Auf Zweirad-Oldtimern unterwegs

Historische Fahrräder Ausfahrt rund um Aschaffenburg - Vorkriegsmodelle liebevoll restauriert

Aschaffenburg
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Auf Zweirad-Oldtimern unterwegs
Start in Aschaffenburg-Nilkheim zur Ausfahrt mit restaurierten Fahrrad-Vorkriegsmodellen: Rund 30 Bastler aus dem ganzen Bundesgebiet haben sich getroffen, um auf ihren liebevoll gepflegten Oldtimern kräftig in die Pedale zu treten.
Foto: Victoria Schilde
"Je älter, desto besser", sagt Friedel Morhard aus Aschaffenburg
Wer weiß heute schon noch, dass Opel nicht nur Autos baut, sondern auch Fahrräder montiert hat? Für Kenner ein Leckerbissen. "Es wird inzwischen immer schwieriger, noch alte Fahrräder dieser Marke zu bekommen", sagt Morhard. Dabei seien von 1886 bis 1937 insgesamt etwa 2,6 Millionen Opel-Fahrräder zusammengeschraubt worden.

Bei der mittlerweile dritten Ausfahrt am Sonntag in Aschaffenburg waren natürlich sorgfältig restaurierte Opel-Fahrräder zu sehen, aber auch andere Marken - Adler oder Frischauf zum Beispiel. Die Radlerinnen und Radler hatten sich stilgerecht gekleidet: Statt Fahrradtrikot, Helm und Klickpedal-Schuhen kamen Knickerbocker, Batschkappe, lange Strümpfe und Westen und bei den Damen Rüschenbluse, Hut und Faltenrock zum Einsatz.

Die Radler mit ihren historischen Modellen sind bundesweit organisiert. "Es gibt eine Riesenszene in ganz Deutschland, die jedes Wochenende irgendwo anders im Bundesgebiet ein Treffen veranstaltet", sagt Jürgen Nöll, der am Sonntag ebenfalls dabei war. Er ist Vorstandsmitglied des Veteranen-Fahrzeug-Verbands in Rüsselsheim. Der Verband hat 3000 Mitglieder, organisiert in rund 200 Clubs, die sich der Erhaltung historischer Fahrzeuge, darunter auch Autos und Motorräder, verschrieben haben.

Einer der Mitgliedsvereine ist der RV Opel 1888 Rüsselsheim, gegründet von den Opel-Söhnen Carl und Wilhelm. Wolfgang Fickus ist dort der Fachwart für historische Fahrräder. Mit einem Dutzend der Mitglieder war er nach Aschaffenburg gekommen.

Für ihre historischen Fahrräder suchen die Bastler im ganzen Bundesgebiet nach Ersatzteilen. Friedel Morhard hat kürzlich von einem Bauern in Hessenthal ein altes Brennabor-Fahrrad bekommen. Er braucht noch ein paar Ersatzteile - Originale natürlich. "Die zu finden, darin besteht der Reiz", sagt er.

Aber es wird immer schwieriger. Wo zum Beispiel gibt es schon noch ein altes Lampen-Gehäuse mit einer Wachskerze, die von einer Feder hochgedrückt wurde - die erste Fahrradbeleuchtung? Oder das Nachfolgemodell, eine Petroleumlampe mit Reflektor? Oder eine Karbidlampe? Oder Teile von Fahrrad-Getriebeschaltungen im Tretlager?

Nach der Tour am Sonntag wurden die Oldtimer sorgfältig geputzt. Sie sind zwar jederzeit einsatzbereit. Aber, so Morhard: "Eigentlich sind sie zu schade, um bei schlechtem Wetter draußen gefahren zu werden." m.r.
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