Auch Stadt will Gasanschlüsse am Anwandeweg

Energie: Zukunftsweisende Lösung für Nilkheimer Baugebiet vom Tisch - Kein Verzicht auf fossile Brennstoffe

Aschaffenburg
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Die Stadt­wer­ke wer­den nun doch ein Lei­tungs­netz für Erd­gas im Bau­ge­biet An­wan­de­weg ver­le­gen: Nach den pri­va­ten Grund­stücks­ei­gen­tü­mern hat sich am Mon­ta­g­a­bend auch der Fi­nanz- und Haupt­aus­schuss des Stadt­rats mehr­heit­lich da­für aus­ge­spro­chen, Haus­an­schlüs­se für Gas zu be­s­tel­len.
Ursprünglich war bei der Erweiterung des Stadtteils Nilkheim ein zukunftsweisende Energiekonzept angepeilt, das ohne fossile Energieträger auskommt. Im Hauptsenat hielten nur die beiden Stadträte der Grünen daran fest. Stefan Wagener und Thomas Mütze beriefen sich dabei auf die Stadtwerke selbst.
Die Aschaffenburger Versorgungsgesellschaft (AVG), hatte ausgerechnet, dass sich der Bau eines Gasnetzes wirtschaftlich nicht rechnet. Das liege zum einen an der aufgelockerten Bebauung, die für die 27 Hektar geplant ist.
Hohe Anschlusskosten
Zum anderen ließen die verschärften Vorschriften für den Energiestandard von Neubauten einen geringen Gasverbrauch zum Heizen erwarten. Statt Geld in die Hand zu nehmen für eine Investition, die gar nicht nötig sei, sollte die Stadt lieber an einem innovativen Energiekonzept festhalten - und das eventuell sogar fördern, so die Grünen.
Denn wegen der geringen Wirtschaftlichkeit des Gasnetzes sind die Anschlusskosten hoch. Selbst bei der Ermäßigung von 25 Prozent bei einer frühzeitigen Bestellung fallen 1250 Euro für den Gas-Hausanschluss an - bei den 80 städtischen Grundstücken sind das allein 100 000 Euro. Zum Vergleich: Der Wasseranschluss kostet (ermäßigt) 1050 Euro, der Elektroanschluss 825 Euro.
Eine Befragung der Stadtwerke hatte ergeben, dass sich 88 Prozent der privaten Grundstückseigentümer einen Gas-Hausanschluss wünschen. Für die Senatsmehrheit war dieser klare Wille maßgebend, wie Brigitte Gans (CSU) und Karlheinz Stegmann (SPD) erklärten. Stegmann erinnerte daran, dass die Stadt jahrzehntelang den Gasanschluss forciert habe, um von Öl und Kohle wegzukommen. Es sei daher verständlich, dass die Bürger nun auch zwischen Gas und anderen Heizvarianten wählen wollten.
Nicht alles verbieten
Zudem schließe die Stadt beim Verkauf ihrer Grundstücke bereits Einzelfeuerungsanlagen, ergänzte Brigitte Gans. »Was wollen wir denn noch alles verbieten?« Gezwungen werde ohnedies niemand, vom Gasanschluss Gebrauch zu machen, so auch Finanz- und Ordnungsreferent Meinhard Gruber. Peter Freudenberger
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