Was macht eigentlich eine Glückstrainerin?

Coaching: Melanie Klisch berichtet von ihrer Arbeit

Kleinostheim
2 Min.

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Glückstrainerin Melanie Klisch.
Foto: Picture People
"Ja, wir sind un­se­res Glü­ckes Sch­mied« sagt Me­la­nie Klisch, den Bruch­teil ei­ner Se­kun­de mit ei­nem nach­denk­li­chen Ge­sichts­aus­druck. »Hap­pi­ness is an in­si­de job« lacht sie gleich wie­der auf, fest in ih­rer Wohl­fühl­wort­welt. Ja, auch die Groß­stadt­fa­mi­lie in be­eng­ten Wohn­ver­hält­nis­sen mit Job­ver­lust im Co­rona­lock­down kann glück­lich sein. »Ve­r­än­de­rung ist im­mer ei­ne Chan­ce«, nickt sie be­harr­lich. Ist das so?

Im Gespräch nimmt die 41-jährige »Happiness Trainerin«, Beraterin und Coach für Persönlichkeitsentwicklung, Glückslehrerin, Atemtherapeutin, Klangpraktikerin und vieles mehr die Reporterin mit in die Welt der positiven Gedanken. »Glück« ist Klischs Schlüsselwort. Sie hat ihr persönliches Glück gefunden und ist seit 2021 mit zwei eigenen Praxen in Kleinostheim und Schneeberg selbstständig, um anderen Menschen zum persönlichen Glück zu verhelfen, statt ihrem vorherigen Alltag in der Personalabteilung eines großen Unternehmens. Aber was ist das eigentlich: Glück? Mit »Glück liegt im Auge des Betrachters« bringt sie mehr Unklarheit ins Spiel. Wer auf der Suche danach ist, neue Impulse braucht oder eine Veränderung durchmacht, kann sich zu einem Coaching bei ihr anmelden.

Persönlichkeit ergründen

Was erwartet die Menschen bei ihr? Ein paar Atemübungen? Wiederholungen von mantraartigem »ich bin glücklich«? Vielleicht ein paar Übungen mit der Klangschale? Auch, aber eigentlich geht es bei ihr richtig in die Tiefe. »Ich habe schon die ein oder andere Führungskraft zum Schwitzen gebracht« sagt sie und berichtet von einem Kunden, der mit ihr an seinem Führungsstil arbeitet - von der Firma gefördert. Die beiden gehen seiner Persönlichkeit auf den Grund, arbeiten Schwächen und Stärken aus, üben gewaltfreie Kommunikation.

»Durch mein Studium an der AHL Köln habe ich viele Werkzeuge an die Hand bekommen« berichtet sie. »Happiness Trainerin« darf sie sich seit dem Abschluss nennen, Coach und Beraterin für Persönlichkeitsentwicklung seit einer Weiterbildung am Fritz-Schubert-Institut und ihre Praxen schmücken die Bezeichnung »?für angewandte Positive Psychologie«. Und was ist mit der »richtigen Psychologie«, den von den Krankenkassen bezahlten Psychologen? Fürchten sie die Konkurrenz? »Wir ergänzen uns alle« beschwichtigt sie - wenn Klisch an ihre Grenzen stößt, verweist sie an die Kollegen. »Aber auch umgekehrt haben schon Kunden auf Empfehlungen zu mir gefunden.«

Erst genau hinhören

Ihr Schlüssel: erst einmal genau hinhören. Erzählt jemand aus seinem Alltag, zieht sie Schlüsse, gibt Denkanstöße, lehrt Achtsamkeit und zeigt immer wieder: »schließt sich eine Tür, öffnet sich gleich die nächste.« Natürlich machen Veränderungen Angst. Wenn jemand seine Arbeit verliert, sieht sie eine Chance: wenn der Job sowieso schon weg ist, wieso nicht gleich umorientieren? Sie setzt die Bedeutung des Wertes Glück so hoch an, dass sie dafür plädiert, es als Schulfach einzuführen. Einige Schulen haben das bereits umgesetzt, auch sie durfte für ihre Abschlussarbeit eine Arbeitsgemeinschaft an einer Schule im Glück unterrichten. »Die Kinder bekamen beispielsweise eine warme Dusche - Komplimente der anderen.« Strahlt sie. Vom sichtbar wachsenden Selbstbewusstsein der Kinder spricht sie - andere Haltung, andere Stimme, fast schon andere Größe.

Was Glück für sie persönlich bedeutet? »Gesundheit« sagt sie fest entschlossen. »Sollten wir nicht öfter dankbar dafür sein, dass wir einfach gesund sind?« fragt sie. Es klingt irgendwie schlüssig, dieser Weg zum Glück, der eigentlich in uns selbst liegt. Der vielleicht einen Stups von außen braucht. Vielleicht reicht bei weniger verschütteten Fällen auch einfach ein Buch mit positiven Gedanken. Ihr Tipp als erste Übung auf dem Weg zum Glück: »An jedem Tag drei positive Dinge reflektieren und aufschreiben. Heute war ein schlechter Tag? Sicher? Es reichen auch die einfachen Dinge: Ich konnte aufstehen, aus dem Fenster sehen, Kaffee trinken.«

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