Mittwoch, 19.09.2018

Fantasyfilm-Dreh im Spessart

Beim Dreh im Hafenlohrtal wird der Tag zur Nacht gemacht

mit Video

Rothenbuch Freitag, 20.07.2018 - 18:54 Uhr

Der Spess­art als Dre­h­ort - all­täg­lich ist das nicht, aber auch nicht un­ge­wöhn­lich. »Das Wirts­haus im Spess­art« hat längst Kult­sta­tus. 60 Jah­re spä­ter soll die Klap­pe wie­der zu­klap­pen: »Fluss­ab­waerts« heißt der Film. Wie schon 1958 spielt die Fan­ta­sie ei­ne gro­ße Rol­le.

Ansonsten liegen Welten zwischen den Filmen - inhaltlich, technisch und auch was die Finanzierung angeht.

Dass das Hafenlohrtal bei Rothenbuch (Kreis Aschaffenburg) einer der Drehorte sein wird, hat vor allem mit dem Regisseur zu tun: Der 35-jährige Matthias Noe stammt aus Karlstein (Kreis Aschaffenburg). Der geplante Streifen gehört zur Kurzfilmreihe »Spessart-Tales«, also Spessart-Märchen. Darin erschienen sind schon die Kurzfilme »Vorm Lindig« und »Im finsteren Tal«. Sie alle haben ähnliche Motive.

Das Projekt, das mit öffentlichen Mitteln unterstützt wird, soll außerdem über so genanntes Crowdfunding ermöglicht werden. Die Macher suchen dazu über die Internetplattform Startnext private Unterstützer. Gut 4000 Euro fehlen noch, dann kann es losgehen. Dass Aufrufe über das Netz helfen können, zeigen andere Vorhaben - darunter ist der erste Aschaffenburger Unverpackt-Laden, der im Juni geöffnet hat. Über 12 000 Euro waren so zusammengekommen. Auch die Aschaffenburger Band Boppin`B hat so ein Album mitfinanziert.

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Darauf hofft nun Filmemacher Noe, der von einem »Leidenschaftsprojekt« spricht. Löhne und Gagen gebe es keine. »Wir richten aber unser Schaufenster ein«, sagt er und meint, dass alle Beteiligten damit zeigen können, wie sie ihr Handwerk beherrschen: Vom Produzenten über den Kameramann bis zu den Frauen und Männern vor der Kamera. Im Mittelpunkt der 45-Minüters »Flussabwaerts« steht die Hexe Ida, die Liebespaare mit verfluchten Liebesschlössern auseinander bringt - im Auftrag von eifersüchtigen Neidern.

Den Anstoß für die Geschichten findet Noe nach eigenen Aussagen in Valentin Pfeifers »Spessart-Sagen. »Das regt sehr an, was man darin liest, die Geschichten spinnt man weiter«, beschreibt Noe.

Beim Dreh im Hafenlohrtal wird der Tag zur Nacht gemacht, denn das wirkt deutlich gruseliger. »Day for Night«-Verfahren« nennen die Profis die Technik, bei der unter anderem Filter eingesetzt werden. Vieles passiert nach den Drehs am Computer. Das blasse Mondlicht, digital eingefügter Sternenhimmel und eine verstärkende Geräuschkulisse im Film »sollen von einem Spessart erzählen, in dem das Übersinnliche unter jedem Stein versteckt liegt«, beschreibt Produzent Dominik Lando. Den Wiesbadener hat Noe bei Dreharbeiten zur Serie »Ein Fall für Zwei« kennengelernt. Da waren sie Regieassistent beziehungsweise Aufnahmeassistent. Aus der Region kommen auch Eckhard Kuchenbecker, renommierter Filmtonmeister aus Aschaffenburg sowie Konzeptzeichner Phil Grote (Erlenbach) und Storyboardzeichner Johannes Hench (Bürgstadt). Die jüngste Darstellerin ist gerade mal 14 Monate alt. Emilia aus Partenstein (Main-Spessart-Kreis) spielt im Film die junge Ida.

Gedreht werden soll im August und September aber nicht nur bei Rothenbuch. Aschaffenburg steht ebenso auf dem Plan. »Der Film beginnt im Schatten des Spessarts und schlängelt sich wie der Main nach Frankfurt«, erzählt Noe.

Bis zu 22 500 Euro will die Filmförderung des Landes Hessen beisteuern. Die andere Hälfte der geschätzten Gesamtkosten von 45 000 Euro sollen über Sponsoren und das Internet zusammenkommen. Im Frühjahr will man fertig sein. »Flussabwaerts« sowie die beiden Kurzfilme sollen dann im Netz, bei Festivals und im Idealfall in ausgewählten Kinos zu sehen sein. Und: Es sind Fortsetzungen geplant. > Seite 7

ANDRÉ BREITENBACH

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