Zwischenbilanz der Gesundheitsregion Plus

Medizinische Versorgung: Landrat bewertet »kompetentes Netzwerk« als Erfolg - Förderung läuft noch bis 2019

Miltenberg
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Die Si­che­rung der ärzt­li­chen Ver­sor­gung und die Ge­win­nung von Nach­wuchs­me­di­zi­nern als Haus­ärz­te blei­ben schwie­ri­ge Auf­ga­ben für die Kom­mu­nal­po­li­tik im Kreis und für die Ge­schäfts­s­tel­le der Ge­sund­heits­re­gi­on plus.
In diesem zentralen Aufgabenfeld konnte Lena Ullrich als Leiterin der Geschäftsstelle dem Kreistag am Montag einige Fortschritte melden. So konnte man die Kassenärztliche Vereinigung Bayern (KVB) zur Einrichtung einer Kinderarzt-Hotline bewegen. Weiter nannte Ullrich die Gründung des Weiterbildungsverbundes als wichtigen Baustein für die Gewinnung von Nachwuchsmedizinern. Es gab aber auch vergebliche Anstrengungen: »Unsere Bemühungen um eine zweite
Bereitschaftspraxis im Süden des Landkreises führten nicht zum Erfolg«, sagte Ullrich.
Der Bericht von Ullrich vor dem Kreistag war praktisch der Halbzeitbericht für das Projekt Gesundheitsregion Plus. Seit Mai 2015 gibt es die Geschäftsstelle, die durch den Freistaat mitfinanziert wird, bis 2019 läuft das Förderprogramm noch. Der Kreis Miltenberg ist eine von derzeit 39
Gesundheitsregionen in Bayern.
Für Landrat Jens Marco Scherf hat die Arbeit von Geschäftsstelle, Gesundheitsforum und Arbeitsgruppen schon jetzt Früchte getragen. Es sei gelungen, alle regionalen Akteure einzubinden und ein kompetentes Netzwerk zur Optimierung der wohnortnahen Gesundheitsversorgung zu bilden. Laut Lena Ullrich sind Einsatz und Engagement aller Beteiligten anhaltend hoch. In den drei Arbeitsgruppen Gesundheitsversorgung, Gesundheitsförderung und Prävention sowie Pflege, Palliativ- und Hospizversorgung werde intensiv gearbeitet.
Trotzdem blickt Florian Herrmann (Neue Mitte) eher skeptisch in die Zukunft. Angesichts der
Altersstruktur der Hausärzte im Kreis werde es schwer, die Versorgung auf heutigem Stand zu halten. »Wir müssen aufpassen, dass aus Plus nicht Minus wird«, warnte er. »Zum Jahresende suchen neun Hausärzte im Kreis Nachfolger für ihre Praxen«, ergänzte Karl-Heinz Paulus (SPD).
Heinz Linduschka (FDP) kritisierte, dass die Handlungsmöglichkeiten des Kreises bei der Krankenhaus- und Arztversorgung klein sind: »Bei der KVB rennen wir mit dem Kopf gegen die Wand«, sagte er. »Hier müssen wir uns mit den anderen Gesundheitsregionen zusammenschließen, um wieder Einfluss zu gewinnen.« Georg Kümmel
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