Dieburger Großereignis mit kleinen Abstrichen

Martinsmarkt: Gewerbeverein richtet die Veranstaltung vom 5. bis 7. November in der Innenstadt und im Fechenbach-Park - Abschlusskonzert am Sonntag

Dieburg
2 Min.

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Der Dieburger Marktplatz während dem Martinsmarkt, fotografiert aus dem Riesenrad am Rathaus. Dieses Bild wird es vom 5. bis 7. November wieder geben.
Foto: Jens Dörr
Erst­mals seit Fast­nacht 2020 wird es in Die­burg wie­der ein Gro­ßer­eig­nis ge­ben: Der Ge­wer­be­ve­r­ein hat am Di­ens­tag fi­nal ent­schie­den, vom 5. bis 7. No­vem­ber sei­nen 35. Mar­tins­markt durch­zu­füh­ren.

Den Willen, seine größte Veranstaltung und zugleich den größten vorweihnachtlichen Markt im Ostkreis Darmstadt-Dieburg über die Bühne zu bringen, hatte der 200 Mitgliedsunternehmen starke Dieburger Verein schon seit Monaten. Doch erst jetzt, vier Wochen vorher, konnten Vereinsvorsitzende Evelin Allmann und Marktmeister Alois Ostner Nägel mit Köpfen machen.

Letzte Mosaiksteinchen waren in den vergangenen Tagen die Bestärkung durch Bürgermeister Frank Haus (parteilos) und die behördliche Akzeptanz des Hygienekonzepts. Letzteres hat Verena Anthofer verfasst, die Ostner in diesem Jahr erstmals bei der Organisation des Martinsmarkts unterstützt und den Dieburger Kaufmann (Kaufhaus Enders) nach mehr als drei Jahrzehnten in dieser Funktion als Marktmeisterin beerben soll. Allmann hebt auch die Unterstützung durch Christiane Preiß vom Ordnungsamt hervor. »Uns war wichtig, dass wir die Entscheidung zum Martinsmarkt zusammen mit der Stadt treffen«, betont die Vereinschefin.

Der bislang letzte Dieburger Martinsmarkt fand 2019 statt. 2020 wurde er abgesagt. Nun das Comeback - das tatsächlich wieder weitgehend wie vor Corona werden soll. Teil des Gewerbevereins-Konzepts ist es, auf einzelne Attraktionen zu verzichten. So wird es diesmal keine Musikbühne vor dem Rathaus geben, keinen Luftballon-Wettbewerb für Kinder und keine historische Münzprägung am Eingang vom Marktplatz in den Fechenbach-Park. »Damit wollen wir Ansammlungen von Menschen reduzieren«, sagt Allmann. Zudem wird der Heimatverein am Martinsmarkt-Sonntag diesmal nicht den historischen Mühlturm am Amtsgericht öffnen. »Da wird es drinnen einfach zu eng«, sagt Allmann.

Darüber hinaus hat der Gewerbeverein beschlossen, in diesem Jahr keine Radiowerbung zu schalten und diesmal hauptsächlich auf Besucher aus Dieburg und der näheren Umgebung zu setzen, erläutert Allmann. In normalen Jahren kommen - gerade wegen des mittelalterlichen Marktteils im Fechenbach-Park - auch viele Menschen aus dem Offenbacher, Aschaffenburger und Odenwälder Raum. Marktmeister Ostner ergänzt, dass es in der Innenstadt und im Park diesmal »nur« rund 120 (statt der sonst üblichen 150) Stände sein werden. »Damit wollen wir den Markt etwas entzerren.«

Trotzdem werden die Besucher - in normalen Jahren kommen nach Schätzungen über die drei Tage hinweg rund 30.000 - den Martinsmarkt fast in der gewohnten Form vorfinden. Ausgeschlossen ist bei der Freiluft-Veranstaltung niemand: Es gibt keine Zugangskontrollen und keine 3G-Pflicht. »Wir appellieren an die Eigenverantwortung der Menschen«, sagt Allmann und nennt ein Beispiel: Gehe es beim Anstellen an einer Bude mal enger zu, solle man kurz einen Mund-Nase-Schutz aufziehen. In den Gaststätten und Geschäften - der Martinsmarkt-Sonntag ist von 13 bis 18 Uhr verkaufsoffen - gelten weiter die üblichen Corona-Regeln mit Personenbegrenzung und Maskenpflicht. Die Betreiber und Mitarbeiter der Buden und Fahrgeschäfte - wie dem Riesenrad am Rathaus - werden vom Gewerbeverein in Sachen Infektionsschutz gesondert gebrieft.

Freuen dürfen sich die Martinsmarkt-Fans nicht nur auf Kunsthandwerker und mittelalterliche Gaukler im Fechenbach-Park sowie auf viele kulinarische Leckereien und die stimmungsvolle Atmosphäre in der ganzen Innenstadt, sondern auch aufs traditionelle Martinsmarkt-Konzert (siehe »Hintergrund«). Noch offen ist, ob in diesem Jahr - wie sonst stets - Delegationen aus den Dieburger Partnerstädten Aubergenville (Frankreich) und Mladá Boleslav (Tschechien) anreisen und am Rathaus eigene Buden betreiben werden. Involviert sind neben professionellen Beschickern auch wieder mehrere Dieburger Gruppen und Vereine, vor allem auf dem Marktplatz.

Eröffnet wird der Martinsmarkt am Freitag, 5. November, um 15 Uhr.

»Ich weiß, dass wir jetzt im Fokus stehen«, blickt Evelin Allmann voraus. »Wir nehmen den Gesundheitsschutz sehr ernst und haben das auch schon bei unseren Shopping-Veranstaltungen bewiesen. Wir wollen aber nun, da die meisten Menschen geimpft sind, ein Zeichen setzen, dass wir weiterdenken und dass es weitergeht!«

Hintergrund: Martinsmarkt-Konzert mit Frauenchor

Der Dieburger Martinsmarkt klingt am Sonntagabend, 7. November, traditionell mit dem Konzert in der Stadtpfarrkirche St. Peter und Paul aus. Das Konzert gestalten im Wechsel Dieburger Chöre und Orchester. Trotz der kurzfristigen finalen Entscheidung pro Martinsmarkt gibt es das Konzert auch 2021: Diesmal gestaltet es der Frauenchor Dieburg, den Stefan Braun an der Orgel begleitet. Die musikalische Leitung des Konzerts obliegt Hans-Dieter Müller, dem Dirigenten des Chors. Beginn des Martinsmarkt-Konzerts ist am Sonntag um 20 Uhr. Der Eintritt ist frei. jed

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