Abbrucharbeiten für 81 Wohnhäuser

Stadtentwicklung: An der Frankfurter Straße in Babenhausen entsteht auf einer Fläche von rund drei Hektar eine Wohnsiedlung

Babenhausen
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Auf dem ehemaligen"Iroplastics"-Gelände an der Frankfurter Straße in Babenhausen werden auf einer Fläche von rund drei Hektar alle Gebäude abgebrochen. Es wird Platz gemacht für die Errichtung von 81 Doppel- und Reihenhäuser. Derzeit sind die Abbrucharbeiten im Gange.
Foto: Michael Prasch
Wo an der Frank­fur­ter Stra­ße am nörd­li­chen Stadtrand von Ba­ben­hau­sen vor 60 Jah­ren die Fir­ma Iro­plastics mit der Pro­duk­ti­on be­gann und in den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten dann un­ter an­de­rem das Kult­lo­kal Ele­fant mit Bil­lard und Sport­bar ein­lud, wird jetzt das Ge­län­de ge­räumt. Auf ei­ner Fläche von knapp drei Hektar wer­den al­le Ge­bäu­de ab­ge­bro­chen, sind Bag­ger und Pla­nier­rau­pen im Ein­satz, wird das Ge­län­de für ei­ne Be­bau­ung mit 81 Rei­hen­häu­s­ern frei ge­macht.

Das Baugenehmigungsverfahren ist im Gange, aber die letzte Genehmigung noch nicht erteilt, wie Jürgen Deckarm als Fachbereitsleiter für Stadtplanung und Hochbau im Stadtbauamt auf Nachfrage mitteilte. In den nächsten Jahren wird an der Frankfurter Straße also ebenso wie in den »Kaisergärten« auf dem ehemaligen Kasernengelände nahe der Aschaffenburger Straße (B 26) neuer Wohnraum geschaffen.

Auf dem Kasernen-Areal wurde bereits vor zwei, drei Jahren mit Abbrucharbeiten begonnen, wurden weitflächig mehr als hundert Gebäude, darunter Hallen und Wohnhäuser aus der US-Ära der Kaserne abgeräumt. Allerdings nicht die historischen Bauten aus der Kaiserzeit um 1900, als die Stadt Babenhausen die Kaserne bauen ließ. Und dafür sogar Darlehen von den Einwohnern aufnahm. Die etwa zwanzig Bauwerke aus den Anfangsjahren stehen unter Denkmalschutz und werden künftig als »Kreativquartier«genutzt.

An der Frankfurter Straße war früher eine Gewerbezone, gab es einst das Sägewerk und die Möbelfabrik Willand, lief dann ab 1960 die Produktion bei der Firma Iroplastics an. Es wurden Verpackungsmaterial, Folien und unter anderem Styroporplatten und Material für Matratzen hergestellt. Die Produktion aber dann etwa ein Jahrzehnt später bereits wieder beendet und dann zum Beispiel eine Autolackiererei eingerichtet. Und auch das Billard-Cafe Elefant mit Restaurant, das von einem indischstämmigen Gastronomen geführt wurde. Er hatte das Elefant fast zwei Jahrzehnte lang betrieben, ist vor einigen Monaten in das seit mehr als ein Jahrhundert bestehende Hotel Deutscher Hof nahe dem Bahnhof umgezogen, als sich abzeichnete, dass der Standort an der Frankfurter Straße keine Zukunft mehr hat. Im Hotel ist die Fortführung des Restaurants mit internationaler Küche möglich, allerdings nicht mehr das Billardspiel.

Die Umwandlung des einstigen Gewerbebereichs an der Frankfurter Straße 44 in ein Wohngebiet kam schon vor mindestens einem Jahrzehnt ins Gespräch, wurde aber nicht forciert. In der Kommunalpolitik sträubte man sich gegen die Aufwertung von relativ preisgünstigem Gewerbegelände in teures Bauland für den Wohnungsbau. Ein Beispiel dafür war die angestrebte teilweise Umwandlung des großen Areals der Firma Elbschliff nahe den Straßen in Richtung Langstadt und Schaafheim, bevor das Unternehmen dann in Richtung Aschaffenburg abzog, als seine Pläne nicht akzeptiert wurden. Auf dem ehemaligen Iroplastics-Gelände darf aber nun in den kommenden Jahren eine Wohnbebauung erfolgen. Die Vista GmbH mit einer Niederlassung in Neu-Isenburg hat längst Pläne für eine Reihenhaus-Siedlung mit insgesamt 81 Reihen- und Doppelhäusern entwickelt. Das Netto-Bauland umfasst um die 1,8 Hektar. »Die geplante Wohnsiedlung des Bauträgers Vista hat jetzt im südhessischen Babenhausen im kommunalpolitischen Prozess eine Hürde genommen«, meldete das Unternehmen auf seiner Homepage. Vorausgegangen war ein ziemliches »Gezerre« auf kommunalpolitischer Ebene, wurde schließlich sogar die Errichtung eines Kindergartens zugesagt, als die Kommunalpolitiker auf die Beteiligung an den infrastrukturellen Folgekosten bestanden.

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