»30 Jahre und kein bisschen heiser...«

Frühjahrskonzert: Johannes-Brahms-Chor im und am Pavillon - 170 Besucher - Zwei Uraufführungen zum Welzem-Jubiläum

Karlstein a. Main
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Seinen 30. Geburtstag feierte der Johannes-Brahms-Chor Karlstein unter der Leitung von Petra Weiß-Lorenz vor circa 170 Gästen im und vor dem Rudolf-Wöhrl-Pavillon.
Foto: Doris Huhn
»30 Jah­re und kein bis­schen hei­ser...«, nann­te der Jo­han­nes-Brahms-Chor Karl­stein sein ers­tes Früh­jahrs­kon­zert, das zum 30-jäh­ri­gen Be­ste­hen vor 170 Be­su­chern im und vor dem Ru­dolf-Wöhrl-Pa­vil­lon statt­fand. Im und vor des­we­gen, weil die als Open-Air-Kon­zert im In­nen­hof des Rat­hau­ses ge­plan­te Ver­an­stal­tung we­gen der ho­hen Tem­pe­ra­tu­ren teil­wei­se in den Pa­vil­lon ver­legt wur­de.

Und eigentlich wäre das Konzert noch kurzfristig abgesagt worden, denn wegen verschiedener Erkrankungen bei den Mitgliedern des ohnehin kleinen Chores schwankte Dirigentin Petra Weiß-Lorenz, ob der erste Auftritt nach dem 24. Neujahrskonzert Anfang 2020 (»Es war in einem anderen Leben.«) über die Bühne gehen kann. Das Fass zum Überlaufen brachte der Unfall mit Hand-Verletzung ihres Mannes Jürgen Weiß, der stets als perfekter Pianist alle Konzerte begleitet hatte. Doch die Großwelzheimerin hielt trotz des massiven Gegenwinds durch, gestaltete mit nur 13 Sängerinnen und Sängern das 90-minütige anspruchsvolle Programm, übernahm den Klavierpart ihres Mannes und moderierte auch noch sehr unterhaltsam?

Zudem steuerte die Powerfrau zwei Uraufführungen bei, die eigentlich bei der abgesagten Jubiläumsveranstaltung »1250 Jahre Welzem« Anfang April erklingen sollten. Sowohl »Walla« in Bezug auf den ursprünglichen Namen des Karlsteiner Ortsteils Großwelzheim (Walinesheim) als auch das »Wessobrunner Gebet«, bezogen auf das älteste althochdeutsche Gebet, berührten die Besucher in ihrer Stimmgewalt und mit dem so genannten Wow-Effekt tief im Herzen. Und so war es eigentlich grundsätzlich bei den 17 Stücken plus einer Zugabe. Die Empathie war immer mit dabei, sowohl im lyrischen Block, der mit dem zum Geburtstag umgetexteten »Aus 30 Jahren singen wir?« aus dem Musical »My fair lady« grandios startete und zum Namensgeber Johannes Brahms überleitete mit »O süßer Mai« für alle, die die zeitgleich stattfindende Maiandacht nicht miterleben konnten.

Ein emotionales Hörerlebnis stellte auch die anspruchsvolle Bearbeitung von Gottlob Bierey zu Beethovens Mondschein-Sonate dar. Im neuzeitlichen Bereich sorgte der Chorsatz von Petra Weiß-Lorenz zu »Boote in der Nacht« aus dem Musical »Elisbeth« für einen ganz großen Moment. Und die beiden Solisten des Frühjahrskonzertes wurden vom Publikum zu Recht gefeiert. Mara Spatola präsentierte den Schlager »Feuer« von Ireen Sheer, und Robin Elias Weiß, der Enkel der Chorleiterin, sang Billy Joels »She's got the Way«, das dem smarten jungen Mann quasi auf den Leib geschneidert war.

Mit dem Anti-Kriegs-Lied »Ich glaube« von Udo Jürgens untermauerte der Johannes-Brahms-Chor, passend zu den gelb-blauen Blumensträußchen an den Hemden der Sänger, seine Meinung zur aktuellen politischen Lage.

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