Vier Meter langer Stammbaum

Motzel-Treffen: Akribische Ahnenforschung mündet in ein 100-seitiges Buch mit vielen Grafiken und Bildern

Collenberg
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Vier Meter langer Stammbaum
Fast vier Meter lang ist der Stammbaum der Collenberger Motzel, den die beiden Familienforscher Dr. Erhard Motzel (rechts) und Norbert Motzel hier ausrollen.
Foto: Peter Mayer
Dass sich 150 Personen gleichen Namens und gleicher Abstammung treffen, ist so ungewöhnlich nicht. Bei dem Geschlecht der Motzel aber schon, denn Motzel gehört in die Schublade der selteneren Familiennamen
Aber woher weiß man das so genau? Die Vorgeschichte des morgigen Sippentreffens in der Südspessarthalle hat ihren Anfang in Collenberg und in Darmstadt. In Collenberg wollte Alfons Motzel wissen, wie es denn nun mit den Verwandtschaftsverhältnissen zu den in Reistenhausen und Fechenbach lebenden Motzel bestellt ist. Und in Darmstadt wollte der dort ansässige Dr. Erhard Motzel seinen Kindern einen kleinen Stammbaum hinterlassen. Der hat mittlerweile eine Länge von fast vier Metern und weist Äste und Zweige auf, von denen zu Beginn der Recherchen niemand auch nur geträumt hätte.

Geschichte des Geschlechts Am Ende steht ein von Dr. Erhard Motzel verfasstes Buch, das in akribisch wissenschaftlicher und doch anschaulicher Weise auf über 100 Seiten die Geschichte des Geschlechtes in Text, Grafiken, Stammbäumen und Bildern anschaulich macht.

Dieses pünktlich zum Treffen fertiggestellte Buch hat selbst eine fast 20-jährige Geschichte mit kleinen Anfängen, vielen Unterbrechungen und Hindernissen, zäher Sucharbeit, unzähligen Stunden des Studierens, aber auch glücklichen Zufällen und Wendungen und sehr vielen persönlichen Bekanntschaften.

Dazu zählt für Dr. Erhard Motzel die mit Alfons Motzel und seiner Frau, die nach einer zäh angelaufenen Briefumfrage unvermittelt in Darmstadt auftauchten und aus der sich eine für beide Seiten fruchtbare und freundschaftliche Beziehung entwickelte.

Die ersten Spuren der Motzel machten die beiden Forscher sich im Dreieck zwischen Nürnberg, Würzburg und Heilbronn aus und im Jahre 1406 ist erstmals ein Motzel in Dettelbach erwähnt. Weitere Nennungen tauchen 1497 bei Feuchtwangen und im 16. und 17. Jahrhundert um Schwäbisch Hall auf. In Eichstätt zählten Motzel zu den "berühmten Söhnen" der Stadt und ein Georg Motzel war fürstbischöflicher Kastner in Arberg und erhielt 1590 den Wappenbrief verliehen.

Auf diesen griff sein Sohn, Dr. Dr. Volpert Motzel zurück, der 1655 von Kaiser Ferdinand III. in den Adelsstand erhoben wurde. Dieser gilt als der Stammvater der Salzburger Linie, die in der dritten Generation zu Freiherren aufstieg, aber in der vierten wieder erlosch.

Verbindung nach Salzburg? Ausgerechnet bei dieser Salzburger Linie taucht nun plötzlich eine Verbindung zu Collenberg auf, denn der letzte der Linie heiratet eine Nachfahrin der Rüdt von Kollenberg. Ist es da nur Zufall, fragt der Autor, dass just in dieser Zeit um 1690 mit 28 Jahren ein Hans-Jörg Motzel im heutigen Collenberg auftauchte, als Küfer sesshaft wurde, die Tochter des Reistenhausener Bürgermeisters heiratete und eine reiche Nachkommenschaft gründete?

Während die Verbindung des Stammvaters mit den Salzburger und Arberger Motzel sich - noch - nicht nachweisen lässt, ist zweifelsfrei belegt, dass alle Collenberger Motzel, egal ob in Fechenbach oder Reistenhausen, zu dessen Nachfahren zählen. Sie gliedern sich nach den Söhnen des Ahnherrn in fünf Linien auf.

Küfer, Fischer und Schiffer Der älteste Sohn indes zog nach Mönchberg, gründete die dortige Linie, zu der auch der Autor, Dr. Erhard Motzel zählt. Die Motzel wurden vorzugsweise Küfer, gefolgt von Fischern und Schiffern oder Steinmetzen. Der in Reistenhausen bekannte Familienname "Fischerpeter" resultiert so aus dem Vornahmen des Urahns und dessen Beruf. Erwähnenswert sind auch vier Gastwirtsbetriebe: Der "Bayerische Hof" in Reistenhausen, die "Brauerei" und der "Schwarze Adler" in Mönchberg und die "Rose", das heutige Jagdhotel in Miltenberg. Die Berufe der heutigen Motzel gehen quer durch das gesamte Spektrum. Schön wohl geordnet wird es aber beim Treffen zugehen, denn durch die Vorarbeit von Dr. Erhard Motzel werden alle Teilnehmer dank farbiger Namenskärtchen wissen, welchem Familienstamm sie angehören. Peter Mayer
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