Damit Radler in der Aschaffenburger "Miteinanderzone" nicht zu schnell fahren

Polizei und Stadtmitarbeiter kontrollieren Radfahrer in der Fußgängerzone künftig häufiger

Aschaffenburg
1 Min.

Kommentieren

Sie müssen sich anmelden um diese Funktionalität nutzen zu können.

Mehr zum Thema: Miteinanderzone Aschaffenburg
In der Aschaffenburger Fußgängerzone dürfen auch Radler fahren – aber nur Schritttempo.
Foto: Björn Friedrich
In der Aschaffenburger Fußgängerzone dürfen auch Radler fahren – aber nur Schritttempo.
Foto: Björn Friedrich
Radler-Kontrolle in der Aschaffenburger Fußgängerzone.
Foto: Björn Friedrich
Radler-Kontrolle in der Aschaffenburger Fußgängerzone.
Foto: Björn Friedrich
Radler-Kontrolle in der Aschaffenburger Fußgängerzone.
Foto: Björn Friedrich
»Ei­nen Mo­ment bit­te« Mit ei­ner Hand­be­we­gung stoppt Po­li­zei­haupt­meis­ter Mat­thias Weiß den jun­gen Mann in Carg­o­ho­sen, der auf sei­nem Trek­kin­grad durch die Sand­gas­se fährt. Et­was zu sch­nell, wie Weiß be­fin­det. »Hier gilt Schritt­tem­po« er­mahnt er den Ju­gend­li­chen.

Auch die Verkehrstüchtigkeit des Rads wird untersucht. Der Polizeibeamte weist den Radler auf fehlende Reflektoren in den Speichen hin. Weiß ist an diesem sonnigen Nachmittag mit Jessica Wiese von der dem städtischen Straßenverkehrsamt zugeordneten kommunalen Verkehrsüberwachung unterwegs. Insgesamt fünf Zweier-Gruppen sind im Einsatz: vier davon an besonders belebten Stellen in der Miteinanderzone zwischen Sandkirche, Herstallturm und Scharfeck. Weiß und Wiese verbinden als mobile Gruppe die Kontroll-Stationen.

Zu schnell in der Fußgängerzone? Mit der Polizei bei der Radler-Kontrolle in Aschaffenburg
Quelle: Moni Münch

Ziel der Aktion von Polizei und Stadt sei es, Radfahrer auf die Regeln in der Miteinanderzone aufmerksam zu machen, erläutert Weiß. In der ehemaligen Fußgängerzone sind Radfahrer zugelassen, allerdings dürfen sie dort nur Schritttempo fahren und Fußgänger nicht gefährden.

Appell zur Rücksichtnahme

Nicht nur radelnde Raser werden von den fünf Einsatz-Teams an diesem Nachmittag gestoppt. Auch korrekt fahrende Radler werden auf die Aktion und die geltenden Regeln hingewiesen. Der Aschaffenburger Lehrer und Musiker Franz-Josef Fries begrüßt die Aktion. Ohne gegenseitige Rücksichtnahme gehe es nicht, so der 61-jährige Radler. Er fahre jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit durch die Fußgängerzone.

Das Zusammenspiel von Fußgängen und Radfahrern klappe ganz gut, aber es gebe auch solche die zu schnell unterwegs sind. Raser gefährdeten auch jene Radler, die sich an die Regeln halten. Von einer pauschalen Kritik an Radfahrern halte er indes nichts. Entsprechende Leserbriefe diese Woche in unserer Zeitung hätten ihn geärgert. »Es bringt nichts, alle über einen Kamm zu scheren.«. Als Radfahrer wisse er, dass Fußgänger auch unvorhersehbar reagieren und blitzschnell die Richtung ändern können. »Wenn eine Frau in der Mitte der Straße läuft und rechts ein Schuhgeschäft ist, fahre ich an der Dame immer links vorbei«, sagt Fries lachend.

Franz-Josef Fries findet die Kontrollen gut.
Foto: Björn Friedrich

Wenige Schritte weiter saust unvermittelt ein junger bärtiger Radler an der Kontrolle vorbei. Viel zu rasant. »Ich wurde schon kontrolliert«, ruft er den Kontrolleuren zu und schon ist er weg. Weiß schüttelt den Kopf. Die Ermahnungen fruchten augenscheinlich nicht immer. »Es muss bei den Leuten klick machen.«

Die Bilanz an diesem Nachmittag: Etwa 160 Radler wurden bei der dreistündigen Aktion angesprochen; rund 30 waren zu schnell unterwegs und wurden mündlich verwarnt. »Die Betroffenen reagierten überwiegend sehr einsichtig«, sagt Matthias Weiß. Ob das auch so bleibt, wenn bei der nächsten Kontrolle Raser erstmals zur Kasse gebeten werden, bleibe abzuwarten. Rund 40 Fußgänger äußerten sich sehr wohlwollend über die Aktion. Ein Zusatzeffekt: Die Verkehrs-überwachung verwarnte außerdem 30 Falschparker.

Kommentare

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie angemeldet und Ihre E-Mail Adresse bestätigt sein!


Benutzername
Passwort
Anmeldung über Cookie merken
laden

Artikel einbinden
Sie möchten diesen Artikel in Ihre eigene Webseite integrieren?
Mit diesem Modul haben Sie die Möglichkeit dazu – ganz einfach und kostenlos!