Wohlfühlklima für die Schule

Klima: Bürgstadter Gemeinderat entscheidet über Ausstattung in der Bildungseinrichtung

Bürgstadt
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Wie viel Geld will die Marktgemeinde in die Hand nehmen, um für die Schüler und Lehrer eine Wohlfühlatmosphäre in den Sommermonaten zu schaffen? Am Dienstag ging es in der Gemeinderatssitzung Bürgstadt erneut um die Frage, ob eine natürliche Belüftung über Lamellenfenster und ein automatisierter Sonnenschutz reichen.

Alternativ stand eine mechanische Belüftung mit Wärmerückgewinnung oder ein zusätzlicher Ventilator, der im Nachtbetrieb die kühle Außenluft in die Schule fördert und ein schnelles Aufheizen am Tag verzögert, im Raum.
Bürgermeister Thomas Grün erinnerte die Räte zunächst daran, dass bereits eine Lüftung in den Räumen vorgesehen sei, die aber noch verbessert werden könne. Der Rat hatte bereits im Juli darüber diskutiert, ob der Einbau von Umluftkühlgeräten sinnvoll ist. Damals wurde entschieden, nach Erfahrungen in anderen Schulen des Landkreises zu fragen und den Kreisbaumeister hinzuzuziehen. Das Ergebnis war, dass es keine komplett klimatisierte Schule im Landkreis gibt, jedoch bei Sanierungen Lüftungsanlagen eingebaut werden. 
Raumsimulation
Klaus Ziegler von Ingenieurbüro Etienne stellte den Räten zunächst das Ergebnis der thermischen Raumsimulation vor, die an zwei Klassenzimmern in Grund- und Mittelschule vorgenommen worden war. Er wies darauf hin, dass der Arbeitgeber verpflichtet sei, bei Temperaturen ab 30 Grad effektive Maßnahmen zum Schutz der Arbeitnehmer zu ergreifen. Das Ergebnis der Simulation ergab, dass bei einer Luftkühlung in der Zeit von 8 bis 13 Uhr und angenommenen 930 Stunden die Raumtemperatur in 50 Stunden über 26 Grad liegt. Legt man das Zeitfenster 8 bis 16 Uhr zugrunde, sind es 123 Stunden.
Der Rat stand nun vor der Frage: Reichen mechanische Belüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung oder sollen zusätzliche Umluftkühlgeräte eingebaut werden? Gerhard Balles (CSU) fand, dass für acht bis neun Wochen im Jahr keine Kühlung erforderlich sei und wies auf die Stromkosten hin. Bürgermeister Thomas Grün sprach sich für die Lüftungsanlage aus und empfahl, darüber lieber die Luft mit mehr Sauerstoff anzureichern. Dahingehend bestand schnell Konsens.
Unterschiedliche Meinungen
Allerdings war noch zu entscheiden, wie die Lehrerzimmer und die Verwaltungsräume sowie Küche, Mensa und Mehrzweckräume ausgestattet werden sollen. Für die Lehrer- und Verwaltungsräume entschied man sich für die gleiche Kühlung, wie sie in den Klassenzimmern verbaut wird. Bei den Mehrzweckräumen und der Mensa waren die Meinungen unterschiedlich. Bürgermeister Grün wies darauf hin, dass im Mehrzweckraum Konzerte und Aufführungen stattfinden sollen. Max-Josef Eck (CSU) wandte dagegen ein, dass große Aufführungen in der Mittelmühle stattfinden und sprach die Folgekosten einer Klimaanlage an. »Ist das sinnvoll?«, so seine Frage. Bernd Neuberger (UWG) sprach sich für die Umluftkühlung aus, auch angesichts der Pandemie. Jörg Reinmuth (UWG) fand eine Klimatisierung des Neubaus für 320 000 Euro übertrieben. »Die Mensa kann man wunderbar quer lüften.«
Die Abstimmung ergab, dass die Klassenzimmer und Fachräume Fassadenlüftungsgeräte mit Wärmerückgewinnung und Nachtlüftung für 135 000 Euro bekommen. Gleichermaßen werden Lehrerzimmer und Verwaltungsräume ausgestattet, was mit 45 000 Euro zu Buche schlägt. Die Mehrzweckräume bekommen eine Umluftkühlung für 50 000.

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