Das Dach macht immer noch Probleme

Sport: Welzbachhalle in Großostheim steht seit zehn Jahren - Lange und schwierige Bauzeit - Heute voll ausgelastet

Großostheim
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Vor zehn Jahren wurde der Sportbetrieb in der Welzbachhalle nach vielen Problemen aufgenommen. Ausgezeichnet wurde die Halle wegen ihres Konzepts aus erneuerbaren Energien.
Foto: Hilla
Zehn Jahre ist es her, dass die Großostheimer Sportler in die Welzbachhalle eingezogen sind. Über drei Jahre hatte die Bauzeit gedauert: Sie war gekennzeichnet durch Firmenpleiten, die zu erheblichen Verzögerungen führen.
Angefangen hatte es 1994 mit einem Architekturwettbewerb, den das Darmstädter Architekturbüro Frank Dierks und Partner gewonnen hatte. Ihr Plan wurde aber aus Kostengründen nicht umgesetzt.

Projekt kräftig abgespeckt
Ausgeschrieben war eine dreifache Sport- und eine mit ihr verbundene Kulturhalle. Doch bald zeigte sich, dass nur die Sporthalle verwirklicht werden konnte - die Gesamtkosten hätten bei rund 50 Millionen Mark gelegen.
Bei der Preisvergabe hatte das noch ganz anders geklungen: Damals wurde der Einklang zwischen Sport- und Kulturhalle besonders betont. Beide Bauten sollten mit einer Sportbrücke verbunden werden, in der die Gastronomie untergebracht werden sollte. In der Kulturhalle waren zudem Jugendräume und Kegelbahnen geplant. Die Umsetzung sollte in Bauabschnitten erfolgen, wobei die Sporthalle absoluten Vorrang genoss.
Der erste Spatenstich erfolgte erst über drei Jahre später, im Juni 1997 - sehr zum Ärger der Sportvereine, die Hallen in den benachbarten Gemeinden mieten mussten. Die Bachgauhalle, die bis zur Eröffnung der Welzbachhalle als Mehrzweckhalle gedient hatte, wurde letztlich als Alternative zur Kulturhalle umgestaltet. Doch auch so explodierten die Baukosten auf 14 Millionen Mark.
Vorhänge bleiben geschlossen
Typisch für die Welzbachhalle ist das Sheddach, das nach Süden ausgerichtet und mit Solarkollektoren bestückt ist. Es ähnelt einstigen Fabrikdächern, ist aber mit den steilen Dächern auch der fränkischen Bauweise nachempfunden. Die Halle wurde in den Boden versenkt und oben aus Glas gebaut, um den 800 Zuschauern jederzeit den Blick in die Landschaft zu ermöglichen. Doch Theorie und Praxis klaffen oft weit auseinander, so auch hier. Sowohl Dach als auch Glasfront sollten sich zu Problemzonen entwickeln. Zwei Firmen, die für die Verglasung sorgen sollten, gingen pleite. In der Folge verzögerten sich der Bau und der Aufbau der Sheddächer.
Deren Entwässerung bereitet bis heute sehr große Schwierigkeiten. Vor einem Monat hat es zum ersten Mal in die Halle getropft: Im kommenden Haushalt sind für die Sanierung 50 000 Euro vorgesehen. Auch mit dem Blick in die Landschaft wurde es nichts, denn die Sonne beeinträchtigte - anders als vorhergesagt - den Spielbetrieb enorm, so dass die Vorhänge meistens geschlossen bleiben.
Heute trainieren in der Halle die Boxer des Turnvereins ebenso wie die Badmintonspieler. Besonders freuen sich die Hallenhandballer, die nun nicht mehr in der sehr engen Pflaumheimer Halle spielen müssen. Aber auch die Schulen kommen ohne die neue Halle nicht mehr aus, obwohl sie nur für den Vereinssport gedacht war.
Mittlerweile ist die Welzbachhalle voll ausgelastet und zu einem zentralen Veranstaltungsort geworden, in der Jazz-Dance- und Fußballturniere, aber auch Turnshows wie »Move it« ausgerichtet werden.
Energiekonzept einst Vorreiter
Die Energieversorgung durch Hackschnitzel hatte anfangs Interessenten aus dem gesamten Bundesgebiet angelockt. Mittlerweile ist diese Technik fast schon Standard. Für ihre energetische Konzeption - mit der Energiegewinnung aus Solarkollektoren auf dem Dach und der Hackschnitzelheizung im Energieverbund mit anderen Einrichtungen wie Freibad und Turnvereinshalle - hat die Halle sogar internationale Anerkennung bekommen. 2003 gab es dafür den IOC/IAKS-Award, den Bürgermeister Hans Klug aus den Händen des IOC-Vizepräsidenten Thomas Bach empfing.
Weil das Energiekonzept auf erneuerbaren Energien fußt und Großostheim seit 2001 mit dem antiken Olympia verschwistert ist, hatte man vor zehn Jahren schnell einen passenden Spitznamen für den Neubau: Als »Sonne von Olympia« wurde die Welzbachhalle gepriesen. Bernd Hilla
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