Damit sich der Karlsteiner Wald erholen kann

Begehung: Forstwirtschaftsplan der Gemeinde wird wegen der Sturmschäden überarbeitet - Weniger Holznutzung

Karlstein a. Main
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Teilnehmer der Begehung in der Dettinger Waldabteilung »Kessel«. Foto: Grünewald
Foto: Otto Grünewald
Ob­wohl der aus dem Jahr 2008 stam­men­de Forst­wirt­schafts­plan der Ge­mein­de Karl­stein noch gül­tig ist, soll er auf­grund er­heb­lich ve­r­än­der­ter Wald­ver­hält­nis­se nach dem Or­kan vom Au­gust 2019 er­neu­ert wer­den.

Zur Grundbegehung waren deshalb am Freitag Bürgermeister Peter Kreß, Gemeinderäte, Revierpächter und leitende Vertreter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in zwei Waldabteilungen in Dettingen und Großwelzheim unterwegs, um sich über den Ablauf des Verfahrens zu informieren.

Wichtig sei zu Beginn eine Erhebung des Ist-Zustandes, sprich eine Inventur vorzunehmen, erläuterte Forstdirektor Wolfgang Grimm vom AELF Karlstadt, Bereich Forsten Aschaffenburg, womit Forstwirt Paul Gerlach beauftragt wird. Es folge die Beurteilung der bisherigen Bewirtschaftung und Planung waldbaulicher Maßnahmen für die kommenden 20 Jahre, wobei insbesondere die nachhaltig nutzbare Holzmenge (Hiebsatz) festgestellt werde. Die Forstbetriebsfläche der Gemeinde Karlstein beträgt rund 350 Hektar und ist zu etwa 50 Prozent mit Nadelbäumen - vorwiegend Kiefern - bewachsen, bei der anderen Hälfte mit Laubbäumen überwiegt die Buche. Die bisherige Holznutzung betrug rund 1850 Festmeter pro Jahr und soll planmäßig sinken. 90 Prozent der Fläche haben eine besonders wichtige Funktion als Erholungs- und Bannwald sowohl aus klimatischen Gründen, als auch zum Trinkwasserschutz.

Im Rahmen der Neuplanung werden auf besonderen Wunsch der Gemeinde bestimmte Waldbereiche identifiziert und dokumentiert, in denen künftig keine Holznutzung mehr stattfinden soll. Als sogenannte »Trittsteine« sollen diese ungestörten Flächen zur Erhöhung der biologischen Vielfalt beitragen, indem hier vermehrt selten gewordene Arten einen Lebensraum finden.

Besondere Herausforderung für die Zukunft sei die Wiederaufforstung der durch Sturm und Borkenkäfer geschädigten Flächen mit klimaangepassten Baumarten wie Eiche oder Esskastanie sowie die Erhöhung der biologischen Vielfalt durch Belassen von Biotopbäumen und Totholz im Wald.

Douglasien gepflanzt

Eine geeignete Fläche besichtigten die Waldbegeher in der Dettinger Waldabteilung »Kessel«, wo die Hitzeperiode 2018 eine Reihe von Buchen zerstört hat. Die geschädigten Buchen bleiben als Totholz stehen, und die Lücken sind teils schon mit Douglasien bepflanzt.

Ähnlich soll im Großwelzheimer Nadelwald im Bereich zwischen Campingplatz und der Kahler Gemarkungsgrenze verfahren werden. Dort ist die durch den Sturm 2019 geschädigte Fläche großteils schon wieder mit überwiegend Eichen sowie Esskastanien aufgeforstet, zwei Hektar der ungeräumten Schadenfläche bleiben sich selbst überlassen.

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