Wetter-App bestimmt Tagesablauf der Main-Picknicker

Jessica Büttner und Edgar Burton sind zufrieden mit ihrer ersten Saison auf Miltenbergs Uferpromenade

Miltenberg
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Main-Picknicker: Jessica Büttner und Edgar Burton sind zufrieden mit ihrer ersten Saison am Flussufer in Miltenberg.
Foto: Anja Keilbach
Er war hart und an­st­ren­gend, aber auch sc­hön, ver­rückt und be­rei­chernd: So lie­ße sich der Som­mer von Jes­si­ca Bütt­ner und Ed­gar Bur­ton in Kür­ze be­sch­rei­ben. Die bei­den Neu­ga­s­tro­no­men ha­ben die Fla­neu­re auf der Mil­ten­ber­ger Ufer­pro­me­na­de seit Mai mit ih­rem Main-Pick­nick-Foodtruck ku­li­na­risch ver­sorgt. An die­sem Wo­che­n­en­de ist erst mal Schluss für die­ses Jahr.

Die Theorie stellten sich Büttner und Burton so vor: Ein paar Getränke und Snacks verkaufen, hie und da ein Schwätzchen mit den Gästen halten, die Tage am Main genießen und um 22 Uhr entspannt Feierabend machen«. Die Praxis sah ganz anders aus: Zu Spitzenzeiten standen sie zusammen mit zwei Aushilfen auf vier Quadratmetern im Wagen und bedienten 150 Menschen und mehr. Feierabend war oft erst nach Mitternacht, ihre Wohnungen sahen sie kaum und sie hatten permanent Schlafmangel.

Nur wenige Regentage

Seit der Eröffnung im Mai bestimmte die Wetter-App das Leben der Zwei. Das Wetter war meistens gut bis sehr gut. Es gab nur wenige Regentage oder Gewitter, aber die waren dann auch heftig. Ein Unwetter lehrte Jessica einmal besonders schnell abzuräumen, was aber letztlich doch den Sonnenschirm kostete. Er wurde vom Sturm förmlich zerrissen.

Trotz aller Anstrengung und Härte war dieser Sommer bereichernd und unvergesslich schön für die Beiden und die Arbeit habe sich gelohnt, meinte Burton: »Wir hatten wahnsinnig viel tolle Menschen, die uns unterstützten, einzigartige Gäste, ganz viele Lobeshymnen, eine bunte Zielgruppe jeden Alters und durchgehend fröhliche Gesichter.« Am Main-Picknicker haben sich Menschen getroffen, die sich jahrelang nicht gesehen haben.

Söder-Besuch

Es gab zahlreiche überraschende Auftritte von Bands oder Chören, Tanzkurse wurden ans Flussforum verlegt, oder der spontane Besuch von Heimatminister Markus Söder bleiben im Gedächtnis der zwei Betreiber. In vollen Zügen genossen sie und ihre Gäste auch die magischen Sonnenuntergänge, die den Platz und die Menschen in romantisches Licht tauchten und schon fast karibische Stimmung an den Main zauberten.

Nach fünf Monaten »Main-Picknicker« ziehen Jessica Büttner und Edgar Burton dieses Fazit: »Es war eine tolle Zeit und unser anfänglich von vielen Menschen angezweifeltes Konzept ging auf«, denn hätten Jessica und Edgar auf andere gehört, gäbe es den Main-Picknicker nicht. »Man sollte tatsächlich das tun, wovon man überzeugt ist«, meinte die Miltenbergerin.

Schlaf nachholen

Für Edgar Burton geht es jetzt normal im Job weiter. Er wird im Herbst und Winter aber sicher Schlaf nachholen. Jessica wühlt sich erst einmal durch die aufgetürmten Wäsche- und Zettelberge und will sich in den nächsten Wochen ein zweites Standbein als ausgebildeter Ernährungscoach aufbauen. Auch wird sie etwas am Main-Picknicker Konzept für nächstes Jahr feilen. »Das Angebot wird sicher im Groben so bleiben, es wird nur etwas optimiert«, so Büttner.

Ein Wiedersehen mit dem Truck und den zwei Frohnaturen soll es im April 2018 geben, sofern das Wetter mitspielt. Ein kurzes Gastspiel soll es zwischendurch auch auf dem Miltenberger Weihnachtsmarkt geben.

Bürgermeister Helmut Demel und seine Stadträte stehen dem Main-Picknicker grundsätzlich positiv gegenüber. Es sei "einfach schön gewesen zu sehen, dass Menschen aller Altersgruppen an die neue Promenade kamen". Aus vielen Äußerungen der Stadträte habe er aber auch entnommen, dass man darüber reden müsse, wie man diese Einrichtung zukünftig gestaltet. "Sicherlich müssen wir die eine oder andere Veränderung vornehmen, aber als Schnellschuss war der Mainpicknicker erfolgreich."

Anja Keilbach
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