Wohnmodell für Senioren im Bürgstädter Ortszentrum
Schwanenhöfe: Geplante Anlage in Bürgstädter Ortszentrum
Das 4300 Quadratmeter umfassende Gelände des ehemaligen Gasthauses »Schwanen« soll ab 2021 Senioren aus Bürgstadt ein neues Zuhause bieten.
Geplant sind betreutes Wohnen in 50 bis 80 Quadratmeter großen Appartements. In einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft - ein Novum im Landkreis - können zwölf Senioren selbstbestimmt mit eigenem Rückzugsbereich in einer Gemeinschaft zu leben. Eine Tagespflegestätte ermöglicht älteren Menschen, zuhause zu leben und tagsüber gut versorgt zu sein. Die Caritas-Sozialstation will vor Ort mit ihren vielfältigen Angeboten und Dienstleistungen das Leben im Alter erleichtern.
Joachim Roth von der Arbeitsgemeinschaft »Neue Wohnkonzepte für ältere Menschen« stellte die Pläne für die Schwanenhöfe vor. Selbstständigkeit, Sicherheit und Geborgenheit stünden an erster Stelle. Die meisten Menschen wünschten sich, im Alter im gewohnten Umfeld zu leben. Mit den vier Säulen betreutes Wohnen, Tagespflegestätte, Seniorenwohngemeinschaft und der Sozialstation werde eine »Komplexeinrichtung mit der ganzen Versorgungskette« geschaffen, so Roth, die es im Landkreis kein zweites Mal gebe. Besonders hob er die optimale Lage im Zentrum der Marktgemeinde hervor.
Bauträger ist »Spiegel Consulting«. Geschäftsführerin Elke Spiegel betonte: »Wir planen für Menschen und greifen auf Handwerker in der Region zurück.«
Jürgen Kubitza vom Architekturbüro Knapp und Kubitza aus Miltenberg stellte die Planung vo und zerstreute gleich die Sorgen der Bürgstädter. »Der Schwanen bleibt bestehen und auch die Bäume werden größtenteils erhalten.« An das Gebäude des Schwanen, wo die Sozialstation einzieht und zwei Wohnungen im Obergeschoss geplant sind, schließt ein großes Gebäude an. Dort sind Tagespflege, Wohngemeinschaft und weitere Seniorenwohnungen vorgesehen. In einem weiteren Gebäude finden sich ebenfalls seniorengerechte Wohnungen.
Kubitza sprach von einer »terrassierten Anlage«, die auf einer Tiefgarage mit bis zu 36 Stellplätzen aufgesetzt ist. Alle Geschosse seien miteinander verbunden und mit Liften ausgestattet. Das leicht abschüssige Gelände erlaube eine dreigeschossige Bauweise, so der Architekt, ohne dass dabei Gebäudeklötze entstünden.
Bürgermeister Thomas Grün hatte zu Beginn der Sitzung, zu der zahlreiche Zuhörer gekommen waren, von einer der wichtigsten Sitzungen im Rat gesprochen. Er zeigte sich zufrieden, dass man nun beim »Schwanen« einen großen Schritt weiter ist. Marianne Krommer (ÖDP / Grüne) wollte wissen, wie der weitere Zeitplan aussieht. »Sobald der Bebauungsplan geändert ist, kann der Bauantrag gestellt werden«, erklärte Kubitza. Er rechnet Mitte 2019 mit dem ersten Spatenstich und einer anschließende Bauzeit von 18 Monaten. »Einzug könnte 2021 sein«, fügte Elke Spiegel an. Auf Sorge von Gaby Münch (SPD) versicherte Architekt Roth, die Tiefgaragenein- und -ausfahrt im Mühlweg sei ausreichend groß für Senioren vorgesehen.
Der Rat beschloss die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans »Schwanenhöfe«. Parallel dazu wird der Flächennutzungsplan geändert.
Die geplante Wohnanlage »Schwanenhöfe« in der Bürgstädter Ortsmitte umfasst rund 30 Senioren-Wohneinheiten, wobei die Käufer Wünsche bezüglich der Wohnungsgröße anmelden können. Die Tagespflege ist auf 500 Quadratmetern Fläche für zehn Gäste ausgelegt.
Zwölf Senioren haben die Möglichkeit in der 580 Quadratmeter umfassenden Wohngemeinschaft ihren Lebensabend gemeinsam zu gestalten. Die 1600 Quadratmeter große Tiefgarage der Anlage bietet 34 Stellplätze für Autos.
