Auf der großen Bühne angekommen

Konzert: Aschaffenburger Folk-Band A Young Man’s Journey stellt erste CD im ausverkauften Stadttheater vor

Aschaffenburg
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Dass es ein au­ßer­ge­wöhn­li­cher Abend wer­den wür­de, wuss­ten die Fans im Vor­aus. Nicht nur, weil am Ein­gang zum Stadt­thea­ter am Sams­ta­g­a­bend ein Schild dar­auf hin­wies, dass für die CD-Re­lea­se-Show der Aschaf­fen­bur­ger Band A Young Man’s Jour­ney nur noch Steh­plät­ze zu be­kom­men wa­ren.

Auch, dass eine junge Aschaffenburger Gruppe den städtischen Kulturpalast überhaupt mieten und füllen würde, überrascht und lässt Erwartungen wachsen. Erwartungen, die am Samstag noch übertroffen worden sind.
Den Erfolg so recht fassen konnte Sänger und Frontman Christoph Penter offenbar selbst nicht: »Volle Bude. Unglaublich« erklärt er beim Blick in den Zuschauerraum. Er hatte ein sehr familiäres Publikum vor Augen: Freunde und Verwandte der Musiker wollten das Album »Flower in the Sun« kennenlernen, zahlreiche Wegbegleiter und Fans.
A Young Man’s Journey haben sich seit Bandgründung vor fünf Jahren eine stabile Fanbasis aufgebaut, die am Samstag alles bekommen hat, was sie von der Kombo gewohnt ist: bodenständige Musik, eingängige Songs zwischen Country, Folk und Americana; mal temporeich fließend, mal fast romantisch-ruhig. In den Texten geht es fast immer ums Reisen und Ankommen, ums Werden und Vergehen im Leben; der Sound ist geprägt von Banjo (Florian Rosenlöcher), Kontrabass (Jochen Röth) und von der Mundharmonika, die Sänger Penter gelegentlich auspackt.
Keine schlechte Idee, das Publikum für solche Songs in gepolsterte Sessel zu setzen: »Flower in the Sun« lädt zum Ganz-weit-Wegträumen ein, während die fünf Jungs auf der Bühne die Reiseleitung übernehmen.
Gelungenes Experiment
Dass das Experiment Stadttheater gelungen ist, war letztlich vielen helfenden Händen zu verdanken - vor allem aber der Band selbst. Denn A Young Man’s Journey ist ein geschliffenes Gesamtpaket - ein Konzept, nicht nur eine Gruppe. Vom Artwork auf dem Fan-T-Shirt bis zum Bühnenbild (Lucas Faber und Marek Bäuerlein) ist hier alles aus einem Guss - und überwiegend selbst gemacht, wie Christoph Penter versichert. »Flower in the Sun« ist denn auch der Beweis dafür, dass es für eine hörenswerte und gut produzierte Scheibe keine Plattenfirma braucht. Mit ebenso viel Herzblut wie das Album war die Show am Samstag vorbereitet.
Dieses Konzept überzeugt auch befreundete Musiker. Im Stadttheater hatte die Band stimmungsvolle Unterstützung von Bernhard Illert (Flügel), von Trompeter Max Hübner und von Marcel Bickert (Percussion). Als Opener kam Christian Köhnlein alias Chris Padera auf die Bühne: Der Hösbacher ist nicht nur ein »Monster an der Gitarre«, wie Penter zu Recht lobte, sondern auch ein talentierter Songwriter.
Neue Wege gehen
Ein Konzert im Stadttheater aufzuziehen, sei zuerst eine Schnapsidee gewesen, erzählt Bassist Jochen Röth hinterher. Mit Hilfe von Kulturamt, Colos-Saal und vor allem dem städtischen Musikbüro im Jukuz sei aus dem Traum Wirklichkeit geworden.
Dass das Theater durchaus ein Ort für lokale Bandkultur sein kann, hat der Abend eindrucksvoll gezeigt. Und die fünf Musiker von A Young Man’s Journey haben sich endgültig als Pioniere etabliert: Sie singen nicht nur über neue Wege, sie gehen sie auch.

dVideo unter www.main-netz.de
Moni Münch

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