Kann Kita-Neubau rechtzeitig in Betrieb gehen?

Sozialausschuss: Kreis-Jugendamt verweigert derzeit die Betriebserlaubnis in Großkrotzenburg

Großkrotzenburg
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Wird der Kita-Neubau der Laurentius-Pfarrei in Großkrotzenburg nach den Sommerferien zur Verfügung stehen? Zwar ist das Gebäude an der Kahler Straße fast fertig, hinter den Kulissen aber stehen Fragezeichen.
Foto: Oliver und Karin Klemt
Ist die Be­t­reu­ung al­ler Kin­der bis sechs Jah­re nach den Som­mer­fe­ri­en in Großkrot­zen­burg si­cher­ge­s­tellt? Nach aus­führ­li­chen Be­ra­tun­gen im So­zial­aus­schuss der Ge­mein­de­ver­t­re­tung blei­ben Fra­ge­zei­chen ste­hen. So ist of­fen­bar nicht klar, ob der drin­gend be­nö­t­ig­te Neu­bau der Ki­ta Sankt Lau­ren­ti­us plan­mä­ß­ig zum 1. Sep­tem­ber in Be­trieb ge­hen kann.

Derzeit verweigere das Jugendamt beim Main-Kinzig-Kreis die Betriebserlaubnis, erklärte Hauptamtsleiter Thomas Müller in der Sitzung am Mittwochabend auf Nachfrage aus dem Ausschuss. Hauptgrund ist nach Worten des Ersten Beigeordneten Ulrich Fischer (Die Initiative) ein Plankonflikt zwischen der - bis September ohnehin nicht fertigen - Außenanlage der neuen Kita an der Kahler Straße und dem behördlich geforderten Rettungswege-Konzept.

Fischer sieht nach eigenen Worten »dringenden Handlungsbedarf«, zumal der Gemeindevorstand (GeVo) den Sachverhalt nicht direkt vom Träger und Bauherrn - der katholischen Pfarrgemeinde - erfahren, sondern aufgrund von Gerüchten selbst recherchiert habe. Zur Klärung seien Vertreter der Pfarrei zur GeVo-Sitzung am 14. Juni eingeladen, ein Ortstermin am Neubau werde in Aussicht genommen.

Fest eingeplant ist die neue Laurentius-Kita vor allem zur Deckung des Betreuungsbedarfs für unter Dreijährige (U3). Laut Plan soll die Pfarrgemeinde als Vertragspartnerin der Kommune, die sich auch finanziell beteiligt, künftig drei U3-Gruppen zur Verfügung stellen. Ob das funktioniert, konnten am Mittwoch weder der Hauptamtsleiter noch der Erste Beigeordnete verbindlich sagen. Anlass zu Nachfragen gaben Gerüchte, wonach Sankt Laurentius nur für zwei Gruppen Personal stellen kann, ferner über eine Beschränkung der Kinderzahl auf acht statt zwölf pro Gruppe. Vertraglich sei das nicht festgeschrieben, räumte Müller ein. Auch darüber werde mit dem Träger zu reden sein.

Einen »Plan B«, von Silvia Feuerbaum (Initiative) nachgefragt, konnten Gemeindevorstand und Verwaltung am Mittwoch nicht präsentieren. Dass der bisherige Laurentius-Kindergarten bei verzögerter Inbetriebnahme vorerst weiter geöffnet bleibt, setzt das Rathaus laut Müller voraus, hat aber keine Gewissheit. Unklar ist ferner, ob und in welchem Umfang insbesondere für den U3-Bereich die derzeitige Kooperation mit der Kita Kindernest im benachbarten Hanau verlängern, eventuell auch ausweiten lässt. Die Gemeinde Großkrotzenburg hat dort U3-Plätze angemietet, weil die eigenen Kapazitäten für den aktuellen Bedarf nicht reichen.

Im Gespräch mit allen Großkrotzenburger Kita-Trägern - der Gemeinde mit dem Kinderhaus, der Pfarrei, dem freien Betreiber der Kita am Limes und der Arbeiterwohlfahrt mit dem Waldkindergarten - soll die Verwaltungsspitze bis spätestens September eine weitere Klippe umschiffen: Aufgrund unterschiedlicher Öffnungszeiten und Gebühren-Modelle bestünden derzeit Divergenzen, monierte Irene Smak (CDU), deren Fraktion das Thema in einem Antrag aufgegriffen hatte. Im Ergebnis zahlten Eltern in einigen Einrichtungen faktisch mehr als die per Satzung festgelegten 20 Euro, die für Betreuungsstunden über die täglich sechs kostenfreien Stunden hinaus fällig werden. Die Gemeinde müsse ihre Vorgaben durchsetzen, forderte Uwe Bretthauer (SPD) - notfalls auch bestehende Betreiberverträge außerordentlich kündigen.

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