Theresa Neumann will Bürgermeisterin in Großkrotzenburg werden

Alle Generationen mitnehmen

Großkrotzenburg
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Mehr zum Thema: Bürgermeisterwahl Großkrotzenburg 2022
Der Platz vor dem Theodor-Pörtner-Haus steht für Theresa Neumann für verschiedene Generationen. Es gibt einen Spielplatz, am Römerkastell treffen sich gern die Jugendlichen, im Haus selbst die Vereine. Mit ihrem Programm für die Bürgermeisterwahl möchte sie ein "Großkrotzenburg für alle" gestalten.
Foto: Petra Reith
Wer soll künf­tig die Ge­schi­cke der Ge­mein­de lei­ten? Am 6. März ist Bür­ger­meis­ter­wahl in Großkrot­zen­burg. Vier Kan­di­da­ten und ei­ne Kan­di­da­tin tre­ten an. Ei­ne mög­li­che und wahr­schein­li­che Stich­wahl ist für den 20. März ter­mi­niert. Wir stel­len Ih­nen in den kom­men­den Ta­gen die Be­wer­ber vor. Heu­te: The­re­sa Ne­u­mann (CDU).

Der Name ist Programm. "Neustart" lautet das Motto, mit dem Theresa Neumann ihre Kampagne zur Bürgermeisterwahl in Großkrotzenburg überschreibt. Die 31-jährige Vorsitzende des CDU-Ortsverbands kandidiert für ihre Partei am 6. März, um "in der Gemeinde endlich wieder voranzukommen", wie Neumann sagt. Aufbruch. So könnte ihre Überschrift also auch lauten. Oder: Alle Generationen mitnehmen. Zehn Punkte stehen in ihrem Ideenkatalog, wie sie ihren Heimatort zukunftsfähig gestalten möchte. So ziemlich jeder dürfte sich wiederfinden. Kinder, Familien, Senioren, Menschen mit Beeinträchtigung. "Ich möchte ein Großkrotzenburg, das alle mitdenkt", sagt Neumann.

Familienfreundlicher Ort

Barrierefreiheit, bezahlbarer Wohnraum, Radwegekonzepte: Die Liste ihrer Prioritäten ist lang. Weit oben steht die Familienfreundlichkeit. Eltern kritisierten, dass der Ort die Kinderbetreuung nicht langfristig denke, sagt Neumann. Gerade mit Blick auf den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ab 2026 möchte sie das Thema "intensiver bearbeiten". Schließlich gehe es um Zukunftsperspektiven von Menschen. Passend dazu möchte sie die politische Teilhabe von Jugendlichen fördern. Es gebe aktuell bereits ein Jugendforum, welches den Dialog von Jüngeren mit der Gemeindespitze ermögliche. Neumanns Ideen gehen aber weiter: Sie plant einen Kinder- und Jugendbeirat, der regelmäßig bei den Sitzungen zur Wort kommen darf.

Sie selbst habe früh gemerkt, wie viel Freude Politik machen kann, wenn man gehört wird. "Ich bin in die Kommunalpolitik gegangen, weil ich direkten Einfluss auf die Entwicklung meiner Heimat nehmen wollte", blickt sie auf ihre Anfänge zurück. Doch in den vergangenen Jahren sei im Ort vieles stagniert. Aktuell lägen rund 60 Anträge im Geschäftsgang, kaum etwas werde zügig bearbeitet. Das wolle sie ändern. Es sei außerdem wichtig, die Kommunikation zwischen Fraktionen und Verwaltung und von Politik und Einwohnern zu verbessern. Dafür möchte sie wieder eine Bürgersprechstunde einführen. "Ich bin dafür angetreten, den Ort gemeinsam mit den Leuten voranzubringen", sagt sie.

Leitbild entwickeln

Deshalb brauche Großkrotzenburg ein Gesamtkonzept. Ein Leitbild, was "der Ort sein möchte". Dieses solle der Politik an die Hand gegeben werden, um fundiert Entscheidungen im Sinne aller zu treffen. "Aktuell haben wir zu viele politische Einzelbaustellen", sagt Neumann. Es gehe darum, Kompetenzen zu bündeln. Auch an anderen Stellen, etwa beim Fördern von Vereinen. Neumann möchte regelmäßig Treffen der Vorsitzenden organisieren, damit diese sich besser untereinander vernetzten können. Einmal im Jahr sollen sich Vereine bei einem "Markt der Möglichkeiten" präsentieren, um Mitglieder zu gewinnen. Darüber hinaus solle die Gemeinde wieder einen Veranstaltungskalender herausbringen.

Sowieso zeige Großkrotzenburg zu wenig, "was es kann", sagt Neumann. Sie möchte eine Stelle für Gemeindemarketing im Rathaus schaffen, die sich unter anderem auch um den Leerstand innerorts kümmern soll. Gut vorstellen kann sich Neumann eine Art Starthilfe-Konzept für Gewerbetreibende, mit finanzieller und fachlicher Unterstützung. Um dies bezahlen zu können, müsse Großkrotzenburg Gewerbeflächen bestmöglich nutzen. Eben auch das "enorm wichtige" Gelände am Kraftwerk Staudinger. Ein Projekt, welches Neumann gern als Bürgermeisterin gestalten würde. Ohnehin sieht Neumann einen Vorteil darin, dass sie als junge Bewerberin Projekte langfristig begleiten kann. "Ich bin genau in der richtigen Lebensphase. Ich gehe mit Motivation, Wissen und Elan an meine Aufgaben heran", sagt sie.

Hintergrund: Zur Person

Großkrotzenburg ist ihre Heimat: Die 31-jährige Theresa Neumann hat ihr Abitur an der Kreuzburg gemacht, anschließend Jura in Frankfurt und Paris studiert. Aktuell schreibt sie ihre Doktorarbeit und jobbt als Mitarbeiterin an der Goethe-Universität, ihr Schwerpunkt ist öffentliches Recht, Europa- und Völkerrecht. 2014 ist sie in die CDU eingetreten, 2015 wurde sie im Ort erstmals in den Vorstand gewählt, seit 2019 ist die Vorsitzende. Seit 2016 engagiert sie sich in der Gemeindeverwaltung, ist momentan stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Christdemokraten. Im Vereinsleben ist sie stark vernetzt, spielt etwa Mandoline im Zupforchester der Wanderfreunde Edelweiß, schwimmt im Wassersportverein, engagiert sich beim Partnerschaftskommittee und dem Förderverein der freiwilligen Feuerwehr.

Ein Gesprächsthema im Ort ist derzeit, dass Neumanns Lebensgefährte Lucas Bäuml ebenfalls für das Amt des Bürgermeisters kandidiert - für Bündnis 90 / Die Grünen. "Wir machen aus unserer Beziehung kein Geheimnis, wir sind seit über vier Jahre zusammen", sagt Neumann. "Aber wir sind eigenständige Persönlichkeiten mit eigenständigen politischen Vorstellungen." Dass sie trotz dieser politischen Unterschiede ein Paar seien, spreche "für Toleranz und eine gesunde Diskussionskultur". Es zeige ihren Willen, Konsens und Kompromisse zu finden. Das könne nur von Vorteil für das von ihr angestrebte Amt sein, betont Neumann. (eml)

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