Bis zu zehn Ärzte unter einem Dach

Gesundheit:Medizinisches Versorgungszentrum öffnet in Babenhausen - Mehrere Fachrichtungen in Michelsbräu

Babenhausen
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Rundgang durch die neuen Praxisräume: Ab 1.1.2019 geht das MVZ unter Leitung von Dr. Abrar Mirza offiziell an den Start. Foto: Friedrich
Foto: Ursula Friedrich
2016 war die Un­ter­ver­sor­gung mit Ärz­ten in Ba­ben­hau­sen dra­ma­tisch: Drei Me­di­zi­ner gin­gen in Ru­he­stand, ein Haus­arzt ver­sorg­te 3200 Ein­woh­ner. Dann kam Dr. Abrar Mir­za, Fach­arzt für All­ge­mein- und Not­fall­me­di­zin, mit sei­nem Plan für das ers­te me­di­zi­ni­sche Ver­sor­gungs­zen­trum (MVZ) in Ba­ben­hau­sen.

Am Samstag wurde es im ehemaligen Michelbräu-Gebäudefeierlich eröffnet.

»Wir Ärzte sollten umdenken«, sagte er bei der Feier und plädierte für ein »Wir« unter Kollegen. Er wolle nicht behandeln und die Patienten dann »mit einer Überweisung bis nach Schlüchtern schicken.« Die Zukunft für die ärztliche Versorgung auch außerhalb großer Städte liege im MVZ (siehe »Hintergrund«), wo Vieles unter einem Dach geboten werde.

Bis zu zehn Fachärzte können im Babenhäuser MVZ auf mehr als 550 Quadratmetern parallel arbeiten. Mirza will nicht nur die Grundlage für ausreichende hausärztliche Betreuung schaffen, sondern Fachärzte unterschiedlicher Spezialgebiete mit ins Boot holen. Er ist zuversichtlich, dass dies gelingt: »Viele Kollegen sind mit der Arbeitssituation in Kliniken unzufrieden. Die Ärzte bewerben sich bei mir, denn sich sehnen sich nach geregelten Arbeitszeiten.« Die finanzielle Verantwortung für das MVZ stemmt der Mediziner, der das denkmalgeschützte Gebäude angekauft hat, im Alleingang.

Zum Team zählt das Babenhäuser Bauunternehmen Aumann. »Der Standort der ehemaligen Brauerei war prädestiniert für ein MVZ«, sagt Markus Aumann. Im angrenzenden Sudhaus sollen laut dem Michelsbräu-Investor im Sommer 2019 die Löwenapotheke und ein Augenarzt einziehen. Räumliche Optionen für Therapeuten, ein Sanitätshaus und mehr seien vorhanden.

Auch, weil mit dem Gesundheitsforum, dem Gremium aller Leistungsanbieter, eine Lobby vor Ort demselben Ziel entgegenstrebte: einem MVZ. »Mit Dr. Mriza kam nicht nur ein Arzt, sondern jemand mit Mut und Managementfähigkeit«, sagte Elke Kessler, Geschäftsführerin des Reinheimer Unternehmens ASD Concepts, das im Auftrag der Stadt 2013 zur Umsetzung eines Konzeptes zur Gesundheitsversorgung beauftragt worden war.

Der Praxisbetrieb beginnt ab sofort, formal geht das MVZ erst ab am 1. Januar in Betrieb. Mit an Bord sind bisher Gabriele Kehl, Fachärztin für Innere Medizin und Rheumatologie, eine Laborantin, ein Rettungsassistent, drei Arzthelferinnen und eine Auszubildende. Derzeit laufen Gespräche mit einer eine Diabethologin, einer orthopädischen Klinik und einem Chirurgen, ein Radiologe soll im neuen Jahr hinzustoßen.

URSULA FRIEDRICH
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