Wörth erinnert an jüdische Opfer der Nazizeit

Holocaust-Gedenken: Stolpersteine für die Familien Fernheimer, Berliner, Herrmanns und Stern verlegt – Ausstellung im Schifffahrtsmuseum 

Wörth a.Main
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Beim Novemberpogrom 1938 zerstört: Die Wörther Synagoge stand in der unteren Mainstraße. Repro: Werner Trost
Foto: (www.alemannia-judaica.de)
Erinnerung an die im Holocaust ermordeten jüdischen Familien in Wörth: Künstler Gunter Demnig verlegt Stolpersteine auf dem Gehweg vor dem ehemaligen Lebensmittelgeschäft von David Herrmanns gleich neben dem alten Rathaus.
Foto: Ruth Weitz
Ge­gen das Ver­ges­sen des Ho­lo­caust hat der Künst­ler Gun­ter Dem­nig in ganz Eu­ro­pa rund 1600 Stol­per­stei­ne mit den Na­men der Op­fer ge­setzt. Die Stadt Wörth hat die­se Ak­ti­on mit ei­nem Tag der Er­in­ne­rung am ver­gan­ge­nen Mon­tag ver­bun­den.
Rund 60 Bür­ger, Stadt­rats­mit­g­lie­der und Mit­ar­bei­ter der Ver­wal­tung nah­men teil. An­ge­hö­ri­ge der Fa­mi­li­en Stern und Hart reis­ten ei­gens aus der Lan­des­haupt­stadt und aus Mal­mö in Schwe­den an.
Tafel am alten Rathaus
Bürgermeister Andreas Fath wies darauf hin, dass Geschichte sich wiederholen kann. Deshalb gelte es, die Erinnerung weiterzutragen, um im wahrsten Sinne darüber zu stolpern. Vor der Weberstraße 2 wurden die ersten Steine aus Messing in Gedenken an Sara und Alfred Fernheimer in den Gehweg eingelassen. Es folgten weitere Stationen in der Rathausstraße, die an die Familien Berliner, Herrmanns und Stern erinnerten.
An der Seitenwand des alten Rathauses wurde anschließend eine Erinnerungstafel enthüllt. Darauf zu sehen ist ein stilisierter Stadtplan, auf dem auch die ehemalige Synagoge und die Wohnhäuser der jüdischen Familien abgebildet und deren Schicksale dokumentiert sind.
»Mitten unter uns«
Am Abend wurde der Tag des Erinnerns mit der Eröffnung einer Doppelausstellung zum Thema fortgesetzt. Die Leihgabe des Bezirks Unterfranken mit dem Titel »Mitten unter uns« zeigt die Geschichte der Landjuden vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert. Flankiert wird sie von einer vom Förderverein des Schifffahrtsmuseums und dem Standesamt der Stadtverwaltung in Person von Karin Schirmeister zusammengestellten Schau über das jüdische Leben in Wörth. Die Grundlagen hierzu stammen aus den Recherchen von Werner Trost und den im Standesamt dokumentierten Daten. Die Doppelausstellung bietet einen umfassenden Überblick und ist bis Ende Mai im Schifffahrts- und Schiffsbaumuseum zu sehen.
Den musikalischen Teil des Tags der Erinnerung übernahmen Irith Gabriely und Hans-Joachim Dumeier. Sie beschlossen die Programmfolge mit einem beeindruckenden Klezmerkonzert. Ruth Weitz

Die Doppelausstellung zur jüdischen Geschichte ist bis zum Internationalen Museumstag am 21. Mai im Schifffahrts- und Schiffsbaumuseum zu sehen. Öffnungszeiten: Samstag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung unter
Tel. 0 93 72 / 7 29 70
 
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