Insgesamt 760 Covid-19-Patienten im Klinikum Hanau behandelt

Medizin: Corona-Jahr 2020 mit ausgeglichenem Ergebnis abgeschlossen - Elf Millionen Euro in Gebäude und Ausstattung investiert

Hanau
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Hin­ter dem Kli­ni­kum Ha­nau liegt ein her­aus­for­dern­des Jahr 2020, das ab März um­fäng­lich von der Co­vid-19-Pan­de­mie be­stimmt wur­de und dem ge­sam­ten Kli­nik­per­so­nal in je­der Hin­sicht viel ab­ver­langt hat.

Umso erfreuter sind die Verantwortlichen, dass das Pandemie-Jahr 2020 mit einem ausgeglichenen Ergebnis abgeschlossen werden konnte. Mit einem Jahresergebnis von 65.000 Euro liegt das wirtschaftliche Ergebnis circa drei Millionen Euro unter dem des Vorjahres und rund 1,4 Millionen Euro unter dem des Wirtschaftsplans.

Bis Mitte März 2021 wurden im Klinikum 760 Patienten mit einem gesichert positiven Covid-19-Befund stationär behandelt, 157 davon wurden intensivmedizinisch betreut. Das Klinikum Hanau ist aufgrund seiner vorgehaltenen intensivmedizinischen Behandlungsmöglichkeiten eine von sechs sogenannten Corona-Level-1-Kliniken im Versorgungsgebiet Rhein-Main.

Der Gesamterlös von rund 186,5 Millionen Euro lag 3,9 Prozent über dem von 2019. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen lag mit rund vier Millionen Euro etwa 2,1 Millionen Euro unter dem des Vorjahres. Die Zahl der im Jahr 2020 stationär behandelten Patienten (somatisch und psychiatrisch) betrug mit rund 26.700 fast 20 Prozent weniger als im Vorjahr.

Zaun und Schleusenzelt

Mit Beginn der Covid-19-Pandemie wurde auch im Klinikum Hanau organisatorisch alles auf die Umsetzung deutlich verschärfter Hygienemaßnahmen ausgerichtet. Der Umzug des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes, die Einzäunung des Klinikgeländes mit der Errichtung eines Schleusenzeltes als zentralen Zugang und die Bestückung mit Sicherheitspersonal an allen gewohnten Zu- und Durchgängen, waren nur die sichtbare Spitze des Berges aller dann noch folgenden Maßnahmen. Mitte März wurden per Allgemeinverfügung alle Krankenhäuser aufgefordert, planbare Operationen zu verschieben, um die Versorgungskapazitäten für die Corona-Patienten freizuhalten.

Als Ausgleich für die dadurch entfallenden stationären und sonstigen Erlöse galt für das Klinikum Hanau ein Betrag in Höhe von 560 Euro für jeden nicht erbrachten Belegungstag gegenüber dem Vergleichszeitraum 2019. Diese Regelung galt bis Ende September. Mit Einsetzen der zweiten Welle Mitte Oktober wurde am 18. November die sogenannte Freihaltepauschale eingeführt, die 90 Prozent der bisherigen Leerstandpauschale betrug und aktuell bis zunächst 31. Mai 2021 weiter gilt. Eine Auszahlung ist aber an das Überschreiten einer regionalen Sieben-Tages-Inzidenz und eine Mindestauslastung der Intensivbetten gebunden. Die Gesamterlöse 2020 beinhalten daher auch die vom Bund erhaltenen Ausgleichszahlungen für aufgrund der Pandemie nicht erbrachte Leistungen gegenüber 2019.

Deutliche Mehrkosten

Trotz des deutlichen Fallzahlrückganges stiegen die Personal- und Sachkosten um zusammen 5,3 Prozent. Während bei den Personalkosten ein Anstieg durch Tarifsteigerungen und zusätzliches Personal für beispielsweise stark belastete Pflegebereiche, Testambulanzen und den Schleusenzugang verursacht wurde, machten sich deutliche Mehrkosten beim Material durch den stark erhöhten Bedarf und die exorbitanten Preissteigerungen für beispielsweise Schutzausrüstung oder Narkotika bemerkbar.

Insgesamt elf Millionen Euro wurden in Gebäudemodernisierung, Ausstattung, Sanierung, Medizingeräte und Informationstechnologie investiert.

Stationen saniert

Die Modernisierung des Klinikstandorts schritt mit der Sanierung der Stationen H6C-H11C im Haupthaus weiter voran. Vier Stationen wurden bereits fertiggestellt, im Oktober 2021 soll auch die Sanierung der noch fehlenden zwei Stationen abgeschlossen sein. Daneben wurde die Erweiterung der Onkologischen Ambulanz von 16 auf 21 Behandlungsplätze planmäßig begonnen und soll Mitte des Jahres fertiggestellt sein.

Im Juli 2019 wurde die Medizinische Klinik IV für Rhythmologie gegründet. Seitdem werden im Klinikum Hanau elektrophysiologische Untersuchungen (EPU) durchgeführt. Die elektrophysiologische Untersuchung dient der Diagnostik und Therapie von Herzrhythmusstörungen. Das nun für circa 1,5 Millionen Euro fertiggestellte EPU-Labor verfügt über modernste Systeme für die Behandlung von komplexen Rhythmusstörungen.

Die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin hat ihr Behandlungsspektrum um einen Kinder-Gastroenterologen erweitert, Oberarzt Mark Wittschorek hat sich auf die Erkrankungen des kindlichen Verdauungstraktes und altersgerechte Diagnose- und Behandlungsmethoden spezialisiert. Mit dem im Main-Kinzig-Kreis einzigartigen Modell des Bunten Kreises ist seit Anfang des Jahres am Klinikum auch die Nachbetreuung von Familien mit Frühgeborenen oder chronisch kranken Kindern nach dem Krankenhausaufenthalt gesichert.Originalmitteilung des Klinikums Hanau (gekürzt)

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