Gruppenwasserwerk Dieburg erhält modernes Laborgebäude

Trinkwasser: Zur Qualitätssicherung werden über zwei Millionen Euro investiert - Umbau des Verwaltungsgebäudes

Babenhausen
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Der Zweckverband Gruppenwasserwerk Dieburg wandelt derzeit mit einem Kostenaufwand von mehr als zwei Millionen Euro das ehemalige Verwaltungsgebäude im Wald bei Hergershausen in ein Laborgebäude um. Die Arbeiten werden erst im kommenden Jahr abgeschlossen.
Foto: Michael Prasch
Das in der Wald­zo­ne zwi­schen Ep­perts­hau­sen und dem Ba­ben­häu­ser Stadt­teil Her­gers­hau­sen ge­le­ge­ne Grup­pen­was­ser­werk Die­burg ist seit Jahr­zehn­ten be­st­rebt, trink­fer­ti­ges Was­ser von ho­her Qua­li­tät in ei­ner Re­gi­on aus­zu­lie­fern, in der 130.000 Men­schen le­ben. Um die­sen Stan­dard ga­ran­tie­ren zu kön­nen, sind re­gel­mä­ß­i­ge Un­ter­su­chun­gen und Prü­fun­gen in ei­nem La­bor not­wen­dig. Und ein sol­ches La­bor wird der­zeit neu mit ei­nem Kos­ten­auf­wand von rund 2,2 Mil­lio­nen Eu­ro er­s­tellt. Das ehe­ma­li­ge Ver­wal­tungs­ge­bäu­de wird ent­sp­re­chend um­ge­baut.

»Das wird voraussichtlich bis Mitte des kommenden Jahres dauern«, sagt der technische Leiter des Gruppenwasserwerks, Wolfram Wittwer, auf Anfrage und gibt weitere Erläuterungen. Die Finanzierung erfolgt bereits zu 80 Prozent in diesem Jahr, so Wittwer, der Rest im kommenden.

Das Verwaltungsgebäude, das nun in ein Laborgebäude umgewandelt wird, war in den vor etwa vier Jahrzehnten errichtet worden und wurde vor rund sieben Jahren durch einen Neubau ersetzt, der mit 3,2 Millionen Euro erstellt worden war. Nun erfolgt mit der Einrichtung eines modernen Labors eine weitere wichtige Investition zur langfristigen Sicherungen der Wasserversorgung. Und das auch mit neuer fachtechnischer Einrichtung und Ausstattung, wie Wittwer sagt.

Die ständige Trinkwasseranalyse soll eine hohe Wasserqualität garantieren. In der Tat gibt es kein Lebensmittel, das so streng kontrolliert wird wie Trinkwasser. Denn für viele Wasserinhaltsstoffe sind gesetzliche Grenzwerte festgelegt, wie etwa den Nitratanteil. Die Einhaltung der Werte wird vom Gesundheitsamt überwacht. Und das Gesundheitsamt bestätigt, dass alle Messwerte des vom Zweckverband Gruppenwasserwerk verteilten Wassers weit unter den gesetzlich Grenzlinien liegen.

Wie das Gruppenwasserwerk mitteilt, nehmen die Experten des werkseigenen Labors ständig Untersuchungen vor, die weit über das hinausgehen, was gesetzlich vorgeschrieben ist. Regelmäßig werden in vielen Bereichen der Wassergewinnung und im Verteilungsnetz Proben entnommen, werden jährlich eine Vielzahl von chemischen Analysen sowie etwa tausend bakteriologische Untersuchungen durchgeführt.

Das Gruppenwasserwerk liefert täglich im Versorgungsgebiet, das vom Rodgau bis in den vorderen Odenwald und den Bachgau reicht, um die 18.000 Kilometer frisches Trinkwasser aus. An heißen Tagen laufen die Pumpen sozusagen auf vollen Touren. Auch in den letzten Trockenjahren konnte der Zweckverband, dem Städte und Gemeinden im östlichen Kreisgebiet und auch die vor der Gebietsreform zum Kreis Dieburg gehörenden Kommunen Urberach, Ober- und Nieder-Roden angehören, die Versorgung sichern, ohne einen zeitweisen Lieferstopp ausrufen zu müssen.

Das aus den Tiefbrunnen in der Wald- und Feldgemarkung aus einer dem Grundwasserbereich von etwa 60 Meter geförderte Wasser wird im Gruppenwasserwerk in drei Schritten aufbereitet und so richtig trinkbar gemacht. Da das aus tiefen Schichten gepumpte Wasser, das auch durch tonhaltige Bodenschichten gesickert ist, zum Beispiel erhöhte Eisen- und Manganwert enthält, müssen diese ausgefiltert werden. Sonst würde das Wasser aus den Leitung metallisch schmecken, trübe aussehen und beim Wäschewaschen Rostflecken hinterlassen, beschreiben es die Fachleute.

Die Filterung funktioniert nicht so einfach wie mit einem Kaffeefilter. So wird unter anderem in einem speziellem Verfahren Luft in das Wasser eingeleitet, damit sich die unerwünschten Stoffe leichter herausfiltern lassen. Das Roh-Wasser aus den Brunnen rieselt aus einer Höhe von fünf Metern in einer Kaskade zerstäubernd in die Tiefe. Bei der Belüftung wird auch der Kohlensäuregehalt des Wassers reduziert. Weiter eingeschaltet sind Reaktionsbecken, Zwischenpumpen und Kiesfilter.

Im drei Meter hohen Kiesbett und neun Filterkessel werden die Eisen- und Manganpartikel herausfiltriert. Jeder der Enteisenungsfilter ist mit über 60 Tonnen Kies gefüllt. Diese müssen nach einer Laufzeit von etwa 80 Stunden selbst wieder gespült werden.

Nach der Filtration wird das Wasser im 2000 Kubikmeter fassenden Reinwasserbehälter zwischengespeichert und durch die Pumpen im Netzpumpwerk in das Verteilungsnetz eingespeist, so die Auskunft von der Leitung des Wasserwerks.

Nach der Filterung kommt das Wasser sozusagen pur zu den Verbrauchern ohne jede Zusätze von chemischen Substanzen, wie etwa Chlor.

Das in den Wäldern und Feldgemarkungen rund um Hergershausen und in der Schaafheimer Senke aus den mehr als zwanzig Tiefbrunnen gepumpte Wasser stammt aus Grundwasser-Schichten, die sich in der letzten Eiszeit gebildet haben, die vor etwa 12.000 Jahren zu Ende ging. Damals haben sich die mächtigen Sand- und Kiesschichten gebildet. Und diese filtern gewissermaßen bereits auf natürliche Weise das Grundwasser vor.

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