Das Ende der Musterhäuser

Umwelt: Vorbereitungen für Abriss haben begonnen - Alzenauer Fraunhofer-Neubau soll 2019 fertig sein

Alzenau
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FRAUNHOFER ALZENAU, Vorbereitungen für Abriss der Musterhäuser
Foto: Michael Müller
So soll der Neubau in Alzenau im Mai 2019 aussehen. Repro: Archiv
Foto: Stadt Alzenau
Sie ge­hör­ten zum Stadt­bild von Al­zenau: Sc­hö­ne Häu­ser in gepf­leg­ter Um­ge­bung, das In­ne­re im­mer ta­del­los - und nie­mals von spie­len­den Kin­dern in ein Cha­os ver­wan­delt. Ih­re Zeit en­det.
Die früheren Musterfertighäuser der Firma Hebel-Haus an der Ecke Brentano- und Industriestraße erleben ihre letzten Stunden. Das Gelände ist mit Bauzäunen gesichert, am Donnerstag wurde am Bauschild montiert. Der Abriss der ersten Häuser steht unmittelbar bevor.
Große Erwartungen
Von der in Alzenau und Hanau aktiven »Fraunhofer Projektgruppe für Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie IWKS«, so der vollständige Name, wird einiges erwartet. So war beispielsweise in dieser Woche von einem Projekt zu lesen, das vom Bundes-Landwirtschaftsministerium finanziert wird. Demnach sind die Fraunhofer-Wissenschaftler und andere beauftragt, ein Verfahren zu entwickeln, mit dem industriell im großen Stil Phosphatdünger aus Klärschlammasche zurückgewonnen werden soll.
Allgemeine Ziele in Alzenau (und der Fraunhofer-Kollegen in Hanau-Wolfgang) sind es, neue Technologien für das Recyceln wichtiger Rohstoffe zu entwickeln und Ersatzstoffe für knapper werdende oder kritische Rohstoffe zu finden. Die Sache mit dem Phosphat ist ein gutes Beispiel: 75 Prozent der Phosphatreserven konzentrieren sich in Marokko und der Westlichen Sahara - dieses Abhängigkeitsverhältnis will man beenden, zumal die Phosphaterze zunehmend mit Schwermetallen belastet seien. Abhilfe soll das Projekt Phosphorrückgewinnung bringen.
Für die Forschungs- und Entwicklungsarbeit braucht es Platz: Die 2011 von Fraunhofer neben dem Musterhauspark bezogenen Räume reichen für die Umsetzung des ambitionierten Programms nicht aus. Die Stadt Alzenau hatte zu Beginn Fraunhofer zwei Bürogebäude plus Technikumshalle in der Brentanostraße vermietet.
Nach den Abriss- und Fällarbeiten beginnen die Vorbereitungen für einen Neubau nach dem Plan eines Berliner Architekturbüros. Bei der Entscheidung für dessen Entwurf habe die Frage der hohen Funktionalität des Gebäudes vornan gestanden, erklärte Gerhard Sextl bei der Präsentation. Der Professor ist Leiter des Fraunhofer-Instituts für Silicatforschung in Würzburg - es ist das Mutterinstitut für die in Alzenau und Hanau agierende Projektgruppe.
Im Mai 2019 soll das neue Haus in Alzenau betriebsbereit sein. Mit einher geht die Aufstockung des Personals von 25 auf 80. Und: Steht das Gebäude, soll Alzenau mit Hanau auch strukturell aufgewertet werden. Aus der Projektgruppe werde dann ein vollwertiges Fraunhofer-Institut, heißt es.
2400 Quadratmeter Nutzfläche
Die Nutzfläche des Neubaus wird 2400 Quadratmeter betragen, das Haus soll hochwertige Labor- und Technikumsräume, Büros und ein repräsentatives Forum für wissenschaftliche Symposien beinhalten.
Michael Müller
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