Werkzeug aus Kleintransporter geklaut: 36-Jähriger muss ein Jahr ins Gefägnis

Keine Bewährung mehr für rückfälligen Straftäter

Miltenberg
2 Min.

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Weil er im Ju­li 2021 zu­sam­men mit ei­nem nicht be­kann­ten Mit­tä­ter im süd­li­chen Land­kreis ei­nen Klein­trans­por­ter auf­ge­bro­chen und Werk­zeug im Wert von über 5000 Eu­ro ent­wen­det ha­ben soll, hat­te sich ein 36-jäh­ri­ger Fa­mi­li­en­va­ter vor Ge­richt zu ver­ant­wor­ten. Der Vor­wurf der Staats­an­walt­schaft lau­te­te auf Dieb­stahl in ei­nem be­son­ders schwe­ren Fall, in Tat­ein­heit mit Sach­be­schä­d­i­gung, denn durch das Auf­b­re­chen des Trans­por­ters war an die­sem ein Scha­den von eben­falls über 5000 Eu­ro ent­stan­den.

In einer ersten Einlassung räumte der Angeklagte die Taten ein. Als Entschuldigung führte er an, unter Medikamenten-, Akohol- und Drogeneinfluss gestanden und nicht gewusst zu haben, auf was er sich da einlasse. Unmittelbar zuvor sei er aus einer Drogentherapie rausgeflogen, ihm habe eine Haftstrafe gedroht, und zu allem Überfluss habe er um das Sorgerecht für seine Kinder fürchten müssen. In dieser Situation habe er wahllos alles "eingeworfen" und sei von dem Mittäter, den er nur vom Sehen her flüchtig kannte, angesprochen worden, ihm zu helfen. Sie hätten dann den Transporter aufgebrochen und das Werkzeug entnommen, wobei er aus der Tat keinen Vorteil gezogen hätte, insbesondere hätte er auch nichts von dem Werkzeug bekommen. Er sei zur Tatzeit durch Medikamente, Drogen und Alkohol "voll drauf" gewesen und er bereue die Tat zutiefst.

Wie bei der Beweisaufnahme bekannt wurde, war der Beschuldigte über DNA-Spuren als Tatverdächtiger in dieser Sache ermittelt worden. Weiter wurde bekannt, dass er im Bundeszentralregister zwölf Einträge, darunter mehrere einschlägig, hatte und aus einem Fall noch eine Bewährung offen war. Die Staatsanwältin, die den Sachverhalt bestätigt sah, wertete das Geständnis und die geäußerte Reue zugunsten des Angeklagten. Negativ wertete sie den hohen Schaden und sah eine "enorme" Rückfallgefahr. Immerhin hätte der Angeklagte die Taten unter Bewährung stehend und mit der Erfahrung einschlägiger Vorahndungen begangen. Ihre Forderung dafür: ein Jahr und vier Monate Freiheitsstrafe, die, nachdem sie auch keine positive Sozialprognose sehe, ohne Bewährung gegeben werden sollten.

Der Rechtsanwalt wollte an der eigentlichen Tathandlung nichts beschönigen. Zur Motivlage merkte er an, dass sein Mandant aufgrund eines früheren Unfalles Schmerzmittel benötige. Unter Medikamenteneinfluss und zusätzlich unter Drogen und Alkohol, habe sich sein Mandant überreden lassen. Wegen der zumindest verminderten Schuldfähigkeit seines Mandanten, der aus der Tat keinerlei Vorteil erlangt habe, hielt er eine Bewährungsstrafe von neun Monaten für ausreichend. In seinem letzten Wort drückte der Angeklagte nochmals sein Bedauern darüber aus, dass er sich auf etwas "Dummes" eingelassen habe.

Die Richterin sah den Angeklagten schuldig im Sinne der Anklage und verhängte ein Jahr Freiheitsstrafe dafür. Da auch sie aufgrund der Vorstrafen, der offenen Bewährung und der gezeigten hohen Rückfallgeschwindigkeit keine positive Sozialprognose sehe, wurde die Strafe ohne Bewährung verhängt. Ob der Angeklagte, der auch die Kosten des Verfahrens tragen muss, das Urteil annimmt, war am Ende der Verhandlung noch nicht bekannt, so dass das Urteil auch noch nicht rechtskräftig ist.

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