Das richtige Leben - nur krasser

Veröffentlichung: "Hohler Chaussee" auf CD - 21 Mundart-Kolumnen von Susanne Hasenstab als Hörspiel - 9,90 Euro

ALZENAU/SAILAUF-EICHENBERG
2 Min.

Kommentieren

Sie müssen sich anmelden um diese Funktionalität nutzen zu können.

Das richtige Leben - nur krasser
Lästern im schönsten Kahlgrund-Dialekt: Emil Emaille, Tanja Bandhauer, Stefan Fuchs und Autorin Susanne Hasenstab (von links) beim Aufnehmen der "Hohler Chaussee" im Eichenberger Tonstudio Dreamland. Ab heute ist die Main-Echo-CD erhältlich - für 9,90 Euro (inklusive Lachgarantie).
Foto: Harald Schreiber
Das richtige Leben - nur krasser
40551208_img03
Foto: Harald Schreiber
Das richtige Leben - nur krasser
40551208_img04
Foto: Harald Schreiber
Das richtige Leben - nur krasser
40551208_img05
Foto: Harald Schreiber
Das richtige Leben - nur krasser
40551208_img06
Foto: Harald Schreiber
Der Vater hat zu viel Glühwein intus, die Oma meckert über die geschmacklos herben Dinkelplätzchen, und die Enkelin Angelina nölt in höchsten Tönen herum, weil das geschenkte Geld für die gewünschte Brustoperation nicht reicht: Na dann fröhliche Weihnachten!
Lästern im schönsten Kahlgrund-Dialekt: Emil Emaille, Tanja Bandhauer, Stefan Fuchs und Autorin Susanne Hasenstab (von links) beim Aufnehmen der "Hohler Chaussee" im Eichenberger Tonstudio Dreamland. Ab heute ist die Main-Echo-CD erhältlich - für 9,90 Euro (inklusive Lachgarantie).
Foto: Harald Schreiber
Fans der Main-Echo-Mundart-Kolumne "Hohler Chaussee" kennen die Kurzsatire "Operation Weihnachten" und haben sie vielleicht auch schon als Podcast im Internet angehört (www.main-netz.de). Nun gibt es diesen Titel zusammen mit 20 weiteren auf der CD "Hohler Chaussee" in Hörspielqualität (Spieldauer: 79 Minuten).

Aufgenommen wurde sie im Sommer im Dreamland-Studio von Frank Metzner in Eichenberg. Metzner hat auch die lebensechte Geräuschkulisse gestaltet. Das meiste stammt aus seinem umfangreichen Geräuscharchiv, einiges, wie Schlüsselbundklirren oder das Abstellen der Biergläser in der Kneipe, wurde live produziert. Die humoristischen Vorbilder der Autorin Susanne Hasenstab (24) aus Aschaffenburg, die in Frankfurt Romanistik und Skandinavistik studiert, sind Loriot und der Laufacher Kabarettist Norbert Meidhof.

Anastasia-Cheyenne und Mai Hem Susanne Hasenstab ist natürlich auch unter den Sprechern: Sie leiht ihre Stimme zum Beispiel der motzfreudigen Schülerin Anastasia-Cheyenne, der devoten Asiatin Mai Hem oder der renitenten Oma, die genau weiß, an welchen Merkmalen eines Grundstückes man erkennt, dass dort "unsauwere Leut" wohnen.

Main-Echo-Redakteur Stefan Fuchs schlüpft in die Rollen des cholerischen, von seiner Gattin geplagten Autofahrers, des gehässigen Glascontainer-Spanners Alfons oder des bestens über "den Ding" informierten Stammtischbruders Willi - wobei er die Vorlieben, Rituale und Schwachstellen seiner Geschlechtsgenossen auf liebenswert-verschrobene Art aufs Korn nimmt. Kaufmann Emil Emaille aus Omersbach verkörpert einen gefräßigen Familienvater, der zu ungewöhnlichen Methoden greifen muss, um trotz des Regiments seiner gesundheitsbewussten Ehefrau richtig satt zu werden. Und er verleiht seine Stimme Holger, dem aus Hannover zugezogenen Gartenfreund, der selbst die rabiatesten Kahlgründer Methoden der Schädlingsbekämpfung in den Schatten stellt.

Lästern im schönsten Kahlgrund-Dialekt: Emil Emaille, Tanja Bandhauer, Stefan Fuchs und Autorin Susanne Hasenstab (von links) beim Aufnehmen der "Hohler Chaussee" im Eichenberger Tonstudio Dreamland. Ab heute ist die Main-Echo-CD erhältlich - für 9,90 Euro (inklusive Lachgarantie).
Foto: Harald Schreiber
"Mädschersüßbabb" Die Karlsteiner Mediengestalterin Tanja Bandhauer ist Anastasia-Cheyennes stoische, wortkarge Freundin Romina, die herrische Ehefrau Notburga mit der Liebestöter-Stimme oder die romantische Desirée, deren noch junge Beziehung daran zerbricht, dass sie ihrem Freund nach dem gemeinsamen Abendessen keinen ordentlichen "Verteiler", sondern nur Melonenlikör, also "Mädschersüßbabb", vorsetzen kann. Wie aus dem richtigen Leben, nur viel, viel krasser, geht es in der "Hohler Chaussee" zu. Die Straße gibt es - wie jeder Kahlgründer weiß - ja wirklich: Der Volksmund bezeichnet so die Verbindungsstraße zwischen Hörstein und dem Mömbriser Ortsteil Hohl. Nur stehen in Wirklichkeit keine Wohnhäuser, sondern Bäume an der Staatsstraße. Die fiktiv dort angesiedelten Typen aber, die im schönsten Dialekt lästern, die kleine Bosheiten, Borniertheiten und Lebensweisheiten austauschen, die lauthals streiten und aneinander vorbeireden: Sie kommen einem schon irgendwie bekannt vor, nicht nur als Kahlgründer Gewächse.

Mini-Dramen ohne Ende Die Geschichten für ihre skurrilen Mini-Dramen "findet" Susanne Hasenstab sprichwörtlich auf der Straße, im Bus, in der Bembel, bei der Verwandtschaft oder beim Metzger. Angst, dass ihr der Stoff einmal ausgehen könnte, hat sie nicht. Ein "Wust von Notizen" warte darauf, abgearbeitet zu werden, und ständig komme Neues dazu. Der alteingesessene Kahlgründer Stefan Fuchs gibt dem Dialekt Woche für Woche den letzten Schliff. Auf der CD spielt er auch Mundharmonika, und Susanne Hasenstab, die im Aschaffenburger Renaissance-Quartett "Cranach-Ensemble" mitwirkt, bläst ins Gemshorn, zum Beispiel, als - nach viel lustvollem Stöhnen - endlich ausgesprochen ist, "was Frauen wirklich wollen".

Ein äußerst amüsantes Weihnachtsgeschenk. Und wer die CD bis ganz zum Schluss anhört, den erwartet eine nicht alltägliche Überraschung? Melanie Pollinger
    
Kommentare

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie angemeldet und Ihre E-Mail Adresse bestätigt sein!


Benutzername
Passwort
Anmeldung über Cookie merken
laden

Artikel einbinden
Sie möchten diesen Artikel in Ihre eigene Webseite integrieren?
Mit diesem Modul haben Sie die Möglichkeit dazu – ganz einfach und kostenlos!