Anlaufstelle für besorgte Eltern

Soziales: Frühförderstelle für Stadt und Kreis Aschaffenburg hat neues Domizil in der Schweinheimer Liebigstraße

Aschaffenburg
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Domkapitular Clemens Bieber (links) und Dekan Rudi Rupp segneten die neue Frühförderstelle. Fotos: Ernst Bäppler
Foto: Ernst Bäppler
Die Aschaffenburger Frühförderstelle ist in der Liebigstraße 2 untergebracht.
Foto: Ernst Bäppler
Die Früh­för­der­s­tel­le für Stadt und Kreis Aschaf­fen­burg hat ein neu­es Do­mi­zil: Die An­lauf­s­tel­le ist von der Aschaf­fen­bur­ger Eli­sen­stra­ße 9 in die Lie­big­stra­ße 2 um­ge­zo­gen.

Eingeweiht wurde den die barrierefreien Räumlichkeiten am Freitag mit einer vom Würzburger Domkapitular Clemens Bieber und Aschaffenburgs evangelischem Dekan Rudi Rupp gehaltenen ökumenischen Andacht, an der zahlreiche Vertreter des öffentlichen Lebens teilnahmen.

Damit wurde ein neues Kapitel in der 30-jährigen Geschichte der Frühförderstelle aufgeschlagen, die aus den Kooperationspartnern Verein für Körper- und Mehrfachbehinderte, der Caritas und dem Verein Lebenshilfe gebildet wurde.

Aufgabe der Frühförderstelle ist es, Eltern zu unterstützen, deren Kinder in ihrer körperlichen, geistigen, seelischen und sozialen Entwicklung bedroht, verzögert oder behindert sind. 24 hauptamtliche Kräfte vom Psychologen bis zum Logopäden und Ergotherapeuten betreuen derzeit über 245 Kinder ab Geburt bis zur Einschulung. Dafür stehen auf 630 Quadratmetern jetzt 18 Therapieräume zur Verfügung.

Im gesamten Kreis unterwegs

Aber nicht nur hier gibt es Beratung und Therapie. Das mobile Team ist in der Stadt und im gesamten Landkreis unterwegs, wenn es den Eltern nicht möglich ist, in die Liebigstraße zu kommen. Stellvertretender Landrat Valentin Weber und Bezirksrat Werner Elsässer unterstrichen in ihren Grußworten die segensreiche Wirkung der Einrichtung, um die soziale Teilhabe ab dem Kindesalter zu sichern.

Dekan Rudi Rupp und Oberbürgermeister Klaus Herzog (SPD) erwähnten Fälle, in denen die Frühförderstelle im eigenen familiären Umfeld jungen Erdenbürgern zur rechten Zeit half. »Dem Leben zum Durchbruch zu helfen, das ist die vornehmste Aufgabe«, brachte es Domkapitular Clemens Bieber auf den Punkt.

Für die Kooperationspartner betonte Hans Schöbel, der Vorsitzende des Würzburger Vereins für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung, die wichtige Rolle der Frühförderung vor dem Hintergrund der medizinischen Fortschritte in der Neonatologie: Wenn heute »Frühchen« mit 500 Gramm überleben, sei es unerlässlich, sofort therapeutisch zu intervenieren, damit Entwicklungsverzögerungen so schnell wie möglich ausgeglichen werden. Einen besonderen Dank richtete er an die Aktion »Sternstunden« des Bayerischen Rundfunks, die mit 83 000 Euro neue Einrichtungsgegenstände und Therapiegeräte gefördert hat.

Sven-Martin Grimm ist Leiter

Geleitet wird die Frühförderstelle von Sven-Martin Grimm. Der Psychologie hob die gute Vernetzung mit anderen Fachdiensten den Aschaffenburger Kinderärzten hervor. Er bedankte sich auch beim Immobilienkaufmann Frank Büttner, der als Vermieter nicht nur für einen günstigen 15-Jahresvertrag, sondern auch dafür, dass er die Räume nach Auszug des Vormieters ein Jahr lang für die Frühförderstelle freigehalten hat.

Hintergrund: Interdisziplinäre Frühförderstelle Aschaffenburg

Die »Interdisziplinäre Frühförderstelle Aschaffenburg« hilft allen Familien in Stadt und Kreis Aschaffenburg, die sich Sorgen um die Entwicklung ihres Kindes machen oder denen vom Kindergarten oder dem Kinderarzt Frühförderung angeraten wurde. Beispiele von Entwicklungsstörungen:

1. Lebensjahr: Das Kind »plappert nicht«; 2. Lebensjahr: Das Kind läuft noch nicht frei, spricht weder Silben noch Wörter und interessiert sich nicht für Spielzeug; 3. Lebensjahr: Das Kind isst noch nicht selbstständig; 4. Lebensjahr: Das Kind spielt nicht gerne mir anderen, spricht undeutlich oder trägt noch Windeln. In allen solchen Fällen steht nach einer Erstberatung und Erstdiagnostik ein Team aus Psychologen, Heilpädagogen, Logopäden, Ergotherapeuten, Physiotherapeuten zur Verfügung, um die notwendigen Maßnahmen zu koordinieren. Die Frühförderstelle ist vernetzt mit Elterninitiativen, Selbsthilfegruppen, sozialpädiatrischen und therapeutischen Zentren, Fachkliniken und Fachärzten. Die Leistungen der Frühförderstelle sind für Eltern kostenfrei, erfolgen ambulant oder mobil und in enger Zusammenarbeit mit dem Kinderarzt oder dem Kinderhort/Kindergarten. Kostenträger sind Krankenkassen, Sozialhilfeträger und das bayerische Kultusministerium. ()

bKontakt IFS Aschaffenburg: Tel. 0 60 21 / 38 66 00; E-Mail. Info@ifs-ab.de; Internet: www.ifs-ab.de

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