Weltreise mit Kunst mit Heiner Hoffmann

Ausstellung in Trennfurter Galerie zeigt großformatige Fotos von Iran-Reise

Klingenberg a.Main
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Eines der eindrucksvollen Bilder - vier Mädchen, aufgenommen in Yazd, einer der ältesten Städte des Iran mit aktuell fast 800.000 Einwohnern.
Foto: Heinz Linduschka
Ein ganz ungewöhnliche Symbiose in der aktuellen Ausstellung in Trennfurt: die sechs Keramikvasen aus dem asiatischen Raum unter den Bildern der Berliner Künstlerin Brigitta Bogenschütz.
Foto: Heinz Linduschka
Vor fünf Jah­ren hat Hei­ner Hoff­mann in sei­nem Haus in Trenn­furt, ei­ner ehe­ma­li­gen Apo­the­ke, ei­ne Ga­le­rie der ganz sel­te­nen, aber um­so sc­hö­ne­ren Art er­öff­net. Le­ben und Woh­nen zwi­schen und mit Kun­st­ob­jek­ten aus al­ler Welt und ganz oh­ne Schub­la­den­den­ken ist hier auf rund 500 Quad­r­at­me­tern zu se­hen, wenn der heu­te 66-Jäh­ri­ge zu ei­ner Ver­nis­sa­ge ein­lädt.

Als kaufmännischer Leiter bei Bosch war er weltweit unterwegs, immer mit offenen Augen, wurde zum großen Kunstliebhaber und auch Kunstsammler. Als er beruflich nach Südkorea entsandt wurde, entwickelte er sich in den Jahren zu einem der anerkanntesten Experten und Sammler von asiatischer Keramik mit dem Schwerpunkt Objekte aus Südkorea.

76 großformatige Fotos

An Samstag konnten die zahlreichen Vernissagegäste zwar auch die große Keramiksammlung bewundern, im Mittelpunkt standen aber zeitgenössische Werke ganz unterschiedlicher Art. Wer der Einladung gefolgt war, gab Christine Tacke bei ihrer konzentrierten, klugen Einführungsrede voll und ganz recht, als sie Marcel Proust mit dem Satz zitierte, man könne mit Kunst lernen, das Leben und die Menschen »mit ganz neuen Augen« zu sehen.

Hoffmann selbst stellt 76 teilweise großformatige Fotografien aus, die er auf seiner Reise nach Iran im August selbst geschossen hatte und nun eigene professionellen Ausdrucke präsentierte. Das Schönste an den ästhetischen Arbeiten mit großer Themenvielfalt und dichter Atmosphäre - mal in leuchtenden Farben, mal in intensivem Schwarz-Weiß: Es geht weniger um Bauwerke oder um Landschaften, obwohl die in diesem Land in faszinierender Fülle zu sehen sind.

Liebeserklärung

Im Zentrum standen für Hoffmann die Menschen, und sein spürbares Interesse an ihnen und ihrem Leben spiegelt sich in den Gesichtern der Iraner, die er fotografiert hat. Diese Fotos sind zugleich eine Art Liebeserklärung an Land und Menschen: Freundliche, offene Mienen, lockere, ungezwungene Positionen vor der Kamera - lieb gewordene Vorurteile über die islamische Republik mit der Einwohnerzahl Deutschlands und der fast fünffachen Fläche geraten ins Wanken, wenn man in die Gesichter von Frauen, Männern und Kindern in Persepolis, Isfahan, Shiraz oder Teheran blickt.

Als Mischung aus theokratischen, totalitären, autoritären, aber auch demokratischen Elementen bezeichnen Politologen den Staat, aber die Fotos und die Erzählungen Hoffmanns mahnen immer wieder, die Regierungen nicht mit dem Volk zu verwechseln, wenn er von der überwältigenden Gastfreundschaft und Offenheit der »normalen« Menschen im Iran schwärmt.

Gouachen und Aquarelle

Dazu sind diesmal in dieser »Wohnhaus-Galerie« noch farbenprächtige, »wilde« Gouachen, Aquarelle und Mixed-Media-Arbeiten der Berliner Künstlerin Brigitta Bogenschütz zu sehen, die bei der Vernissage die Besucher mit einer Tai-Chi-Präsentation beeindruckte - auch sie eine Weltreisende in Sachen Kultur und Offenheit. Im Treppenhaus ziehen ausdrucksstarke Porträtfotos von Klaus Weiß die Aufmerksamkeit auf sich und immer wieder fasziniert die Vielfalt und die Qualität der Keramikvasen und der Keramikgefäße, die im täglichen Leben nutzbar sind und die Einheit und Symbiose von Kunst und Leben in dieser außergewöhnlichen Galerie noch einmal unterstreichen.

Besichtigung nach Vereinbarung unter Tel. 0172 7488960 oder E-Mail h.e.m.hoffmann@gmail.com

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