Vielseitigkeit der restaurierten Schlimbach-Orgel präsentiert

Konzert: Peter Schäfer, Philipp Hessler und Michael Mallad spielen in Klingenberger Pfarrkirche St. Pankratius

Klingenberg a.Main
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Präsentierten bei einem Konzert am Sonntagabend in der Klingenberger Pfarrkirche St. Pankratius eindrucksvoll die klangliche Vielfalt der restaurierten Schlimbach-Orgel (von links): Philipp Hessler, Peter Schäfer und Michael Mallad. Foto: Erna Hessler
Foto: Erna Hessler
Ei­nen ge­lun­ge­nen Ein­blick in die Viel­sei­tig­keit und Aus­drucks­ar­ten der re­stau­rier­ten Schlim­bach-Or­gel in der Pfarr­kir­che St. Pan­k­ra­ti­us hat es am Sonn­ta­g­a­bend in Klin­gen­berg ge­ge­ben: Da­bei er­klang die "Kö­n­i­gin der In­stru­men­te" dank mit Be­dacht aus­ge­wähl­ter Vor­la­gen mal zart und ge­fühl­voll, mal ma­je­s­tä­tisch und pom­pös - in­k­lu­si­ve zahl­rei­cher Stim­mungs­bil­der zwi­schen die­sen bei­den Eckp­fei­lern.

Mit Peter Schäfer, Philipp Hessler und Michael Mallad spielten beim Konzert drei versierte Organisten von St. Pankratius, die wiederum mittels jeweils individueller Charakteristik verschiedene Facetten in den Abend einbrachten. Pfarrer Reinhold Ball begrüßte zur Eröffnung die Gäste, während Schäfer im Anschluss als Einleitung für das, was folgen sollte, einen kleinen geschichtlichen Exkurs zu St. Pankratius und der Orgel unternahm.

So erfuhren die Besucher beispielsweise, dass die Kirche vor 130 Jahren in der heute bekannten Form gebaut wurde, ein seinerzeit bestehendes, kleineres Gotteshaus sei erweitert worden. Dank dem Tonabbau im Klingenberger Bergwerk sei es der Stadt seinerzeit glänzend gegangen, sie sei sehr wohlhabend gewesen. Deshalb sei auch bei der Orgel nicht gespart worden: Der Preis - von der Kaufkraft und von seinem Wert her umgerechnet - läge heute bei 460.000 Euro für das Instrument. Dieses, so spannte Schäfer den Bogen, atme die Stimmung der Spätromantik.

Im Anschluss stellte er noch die Besonderheiten der Komponisten vor, deren Vorlagen beim Konzert interpretiert wurden. Eröffnet wurde dann mit Stücken von Max Reger, es folgten Werke von John Ebenezer West, Joseph Gabriel Rheinberger, Johann Sebastian Bach, Enrico Bossi und Franz Liszt. Die drei Organisten arbeiteten bei ihren einzelnen Darbietungen die Details und Besonderheiten der Stücke sehr gut heraus und spielten mit viel Herzblut.

Ruhige, getragene Melodien und Momente kreierten eine traumhafte Atmosphäre, während auch Steigerungen und Stimmungsänderungen für wohlige Gefühlswechselbäder sorgten - und oftmals dann in voluminösen Passagen gipfelten. Die Dynamik, die die Arrangements des Ausgangsmaterials beinhalten, wurde wunderbar umgesetzt. Somit gab es für die Zuhörer zahlreiche Facetten in den Kompositionen zu entdecken. Es war eine Martin Joseph Schlimbach, der 1892 das Instrument erbaute, würdige Veranstaltung. Gedankt wurde auch der Werkstatt Vleugels aus Hardheim, die die Schlimbach-Orgel restauriert hatte und allen Spendern, die mit ihrem Engagement ihren Beitrag dazu geleistet hatten.

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