So wollen Kassel, Darmstadt und Marburg Energie sparen

Kühle Schimmbäder, unbeleuchtete Wahrzeichen

Darmstadt/Kassel/Marburg
2 Min.

Kommentieren

Sie müssen sich anmelden um diese Funktionalität nutzen zu können.

Unbeleuchteter Herkules
Während Schloss Wilhelmshöhe aus Sicherheitsgründen weiter beleuchtet ist, wurde die Außenbeleuchtung des Herkules in Kassel abgeschaltet. Foto:dpa
Foto: Uwe Zucchi (dpa)
«Jede Kilowattstunde Energie, die wir einsparen, ist wichtig», sagte kürzlich Ministerpräsident Boris Rhein. Was können hessische Kommunen in der Gaskrise beitragen - sowohl kurz als auch längerfristig?

Kühlere Schwimmbecken, unbeleuchtete Wahrzeichen und kein Warmwasser in öffentlichen Gebäuden: Kommunen können in der aktuellen Gaskrise auf verschiedenste Weise ihren Energieverbrauch drosseln. Der Hessische Städtetag will bis Ende August eine Liste mit Empfehlungen veröffentlichen, wie die Städte und Gemeinden am effektivsten Energie einsparen. Die Deutsche Presse-Agentur hat in drei Städten - im Norden, in der Mitte und im Süden Hessens - nachgefragt, was sie jetzt schon tun.

Im südhessischen DARMSTADT wurden bereits erste Energiesparmaßnahmen getroffen - mit dem konkreten Ziel den Gasverbrauch aller städtischen Gebäude und Einrichtungen rasch um zwanzig Prozent zu reduzieren. «Das muss unser aller Ziel sein», erklärte Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) bereits im Juli. «Die Situation ist sehr besorgniserregend und erfordert konsequentes Handeln.»

Konkret wurde die Beleuchtung öffentlicher Gebäude eingestellt, beispielsweise am Hochzeitsturm auf der Mathildenhöhe. Die Schwimmbecken in öffentlichen Freibädern werden nicht mehr beheizt und in einigen öffentlichen Gebäuden soll die Warmwasseraufbereitung abgeschaltet werden, so dass man sich die Hände nur noch mit kaltem Wasser waschen kann.

Und die Wissenschaftsstadt will sich auch mit Blick auf den anstehenden Winter rüsten: Dann soll die Raumtemperatur in Verwaltung Kitas und Schulen um zwei Grad gesenkt werden. Auch sollen zusätzliche 100 000 Euro in die Optimierung der Heizungswartung investiert werden.

Auch KASSEL hat bereits Schritte unternommen, um Energie zu sparen. So wurde zum Monatsbeginn die Außenbeleuchtung der Rathaus-Fassade und von Gebäuden des Stadtkonzerns sowie andere Effektbeleuchtung im öffentlichen Raum eingestellt. Dazu zählt unter anderem auch die Beleuchtung der Herkules-Statue im Unesco-Welterbe Bergpark Wilhelmshöhe und des documenta-Ausstellungsorts Fridericianum. Das unterhalb gelegene Schloss Wilhelmshöhe wird nachts hingegen aus Sicherheitsgründen weiter beleuchtet.

Zudem wurde der Stadt zufolge der Saunabetrieb im Auebad geschlossen. «Schon jetzt steht fest, dass die Freibäder in Harleshausen und Bad Wilhelmshöhe sowie die Außenbecken des Auebads als große Energieverbraucher nach den Sommerferien ab 5. September schließen», erklärte ein Sprecher.

Die nordhessische Stadt erwäge überdies, die Temperaturen in den Büros der Verwaltung leicht abzusenken. In Kitas, Schulen, Pflegeheimen und Kliniken solle es keine Einschränkungen geben. Auch Sporthallen seien außen vor, da sie sowohl bei Evakuierungsszenarien als auch bei einem Ausfall von Heizung und Strom als temporäre Unterkünfte oder «Wärmeinseln» genutzt werden könnten.

Auch in MARBURG prüft die Stadtverwaltung derzeit nach eigenen Angaben einen ganzen Katalog von Maßnahmen zur Energieeinsparung im Bereich Strom und Wärme – angefangen von den eigenen Gebäuden und Liegenschaften über den Verwaltungsbetrieb bis zum öffentlichen Raum. Zur Diskussion stünden etwa der Bäderbetrieb, die verzichtbare Warmwasserversorgung in Sporthallen, Bürgerhäusern und Verwaltungsgebäuden sowie die schnellstmögliche Nachrüstung noch fehlender LED-Technik für Innen- und Außenbeleuchtung. Aber auch der Verzicht auf die Anstrahlung von Gebäuden oder die Betriebszeiten von Straßenbeleuchtung und Ampelanlagen in Nachtstunden.

Wichtig sei aber auch, «dass die Einsparungen tatsächlich einen relevanten Effekt haben», heißt es in der mittelhessischen Universitätsstadt. Und dass sie in Relation zu ihren sozialen und gesellschaftlichen Auswirkungen sinnvoll und effektiv seien. «Wir machen keine Schnellschüsse, die vielleicht auf den ersten Blick spektakulär aussehen, aber beim Ablesen des Gaszählers wenig oder überhaupt nichts bringen», erklärte Oberbürgermeister Thomas Spies (SPD). «Auch hier geht Sorgfalt vor Aktionismus.»

Kommentare

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie angemeldet und Ihre E-Mail Adresse bestätigt sein!


Benutzername
Passwort
Anmeldung über Cookie merken
laden

Artikel einbinden
Sie möchten diesen Artikel in Ihre eigene Webseite integrieren?
Mit diesem Modul haben Sie die Möglichkeit dazu – ganz einfach und kostenlos!