»Immer mehr Menschen entdecken die Vorzüge des Wanderns«

Peter Carrion und Bruno Rüger: Die Vorsitzenden des Wanderklubs »Berg auf« Babenhausen zum 100-jährigen Vereinsbestehen und über ihre Konzepte für die Zukunft

Babenhausen
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Bruno Ruger
Foto: Melanie Schweinfurth
Peter Carrion
Foto: Melanie Schweinfurth
Mit Be­we­gung an fri­scher Luft der Ge­sund­heit Gu­tes tun, Ge­mein­schaft er­le­ben, Men­schen und Kul­tu­ren in an­de­ren Re­gio­nen ken­nen­ler­nen, das hei­mat­li­che Brauch­tum pf­le­gen - all das sind Grün­de, warum Men­schen in Wan­der­ve­r­ei­nen ak­tiv sind. So auch im Wan­der­klub »Berg auf« e.V. Ba­ben­hau­se­ne.V. , der nun sein 100-jäh­ri­ges Be­ste­hen fei­er­te. Im In­ter­view mit un­se­rem Me­di­en­haus be­rich­ten Vor­stands­mit­g­lied Pe­ter Car­ri­on und Vor­stands­bei­sit­zer Bru­no Rü­ger von der Fas­zi­na­ti­on des Wan­derns, von den Her­aus­for­de­run­gen, ei­nen Ve­r­ein auch durch Kri­sen­zei­ten zu steu­ern und schil­dern ih­re Kon­zep­te für die Zu­kunft.

Main-Echo: Der Wanderklub »Berg auf« ist in diesen Tagen 100 Jahre alt geworden. Wie hat es der Verein geschafft, die vielfältigen Aufgaben in all den Jahren zu meistern?

Peter Carrion: Die Antwort liegt im Wort »Verein«. Es bedeutet, dass Menschen vereint an den Plänen und Aufgaben arbeiten und gemeinsam auch durch schwierige Zeiten gehen. Der Schlüssel liegt also darin, dass den Mitgliedern die Bedeutung des Wortes bewusst ist. Ich sage gern - frei nach John F. Kennedy - »Frage nicht, was der Verein für dich tun kann, sondern was du für den Verein tun kannst.«

Main-Echo: Während der Corona-Pandemie war häufig zu hören, dass es eine neue Lust am Wandern gäbe, weil es eine der wenigen Sportarten ist, bei denen es keine größeren Einschränkungen gab. Hat der Wanderklub das auch beobachten können?

Carrion: Nach den Corona-Beschränkungen hatten viele Menschen einen großen Bewegungsdrang, das haben wir auch wahrgenommen. Ich glaube schon, dass immer mehr die Vorzüge des Wanderns entdeckt und realisiert haben.

Main-Echo: Hat der Wanderklub davon profitieren können? Stichwort: Mitgliederzuwachs.

Bruno Rüger: Das Wandern lag wegen der Pandemie eine Zeitlang nicht nachhaltig im Trend. Nun realisieren wir wieder eine Aufschwungbewegung. Heute binden sich die Menschen nicht mehr so schnell an einen Verein wie früher, als Vereine oft eine Art zweite Familie waren. Die Struktur bei den bestehenden Mitgliedschaften ist stabil, der Wanderplan ist gut gefüllt. Um neue Mitglieder muss man mit guten Angeboten werben.

Main-Echo: Was unternimmt der Wanderklub, um Mitglieder zu gewinnen?

Rüger: Neben unseren umfangreichen Wanderangeboten, die wir in unserer Homepage aktuell präsentieren, gibt es Überlegungen, ein Weinfest und neue Tage der offenen Tür im Vereinshaus auszurichten. Außerdem möchten wir gezielt die Neubaugebiete, in denen meist Familien mit Kindern leben, ansprechen und mit Info-Flyern auf uns aufmerksam machen. Auch wollen wir ein regelmäßiges Seniorencafé ausrichten. Denn der Wanderklub hat schon einige Male Menschen mitgenommen, die nach dem Verlust ihres Partners einsam geworden sind. Das gemeinsame Wandern ist ideal, um wieder Anschluss zu bekommen und neue Freundschaften zu knüpfen und dies ohne Verpflichtungen.

Carrion: Wie auch in der Vergangenheit wirken wir bei den Kinder-Ferienspielen der Stadt mit und haben mit dem Programmpunkt »Schatzsuchen« starke Resonanz geerntet. Einen Schub gab es, als wir vor vielen Jahren unseren Wanderradius erweitert hatten und auch Mehrtages-Wanderreisen in europäische Nachbarländer anboten.

Main-Echo: Gibt es Wandertouren, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben sind?

Rüger: Jede Tour hat ihre Besonderheiten und ist auf eigene Art reizvoll. Das kann eine Themenwanderung in der näheren Umgebung sein ebenso wie eine Radtour um den Bodensee, eine Wanderreise ins Zillertal oder nach Südtirol. Genauso wichtig wie das Ziel ist ja das Wandern an sich.

Carrion: Sobald ich die Wanderschuhe anhabe und der Rucksack gepackt ist, beginnt für mich immer wieder ein schöner Tag, an dem meine Frau und ich sehr gern mit den Vereinsmitgliedern unterwegs sind. Wandern ist eine besondere Freude, an der alle teilhaben können.

Wanderklub »Berg auf« Babenhausen

Der Wanderklub »Berg auf« Babenhausen wurde am 2. August 1922 gegründet und hatte zunächst nur männliche Mitglieder. 100 Jahre später zählt der Verein 330 Mitglieder, viele von ihnen sind Frauen. Schon im Gründungsjahr musste sich der Wanderklub mit einer rasanten Geldentwertung auseinandersetzen. Innerhalb eines Jahres stieg der Beitrag um das 60-fache. Anfänglich gehörte zum Wanderklub eine Mandolinengruppe. Sie ist inzwischen aufgelöst, dafür haben sich Fahrradgruppen gebildet. Mit dem Geocaching hat auch die Digitalisierung im Wanderverein Einzug gehalten. (schme)

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