Tradition und Start-Up: Drei Unternehmerinnen beim Wirtschaftstalk in Obernburg

Neuauflage des Formats von Nicole M. Pfeffer

Obernburg
2 Min.

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Wirtschaftstalk mit Frauen in der Event-Galerie in Obernburg von links: Janina Weirich, Brigitte Schellenberger, Max Kara, Nicole Pfeffer, Kristine Lütke
Foto: Christel Ney
Ni­co­le M. Pfef­fer, Mar­ke­ting­fach­frau aus Möm­lin­gen, hat ei­ne Neu­aufla­ge ih­res For­mats Wirt­schaft­stalk mit Frau­en ver­an­stal­tet.

Wegen der unsicheren Entwicklung der Coronazahlen war die Zahl der Gäste auf in der Event Galerie Obernburg auf maximal 50 begrenzt worden. Um den Zuhörern die Erfolgsgeschichten von Unternehmerinnen näher zu bringen, hat sie wieder drei Power-Frauen eingeladen, die sie interviewte. Brigitte Schellenberger aus Großwallstadt, Chefin der Bekleidungsmarke Raffaello Rossi, Kristine Lütke, die eine Senioreneinrichtung betreut, und als Vertreterin für eine erfolgreiche Startup-Gründung Janine Weirich.

Brigitte Schellenberger erzählte, wie vor 25 Jahren ihre Produktlinie entstanden ist. Sie habe sich schon früh entschieden, etwas eigenes zu machen. Das habe nicht unbedingt ein eigenes Unternehmen sein müssen, aber gemeinsam mit ihrem Mann wagte sie den Schritt in die Selbständigkeit. Als kleines Familienunternehmen hatte die Wertschätzung der Mitarbeiter schon einen besonderen Stellenwert, der bis heute geblieben sei und von der Geschäftsleitung auch vorgelebt werde. Ausführlich beschrieb sie die Einbindung der nachfolgenden Generationen und dass es richtig war, sich auf das Thema "Hosen" zu konzentrieren und dort die Kräfte zu bündeln. Wichtig sei neben allem Engagement für das Unternehmen auch der persönliche Ausgleich. Nachhaltigkeit im Gebäudemanagement aber auch in der Modebranche generell sei ein wichtiges Thema.

Kristine Lütke betreibt in Lauf (bei Nürnberg) eine Betreuungseinrichtung für Senioren und zeigt, dass man auch in einem streng regulierten Bereich erfolgreich sein und sogar Vorbildunternehmerin werden kann. In Zeiten von Corona war in ihrem Unternehmen, das von ihren Eltern aufgebaut wurde, eine besondere Kreativität notwendig. Entscheidungen müssten getroffen werden, von denen man nicht weißt, ob sie auch tatsächlich funktionierten. Das stelle sich erst im Nachgang heraus. Innovationen im Gesundheitswesen sieht sie in der Digitalisierung, auch bedingt durch den Fachkräftemangel. Etwa die Hälfte der Pflegekräfte seien über 50 Jahre alt. Die Zahl der zu pflegenden Personen steige und es kommen immer weniger Kräfte nach. Hier müsse verstärkt ausgebildet, umgeschult oder Quereinsteigern und ausländischen Fachkräften ein Arbeiten ermöglicht werden. Als Beispiele für die Vorteile der Digitalisierung nannte sie die Ausstattung der Betten mit Sensoren, mit dem das Drehen im Bett überprüft werden könne. Pflegeroboter könnten die Arbeit etwa beim Sortieren der Wäsche erleichtern oder im Reinigungsbereich eingesetzt werden, die momentan jedoch noch viel zu hochpreisig seien, als dass sie flächendeckend zum Einsatz kommen.

Junge Talente und Unternehmen bringt Janina Weirich auf einem Online-Bewerbertool zusammen. Sie hatte es im Bereich "Gründung aus der Hochschule 2020" mit ihrem Startup Xeem bis ins Halbfinale des Hessischen Gründerpreises geschafft. Gemeinsam mit ihrer Partnerin Géraldine Ulrichs betreibt sie die erste Plattform für kurze und dezentrale Online-Challenges, die dem Wandel der Arbeitswelt durch die Digitalisierung Rechnung trägt. Viele Studierende verlieren angesichts der vielen Möglichkeiten, die sie haben, den Überblick, wissen nicht, was wirklich ihrem Naturell entspricht oder wie sie mit den Unternehmen Kontakt aufnehmen können, sagt sie. Auf ihrer Plattform finden sich die passenden Antworten. Ihr Ziel sei es, über Deutschland hinaus zu expandieren.

Nicole Pfeffer machte auch einen Abstecher ins Publikum zu männlichen Gästen, die ein neues Unternehmen gegründet haben. Max Kara und Martin Krause, die sich mit dem Thema Outdoor-Küchen einem verstärkt auftretenden Trend mit innovativen Ideen widmen. Viele Begegnungen und kommunikative Treffen finden mittlerweile im Außenbereich statt. Ihre Arbeit bestand zunächst darin, dafür geeignete Materialien zu finden und daraus die passende Ausstattung zu entwickeln. Ihr Ziel ist es, in diesem Bereich Marktführer zu werden. Das wollen sie erreichen, indem sie dynamisch und flexibel auf die Anforderungen reagieren, Chancen erkennen und wahrnehmen, aber auch die Bodenhaftung bewahren.

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