mit derartigen Herausforderungen zu tun. Wohl nirgendwo sonst in Karlstein lägen derart viele Leitungen im Untergrund, glaubt Klug - allein drei verschiedene Kanalsysteme, von denen eines, der Regenwasserabfluss in den nahen Forchbach, mit Filterpatronen in den Gullis nachzurüsten war.

Weitere Abflussrohre und die über 60 Jahre alte Wasserleitung unter dem rund 150 Meter langen Abschnitt zwischen Franken- und Hahnenkammstraße haben die Bautrupps seit Anfang Februar komplett ersetzt, laut Bauleiter Engin Yaldar unter anderem die Hauptversorgungsleitung für den Dettinger Ortskern. An der Oberfläche ziehen durchgängige Bordsteine klare Grenzen zwischen Asphalt-Fahrbahn und Pflaster-Gehwegen. Zumindest einseitig haben Fußgänger durchgehend mindestens 1,50 Meter in der Breite Platz. Die vorher mit Schildern improvisierte Engstelle zwischen dem Gasthaus Stehkragen und dem Dorfplatz ist jetzt in Form zweier fünf Meter langer, je einen Meter breiter Pflanzbeete fest eingebaut.

Dieser Ausbau wird aus Sicht von Planer Klug und Rathauschef Kreß, dessen Gemeinderat das Konzept vor rund einem Jahr mehrheitlich gebilligt hatte, der oft unterschätzten Funktion der unscheinbaren Erschließungsstraße gerecht. Besonders morgens und abends herrsche dort reger Auto- und Fahrradverkehr zum nahen Bahnhof, so Kreß. Linienbusse nutzen die Friedensstraße ebenso wie viele Lieferanten und nicht zuletzt Schüler auf dem Weg zur Grundschule oder zum Zug. Zudem gebe es zwischen den Siedlungen jenseits der Frankenstraße und dem Ortskern einen stetigen, wenn auch nicht spektakulären Radler- und Fußgängerstrom, hat Klug beobachtet.

Stolz zeigten sich der Fachplaner, der Bürgermeister und Bauunternehmer Wolfgang Engelhaupt, dass ihre Baustelle trotz mancher Widrigkeiten drei Wochen vor dem Planziel Ende Juli fertig geworden ist. Die voraussichtliche Baukostensteigerung, derzeit unter Krisen-Vorzeichen überall Thema, hält sich nach aktueller Einschätzung von Harald Klug in Grenzen: Statt 660.000 Euro, vor über einem Jahr kalkuliert, dürften demnach wohl 690.000 Euro in der Schlussrechnung stehen.

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