Sonntag, 15.09.2019

Exe in Aschaffenburg-Schweinheim: Giraffe Shujaa kommt

Tier aus dem Frankfurter Zoo hilft bei der Beweidung

Aschaffenburg
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Transportbox: In einem solchen Gehäuse wird Shujaa angeliefert. Foto: Zoo Frankfurt
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Blick auf den Exe: Naturschutzgebiet bei Schweinheim. Foto: Björn Friedrich
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Willkommen auf dem Exe: Giraffen-Dame Shujaa kommt an diesem Montag auf das Naturschutzgebiet bei Schweinheim. Naturfreunde können die Giraffe, die aus dem Frankfurter Zoo auf den Exe übersiedelt, ab 11 Uhr begrüßen. Foto: Zoo Frankfurt
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Bekommen Gesellschaft durch Giraffe Shujaa aus dem Frankfurter Zoo: Ur-Wildpferde auf dem Naturschutzgebiet Exe bei Schweinheim. Foto: Björn Friedrich
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Neues Leben auf dem Exe: An diesem Montag wird Giraffen-Dame Shujaa aus dem Frankfurter Zoo auf das Naturschutzgebiet bei Schweinheim übersiedeln. Das hat der Bundesforst im nordhessischen Schwarzenborn, der sich um den Exe kümmert, kurzfristig mitgeteilt.

Naturfreunde aus Aschaffenburg und darüber hinaus sind laut Bundesforst eingeladen, Shujaa vor Ort willkommen zu heißen. Treffpunkt ist an diesem Montag um 11 Uhr an der Umweltstation des Exe (Verlängerung der Ebersbacher Straße). Neben den Ur-Wildpferden, auch Przewalski-Pferde genannt, und den Heckrindern wird fortan also auch eine Giraffe auf dem Naturschutzgebiet leben.

Matthias Pollmeier vom Bundesforst erklärt, was es mit der Giraffen-Aktion auf sich hat. Auf dem Exe, dem ehemaligen Truppenübungsplatz, wird seit einigen Jahren ein besonderes Beweidungskonzept praktiziert. Robuste Urwildpferde und widerstandsfähige Heckrinder leben auf dem Exe, um die Weideflächen offenzuhalten. Sie fressen Gräser, Sträucher und kleine Bäume. Mit ihrem Hunger sorgen sie dafür, dass das Offenland nicht zuwächst. Dadurch wiederum bleiben Biotope erhalten - die Artenvielfalt wird gestärkt und nimmt sogar zu.

Laubbäume anknabbern

Und nun kommt Shujaa ins Spiel. Laut Förster Pollmeier vom Bundesforst soll sich die Giraffe um die größeren Bäume auf dem Exe kümmern. Shujaa ist also aufgefordert, auf dem Exe die höheren Laubbäume anzuknabbern, damit sie nicht überhand nehmen - mit einer Höhe von bis zu sechs Metern sind Giraffen die größten und langbeinigsten Säugetiere, die an Land leben.Probleme zwischen den UrWildpferden, den Rindern und der Giraffe erwartet Pollmeier nicht. Er geht von einer »friedlichen Koexistenz« aus. Pollmeier: »Alle Tiere sollen sich auf der Exe-Koppel frei bewegen.«

Freilich stehen nun ein paar Arbeiten an. Die unter Strom gesetzten Litzen entlang der Koppel sind für Pferde und Rinder ausgelegt. Eine Giraffe komme da mit ihrem Hals locker darüber hinweg. Deshalb müsse man die Litzen (dünne Drähte) nun - giraffengerecht - aufstocken. Derzeit denke man über eine Übergangslösung nach, so Forstmann Pollmeier.

Fütterung von der Plattform

Er kann sich vorstellen, den Exe-Besuchern auf der großen Aussichtsplattform auf der Mitte des Areals ein besonderes Angebot zu machen. Man überlege, dort eine Giraffen-Fütterung einzurichten. Von dieser erhöhten Plattform aus könne der Tierliebhaber die Giraffe eventuell mit Äpfeln verwöhnen.Vorgesehen sei, so Pollmeier weiter, dass Shujaa auf Dauer auf dem Exe bleibt.

Im »bayerischen Nizza Aschaffenburg« seien die Winter nicht all zu streng. Sollte es anders kommen, werde man die Giraffe bei zu starker Kälte zurück in den Frankfurter Zoo bringen. Selbstverständlich werde Shujaa - genau so wie die Ur-Wildpferde und die Rinder - »veterinärisch betreut«.»Das ist sehr zu begrüßen.« So reagiert Marc Busse, Leiter des Umweltamts der Stadt Aschaffenburg, auf die Giraffen-Information.

 

>>>> was am Montagmorgen in Schweinheim passierte

 

Das Tier könne mit Sicherheit dabei helfen, das Exe-Gelände zu pflegen und zu beweiden. Wichtig dabei seien »unterschiedliche Fraßbilder«: Begonnen habe man die Beweidung im Sommer 2016 mit den Ur-Wildpferden, die Heckrinder würden das Konzept seit Mai 2018 ergänzen. Die Giraffe könne fortan nicht nur die höheren Bäume erreichen, sondern mit ihren Hufen auf den Sandflächen für Mulden und damit für neue Lebensräume im Sinne der Artenvielfalt sorgen.

Busse erinnert daran, dass die seltenen Ur-Wildpferde aus verschiedenen, weiter entfernen Zoos auf den Exe nach Schweinheim gebracht wurden. Dass bei Giraffe Shujaa nun eine Zusammenarbeit mit dem nahen Frankfurter Zoo entstanden sei, freue ihn besonders. Pollmeier vom Bundesforst spricht einen weiteren Aspekt an: Er warnt Hundebesitzer. Giraffen hätten generell kein Verständnis für frei laufende Hunde. »Auf dem Exe Hunde bitte unbedingt an die Leine nehmen.«

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